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Hartha: Elternbeiträge für Krippe steigen

Das wird noch nicht das Ende der Erhöhungen sein. Im nächsten Jahr kommen zusätzliche Kosten wegen Corona hinzu.

Für Krippenkinder, die in Hartha und den Ortsteilen betreut werden, zahlen Eltern ab Januar 30 Euro mehr Beitrag.
Für Krippenkinder, die in Hartha und den Ortsteilen betreut werden, zahlen Eltern ab Januar 30 Euro mehr Beitrag. © Lutz Weidler

Hartha. Von einer Entscheidung, die schmerzhaft sei, sprach Stadtrat Matthias Thiel (CDU). Immerhin müssen nach dem Beschluss des Stadtrates die Eltern von Krippenkindern ab dem 1. Januar 2021 30 Euro mehr, also insgesamt 243 Euro bezahlen. „Dafür erhalten die Kinder eine sehr gute fachliche Betreuung und haben guten räumliche Bedingungen“, sagte Thiel.

Auch Bürgermeister Ronald Kunze (parteilos) würde gern die Eltern finanziell weniger belasten. Nach der Anpassung der Elternbeiträge im Jahr 2019 entschieden sich die Räte, für das Jahr 2020 die Beiträge für die Eltern nicht zu erhöhen. „Dadurch haben die Erziehungsberechtigten, die ihre Kinder in der Krippe betreuen lassen, jeden Monat 22 Euro gespart. Die von Kindergarten- und Hortkindern einen Euro“, sagte der Bürgermeister.

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Stadtrat Eric Kühler (Die Linke) wollte wissen, warum im letzten Jahr nicht erhöht worden sei. „Wir wollten damals die Eltern nicht schon wieder belasten. Es war eine Entscheidung des Stadtrates“, so Kämmerin Barbara Müller. Auch diesmal komme die Stadt den Eltern entgegen. Die höheren Beiträge werden erst ab Januar und nicht sofort fällig.

Weniger Kinder für einen Erzieher

Berechnet wird der Anteil der Eltern aus den Betriebskosten, die in allen Kindereinrichtungen der Stadt anfallen. „Die Ausgaben für die Krippenkinder haben sich besonders erhöht, weil sich der Personalschlüssel geändert hat. Bis 2018 hat eine Erzieherin sechs Kinder betreut. Seit vergangenem Jahr sind es noch fünf Krippenkinder. Auch wegen der zusätzlichen Stunden für die Vor- und Nachbereitung wird der Personalaufwand höher. Hinzu kommen die tariflichen Lohnanpassungen für die Erzieherinnen“, erklärte Ronald Kunze.

Wahrscheinlich ist die Erhöhung nicht die letzte. „Wer trägt die zusätzlichen Kosten, die wegen der Umsetzung des Hygienekonzepts anfallen?“, wollte Stadtrat Wolfgang Fichtner (Freie Wähler) wissen.

„Der Freistaat hat die ausgefallenen Elternbeträge, während des Lockdowns von Mitte März bis Mitte April vollständig übernommen. Aber die Kosten, die wegen der Hygienemaßnahmen anfallen, werden nicht erstattet“, sagte Kämmerin Barbara Müller. Diese würden sich auf die Betriebskosten im nächsten Jahr niederschlagen. Und das seien nicht wenige. Denn die Desinfektionsmittel und die anderen Dinge, die notwendig sind und waren, seien nicht günstig gewesen.

„Die Auflagen sind in Ordnung. Es ist nur schade, dass keiner der Politiker sagt, wie wir die Kosten dafür stemmen sollen. Es wäre schön, wenn wir mehr Unterstützung vom Land und vom Bund bekommen würden“, so Matthias Thiel.

Soziale Abfederung gesichert

Für Alleinerziehende sowie Geschwisterkinder gibt es eine entsprechende Absenkung. So zahlen Eltern für das zweite Kind 40 Prozent und für das dritte Kind 80 Prozent weniger. Bei Alleinerziehenden sind es 50 Prozent für das zweite und 90 Prozent für das dritte Kind. „Oft erhalten Alleinerziehende oder sozial schwache Familien Unterstützung vom Landratsamt“, sagte Barbara Müller. Die soziale Abfederung sei gewährleistet. 

Wer ein Kind im Kindergartenalter hat, kann sich freuen. Denn in diesem Fall sinkt der Elternbeitrag um zwei Euro pro Monat auf 121 Euro. Für eine fünfstündige Hortbetreuung fallen für Eltern Kosten in Höhe von 65 Euro an. Bisher waren es 58 Euro. Für eine sechsstündige Betreuung hat sich der Elternbeitrag von 69 auf 77 Euro erhöht.

 Mit zwei Stimmenthaltungen wurde der Beschluss zu den Elternbeiträgen gefasst.

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