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Endspurt im Kamelienhof Roßwein

Nach Ostern ziehen die ersten Bewohner in die neue Seniorenresidenz. Die Belegung erfolgt schrittweise.

Einrichtungsleiterin Nicole Eichert (rechts) und Pflegedienstleiterin Silke Vogel stehen im Innenhof der neuen Seniorenresidenz. Dort sollen unter anderem Kamelien gepflanzt
Einrichtungsleiterin Nicole Eichert (rechts) und Pflegedienstleiterin Silke Vogel stehen im Innenhof der neuen Seniorenresidenz. Dort sollen unter anderem Kamelien gepflanzt © Lars Halbauer

Roßwein. Alles riecht neu im Kamelienhof am Baderberg. In den Zimmern stehen schon die Pflegebetten. Einige sind noch in Folie verpackt. Schränke, Nachttische und Sideboards sind in einigen Räumen bereits aufgebaut. Im Gemeinschaftsraum steht eine nagelneue Küchenzeile.

Der Endspurt in der neuen Seniorenresidenz am Roßweiner Baderberg hat begonnen. Nur noch wenige Tage sind es, bis die ersten Bewohner einziehen. Die Belegung des Heimes erfolgt schrittweise.

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„Wir starten am 6. April mit sechs Bewohnern“, sagt Einrichtungsleiterin Nicole Eichert. Seit 1. Februar ist sie beim Träger der Einrichtung, der Euro Plus-Seniorenbetreuung „Seniorenresidenz Roßwein“ GmbH, angestellt.

Bis die ersten Bewohner einziehen, gibt es noch viel zu tun. „Putzen, Dekorieren, Herrichten und einzelne Einrichtungsgegenstände aufbauen“, damit umschreibt Nicole Eichert kurz die Arbeiten, die noch zu erledigen sind. Aber auch die große Bauabnahme steht noch an. „Wir freuen uns sehr darauf, wenn nach Ostern dann endlich die Bewohner einziehen. Bis dahin soll alles fertig sein.“

Vier Wohnbereiche und sieben Wohngruppen

Insgesamt gibt es im Kamelienhof künftig vier Wohnbereiche im Erdgeschoss und in jeder der drei Etagen. Auf den Etagen wird nochmals in zwei Wohngruppen unterteilt. Für jede Wohngruppe steht ein Gemeinschafts- oder Speiseraum zur Verfügung.

Sechs Bewohner werden laut Pflegedienstleiterin Silke Vogel am 6. April auf der ersten Etage einziehen. Dann ist es geplant, schrittweise und entsprechend den vorliegenden Anfragen die Bewohnerzahl sukzessive zu erhöhen. „Unser Wunsch ist es, bis zum Jahresende die Vollbelegung von 130 Bewohnern zu erreichen, auf die die Seniorenresidenz ausgerichtet ist“, so Nicole Eichert.

Interessierte können sich ein Musterzimmer in der neuen Seniorenresidenz anschauen. Dazu ist aber eine Anmeldung notwendig. Die Zimmer sind 20 bis 25 Quadratmeter groß.
Interessierte können sich ein Musterzimmer in der neuen Seniorenresidenz anschauen. Dazu ist aber eine Anmeldung notwendig. Die Zimmer sind 20 bis 25 Quadratmeter groß. © Lars Halbauer

Insgesamt stehen 130 Einzelzimmer zur Verfügung. Ehepaare können sich für eines der elf Familienappartements entscheiden, das über einen eigenen kleinen Flur verfügt. „Es gibt aber auch dort zwei getrennte Zimmer. Auf Wunsch können sich die Bewohner aber ein Schlaf- und ein Wohnzimmer einrichten“, erklärt Nicole Eichert.

"Demenzgarten" im Innenhof

Im Wohnbereich 1 im Erdgeschoss sollen vor allem Bewohner mit Demenzerkrankungen betreut werden. Dort gibt es einen Zugang zu einem abgeschlossenen Gartenbereich mit einem kleinen, speziell auf die Bedürfnisse Demenzkranker zugeschnittenen Rundweg.

Für das sogenannte Startteam, das inklusive Einrichtungsleitung aus 20 Mitarbeitern besteht, stehen neben den Vorbereitungsarbeiten noch zahlreiche Schulungen auf dem Programm.

Bei Vollbelegung werden die Bewohner von einem Team von rund 90 Mitarbeitern rund um die Uhr versorgt. Dazu gehören neben Pflegefachkräften auch Mitarbeiter in der Betreuung, Verwaltung, im Service und in der Haustechnik.

Zufrieden ist die Einrichtungsleiterin mit dem stetigen Zustrom an Bewerbungen. „Pflegefachkräfte werden zwar immer gebraucht, aber wir sind für den Start gut aufgestellt“, ergänzt Pflegedienstleiterin Silke Vogel.

Ab September beginnt die Ausbildung

Offen sei die Residenzleitung auch für Quereinsteiger, die beispielsweise als Pflegeassistenten arbeiten möchten. „Gern nehmen wir ab Mai auch Praktikanten auf.“ Ab dann steht dafür eine ausgebildete Praxisanleiterin zur Verfügung. Im September dieses Jahres will die ESP Seniorenresidenz Roßwein GmbH auch selbst mit der Ausbildung von Pflegefachkräften beginnen.

Die Gänge sind hell und lichtdurchflutet. Auf jeder Etage befindet sich ein Balkon im Erdgeschoss eine Terrasse.
Die Gänge sind hell und lichtdurchflutet. Auf jeder Etage befindet sich ein Balkon im Erdgeschoss eine Terrasse. © Lars Halbauer

Die Einrichtungsleiterin bedauert, dass die Eröffnung nicht wie geplant begangen werden kann. „Wir hätten gerne das Haus geöffnet und den Roßweinern gezeigt. Wegen der Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie geht das nicht“, so Nicole Eichert. Deshalb wird die Einweihung nur in ganz kleinem Rahmen begangen.

Dazu ist es geplant, eine Kamelie im Außenbereich zu pflanzen. „Wir wollen gern ein offenes Haus sein“, so die Einrichtungsleiterin. So kann sie sich eine gute Zusammenarbeit mit der benachbarten Kindertagesstätte „Zwergenland“ vorstellen. Die Kinder hatten schon während des Richtfestes im Juni vergangenen Jahres den Bauleuten ein Ständchen gebracht. Aber auch Buchlesungen, Bilderausstellungen, Sommerfeste oder einen Weihnachtsmarkt hält sie für möglich, sobald es die Corona-Regelungen wieder erlauben.

Ganz begeistert ist Silke Vogel schon jetzt von den Vorbereitungen einer kleinen Schau in der Cafeteria mit Fotos und einer Chronik von Roßwein. Diese bereiten die Roßweiner Fotografen Jörg und Kay Hanisch vor, „und das sehr professionell“, sagt Silke Vogel.

Innerhalb von nur knapp eineinhalb Jahren hat der Investor, die Theed Projekt GmbH aus Chemnitz, seit November 2019 den Bau hochgezogen. Etwa 13 Millionen Euro investiert das Unternehmen in das Projekt. Im Juni vergangenen Jahres wurde das Richtfest gefeiert.

Früher stand auf dem Areal am Baderberg das sogenannte Kubanerwohnheim. In dem wohnten zu DDR-Zeiten kubanische Gastarbeiter, die im Schmiedewerk arbeiteten. Zuletzt wurde es immer mehr zu einem gefährlichen Abenteuerspielplatz.

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