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Leisnig: Drei Ortswehren sind ins neue Gerätehaus eingezogen

Die feierliche Einweihung des Neubaus kündigt die Verwaltung für den 9. Oktober an. Doch auch danach wird es wohl noch eine Übergangsfrist geben.

Daniel Bull und Marco Reichelt haben ihre Einsatzkleidung im neuen Feuerwehrgerätehaus in Bockelwitz eingeräumt. Ab sofort rücken sie wie alle Helfer der Ortswehren von Naundorf, Naunhof-Beiersdorf sowie Clennen von dort zum Einsatz aus.
Daniel Bull und Marco Reichelt haben ihre Einsatzkleidung im neuen Feuerwehrgerätehaus in Bockelwitz eingeräumt. Ab sofort rücken sie wie alle Helfer der Ortswehren von Naundorf, Naunhof-Beiersdorf sowie Clennen von dort zum Einsatz aus. © Dietmar Thomas

Leisnig/Ortsteile. Wenn jetzt die Hilfe der Feuerwehrleute aus Clennen, Naundorf oder Beiersdorf benötigt wird, dann fahren diese nicht mehr in ihre bisherigen Gerätehäuser. Ziel aller ist nun das neue Depot am Rande von Bockelwitz, wo die Einsatzkleidung in den nagelneuen Schränken hängt und drei Fahrzeuge bereitstehen.

Die Ortswehren sind umgezogen, sie haben sozusagen drei „Haushalte“ zusammengelegt. Günter Hornig, der Chef der Feuerwehrleute von Clennen, kann es kaum glauben, dass diese Vision nunmehr Wirklichkeit geworden ist. „Zur ersten Jahreshauptversammlung der Feuerwehr nach der Vereinigung mit Leisnig 2012 habe ich ein gemeinsames Gerätehaus angesprochen“, erinnert sich Günter Hornig.

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Damals sei dieser Vorschlag bei Weitem nicht bei allen Kameraden auf Gegenliebe gestoßen. Manche hätten ihn danach komisch oder eine Zeitlang sogar gar nicht mehr angeguckt. Aber: „Inzwischen ist den Meisten klar, dass es allein nicht mehr lange geht“, schätzt Hornig ein.

Nachwuchs fehlt

Mit „allein“ meint er die Ortsfeuerwehren, die im Laufe der Jahre an Schlagkraft schon dadurch verloren haben, dass ein Teil der Helfer auswärts arbeitet und tagsüber nicht fürs Ehrenamt zur Verfügung steht. Einige Kameraden sind in die Jahre gekommen, werden in absehbarer Zeit in die Altersabteilung wechseln. Und Nachwuchs zu finden, das fällt nahezu allen Vereinen und Hilfsorganisationen schwer.

Aus Clennen haben jetzt elf Feuerwehrleute ihre Sachen im neuen Gerätehaus eingeräumt. Bei den anderen beiden Ortswehren sieht es personalmäßig ähnlich aus. Für rund 40 Einsatzkräfte – und damit auch für Zuwachs – ist im neuen Gerätehaus Platz.

Als Termin für die feierliche Einweihung des mehr als eine Million Euro teuren Neubaus hat Bürgermeister Tobias Goth (CDU) nunmehr den 9. Oktober genannt. Dazu einladen will die Kommune Vertreter der Gesamtfeuerwehr Leisnig und der Nachbarwehren sowie am Bau Beteiligte wie Planer und Handwerker. Heißen wird die neue Abteilung dann wahrscheinlich Feuerwehr Bockelwitz, das liegt nahe.

Nun sollte die Jugend übernehmen

Wie lange es dann noch dauert, bis die Leitstelle in Grimma auch die Ortsfeuerwehr von Bockelwitz alarmiert, das ist noch ungewiss. Dafür müssen Pläne wie die Ausrückeordnung geändert und in die vorhandenen Computerprogramme eingepflegt werden. Das allerdings ist eher eine organisatorische Frage. Auf die Einsatzbereitschaft haben die Art der Alarmierung oder der Name der Ortswehr keine Auswirkungen. Wer Hilfe braucht, zu dem eilen die Feuerwehrleute genauso rasch wie bisher.

Auch das eine oder andere Ausstattungsdetail fehlt im Moment noch. Dazu gehört eine Ampel. Diese soll an der am Gerätehaus-Grundstück vorüberführenden Staatsstraße installiert werden. Sie soll Kraftfahrer darauf hinweisen, dass sich an dieser Stelle eine Feuerwehrausfahrt befindet und mit ausrückenden Einsatzfahrzeugen zu rechnen ist.

Platz für drei Einsatzfahrzeuge

Für insgesamt drei Fahrzeuge gibt es im neuen Depot Platz. Die Ortswehren bringen zum Teil ihre schon genutzte Technik mit. Überdies wird ein Tanklöschfahrzeug (TLF) aus Leisnig umgesetzt. Damit will die Gesamtwehrleitung der erwarteten Entwicklung Rechnung tragen: „Es werden mehr Einsätze auf die Kameraden zukommen“, sagt Gemeindewehrleiter Bernd Starke voraus.

Mit dem TLF sind die Bockelwitzer dann auch für den Fall gut ausgerüstet, dass sie als erste zu einem Haus- oder Wohnungsbrand kommen oder bei einem Brand auf der Autobahn benötigt werden. Das neue Gerätehaus befindet sich nur ein paar hundert Meter von der Anschlussstelle Leisnig der A14 entfernt.

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Damit alle Feuerwehrleute die Technik, auf die sie in Zukunft zurückgreifen, auch beherrschen, hat es schon in der Vergangenheit gemeinsame Dienste gegeben, sagt der stellvertretende Leisniger Feuerwehrchef René Gentzsch. Wer in der neu formierten Ortswehr in Bockelwitz künftig das Sagen hat und ob es noch 2021 oder erst zu den Hauptversammlungen im Frühjahr 2022 Neuwahlen gibt, das steht noch nicht fest. Günter Hornig jedenfalls wünscht sich, dass die Jugend die Leitung in die Hand nimmt. Das wäre dann genauso zukunftsorientiert wie der jetzt zu bewältigende Neuanfang in Bockelwitz, findet der Ortswehrleiter aus Clennen.

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