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Somalier unter Terrorverdacht

Der 19-Jährige kam im August 2017 nach Deutschland. Jetzt lebt er in Döbeln. Die Ermittlungen gegen ihn dauern an.

Symbolfoto: Die Generalstaatsanwaltschaft ermittelt derzeit wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung gegen einen Somalier, der in Döbeln lebt.
Symbolfoto: Die Generalstaatsanwaltschaft ermittelt derzeit wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung gegen einen Somalier, der in Döbeln lebt. © dpa-Zentralbild

Döbeln/Dresden. Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden hat weitere Fakten über den Döbelner bekannt gegeben, der nach eigenen Angaben 2015 für einen Monat in einem Ausbildungslager der militanten islamistischen Bewegung „Al-Shabaab“ in Somalia gewesen sein soll.

Bei dem Mann handele es sich um einen 19-Jährigen aus Somalia, äußerte sich Steve Schulze-Reinhold, Staatsanwalt der Generalstaatsanwaltschaft Dresden. Er sei am 9. August 2017 in Deutschland eingereist. 

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Am 10. April 2018 erfolgte seine Anhörung beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Aufgrund seiner dortigen Aussage in Bezug auf das Trainingslager entstand der Verdacht, dass er Mitglied in einer terroristischen Vereinigung sei. 

Terror-Fall zunächst bei Generalbundesanwalt

Die Ermittlungen gegen ihn dauern aktuell noch an. Der Beschuldigte befinde sich nach Angaben des Staatsanwaltes nicht in Untersuchungshaft. „Nach Abschluss der Ermittlungen wird die Generalstaatsanwaltschaft über die Art der Abschlussverfügung entscheiden“, so Schulze-Reinhold.

Der Beschuldigte sei von Amts wegen durch das Landeskriminalamt Sachsen angezeigt worden, allerdings erst am 14. April 2020. Warum zwei Jahre bis zur Anzeige vergingen, darauf ging der Staatsanwalt nicht ein. Die Antworten auf eine entsprechende Anfrage beim BAMF sowie dem Landeskriminalamt Sachsen standen am Mittwoch noch aus. 

Zunächst habe sich nach Angaben von Schulze-Reinhold der Generalbundesanwalt (GBA) mit dem Fall beschäftigt. „Am 10. Juli 2020 wurde das Verfahren vom GBA wegen minderer Bedeutung an die Generalstaatsanwaltschaft abgegeben“, so Schulze-Reinhold. 

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Hinsichtlich des Verfahrenseingangs vor dem 14. April konnte er keine weiteren Angaben machen. Wie der Asylstatus des Flüchtlings derzeit ist, blieben ebenfalls offen.

Bekannt geworden war der Fall durch eine Kleine Anfrage beim Staatsministerium des Inneren durch den Landtagsabgeordneten Dr. Rolf Weigand (AfD).

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