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Döbelner Händler werben für die Einkaufsstadt

Mit einer Kampagne trommelt der Stadtwerbering für die langen Samstage und andere Aktionen. Das geht nicht ohne Geld von Dritten.

Die Banner und Plakate sind überall in Döbeln zu sehen. Auch auf anderen Kanälen macht der Stadtwerbering Werbung für die Innenstadt und den langen Samstag.
Die Banner und Plakate sind überall in Döbeln zu sehen. Auch auf anderen Kanälen macht der Stadtwerbering Werbung für die Innenstadt und den langen Samstag. © Dietmar Thomas

Döbeln. Nicht kleckern, klotzen. So heißt es gerade beim Stadtwerbering. Die Döbelner Händlervereinigung hat eine Werbekampagne für die Geschäfte der Innenstadt, für den Einkaufssonntag und die langen Samstage initiiert. Und sie bekommt dafür breite Unterstützung.

„Es ist nicht fünf vor, sondern eine Minute vor Zwölf“, meint Matthias Poch vom Vorstand des Stadtwerberings bei einem Pressegespräch. „Es gibt nicht mehr so viele Städte in der Region, die so gut wie Döbeln funktionieren.“ Damit das so bleibt, trommelt der Stadtwerbering derzeit kräftig für die Einkaufsstadt. „Es gibt Printanzeigen, eine Kampagne im Internet und Werbung bei Facebook“, so Poch. Außerdem wurden acht große Werbebanner im Stadtgebiet aufgestellt und Plakate gedruckt und in den Städten der Region verteilt. „Das kostet eine Menge Geld“, sagte Poch, ohne Zahlen zu nennen.

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Unterstützung von Partnern

Der Stadtwerbering könne das mit seinem begrenzten Budget nicht allein finanzieren. Unternehmen wie das Klinikum, die Stadtwerke, die Veolia und Vepo-Polster unterstützen die Werbekampagne. „Die Unternehmen sagen: Wenn die Stadt nicht funktioniert, haben wir ein Problem. Wir haben hier unsere Kunden, Mieter, Arbeitskräfte und künftigen Lehrlinge“, so Poch.

Im Juli hatte der Stadtwerbering beschlossen, einmal im Monat die Geschäfte sonnabends nicht schon 12 Uhr zu schließen, sondern bis 18 Uhr offenzuhalten. Beim ersten langen Samstag am ersten Septemberwochenende hatte das noch nicht sehr gut funktioniert. „Wenn das die Händler nicht durchhalten, wird das System mit der Zeit erodieren“, sagte Matthias Poch. „Wir haben mit vielen Händlern gesprochen, um klarzumachen, dass wir das durchstehen müssen.“ 

Filialisten machen mit

Der Stadtwerbering hatte sich auch an die großen Ketten gewandt, die in Döbeln Filialen betreiben. Die meisten hätten zugesagt, ihre Filialen an den langen Samstagen bis 18 Uhr zu öffnen. Die Werbekampagne komme nicht nur den Mitgliedern des Stadtwerberings zugute, sondern allen Innenstadthändlern. Der Stadtwerbering appelliert deshalb auch an alle Nichtmitglieder, sich mit ihren Geschäften zu beteiligen.

Eigentlich hätte es an diesem Sonnabend lange Öffnungszeiten gegeben. aber am Tag der Deutschen Einheit sind die Geschäfte geschlossen. Dafür gibt es an zwei Tagen das Streetfood-Festival auf dem Obermarkt, das im vergangenen Jahr schon eine Menge Leute anlockte. Statt des langen Samstags gibt es den verkaufsoffenen Sonntag, an dem die Geschäfte von 13 bis 18 Uhr offen sind.

Weihnachtsmarkt soll stattfinden

Lange Samstage sind für 10. Oktober, 7. November und 5. Dezember vorgesehen. Dazu ein Einkaufswochenende zum Weihnachtsmarkt. „Der Weihnachtsmarkt soll eigentlich stattfinden. Aber es gibt auch einen Plan B“, sagte Grit Neumann, Chefin des Stadtwerberings.

Hungern müsse an den langen Samstagen auch niemand. Es gebe genug Gaststätten, Cafés und Imbisse in der Innenstadt, die geöffnet haben, sagte Vorstand Wolfgang Müller. Ein Defizit in Bezug auf die menschlichen Bedürfnisse sprach Matthias Poch an. „Es ist ein großes Manko, dass in Döbeln eine öffentliche Toilette fehlt.“ An diesem Problem arbeitet die Stadtverwaltung aber. Baudezernent Thomas Hanns hat die Hoffnung, dass Döbeln ins neue Förderprogramm „Lebendige Zentren“ kommt. „Die öffentliche Toilette ist eines der Projekte, die wir darüber realisieren wollen.“

Erfolg mit Gutschein

Als ziemlich erfolgreich in der Corona-Krise hatten sich die neuen Gutscheine des Stadtwerberings erwiesen. Vor allem Unternehmen hatten für ihre Mitarbeiter Gutscheine im Wert von 65.000 Euro gekauft. „25.000 Euro sind bisher abgerechnet worden. Davon hat mehr als die Hälfte der 59 beteiligten Händler profitiert“, sagte Matthias Poch. Im Moment würden nicht mehr so viele Gutscheine verkauft. Er rechnet aber damit, dass die Nachfrage gegen Ende des Jahres wieder anzieht.

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