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Ex-Döbelner startet in der Bundesliga

Benno Oehme hat einst für den Döbelner SV in der Regionalliga gespielt. Jetzt hat ihn ein Bundesligist verpflichtet.

Benno Oehme hat für Fulda-Maberzell schon zwei Bundesligaspiele bestritten. In der neuen Saison will er sich beim TTC OE Bad Homburg in der höchsten Spielklasse durchsetzen.
Benno Oehme hat für Fulda-Maberzell schon zwei Bundesligaspiele bestritten. In der neuen Saison will er sich beim TTC OE Bad Homburg in der höchsten Spielklasse durchsetzen. © Marco Steinbrenner

Döbeln/Fulda. Beim Auftaktturnier der „Düsseldorf Masters“ im Tischtennis hat Benno Oehme für Aufsehen gesorgt. Der 21-Jährige, der einst für den Döbelner SV in der Regionalliga spielte, schaffte bei diesem hochkarätigen Turnier den Einzug ins Halbfinale. Gegen den für Borussia Düsseldorf spielenden Schweden Anton Källberg war jedoch Endstation.

Dieser Erfolg war für Benno Oehme ein weiterer Schritt auf dem Weg in die Tischtennis-Bundesliga. Mit zehn Jahren fand Benno Oehme den Weg in die Tischtennishalle. „Mein Vater hat damals mit Freunden gespielt und ich habe es einfach mal versucht. Es hat mir Spaß gemacht und ich bin dabei geblieben“, erzählt er.

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Wechsel in die Regionalliga

Sein erster Verein war der BSC Freiberg, bei dem er einen rasanten Aufstieg nahm. In kürzester Zeit arbeitete er sich von der Bezirksklasse bis in die Sachsenliga hoch. Vier Jahre hielt er dem BSC die Treue, ehe er 2014 zum Döbelner SV wechselte. „Beim Döbelner SV bekam ich die Möglichkeit, in der Regionalliga zu spielen. Da habe ich natürlich nicht lange überlegt“, blickt Benno Oehme auf die damalige Zeit zurück.

Der Ausflug in die Regionalliga dauerte nur ein Jahr. Der Klassenerhalt lag für die Döbelner durchaus im Bereich des Möglichen. Doch aus vereinsinternen Gründen wurde die Mannschaft zurückgezogen. Das hatte zur Folge, dass fünf von sechs Spielern den Verein verließen.

Benno Oehme wechselte zum SV Dresden-Mitte, wo er in der Oberliga spielte. „Mein Ziel war es aber, höherklassig zu spielen“, sagt der Freiberger. So sei im Jahr 2018 die Anfrage aus Mühlhausen wie gerufen gekommen, wo er in der 3. Liga spielen konnte.

Ein Jahr später folgte Benno Oehme schließlich dem Ruf des TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell. Dort spielte er in der zweiten Mannschaft, jedoch sah der Verein in ihm großes Potenzial. Das kommt nicht von ungefähr. Der 21-Jährige gilt als eines der größten deutschen Talente im Tischtennis und ist Mitglied im Anschlusskader des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB).

Abitur am Tischtennis-Internat

Ein Hauptgrund für seine gute Entwicklung war der Wechsel auf das Tischtennis-Internat in Düsseldorf. Neben der schulischen Ausbildung hatte er dort ein professionelles Umfeld, um seine sportlichen Fähigkeiten zu verbessern. „Ich hatte im Internat die Möglichkeit, häufiger zu trainieren. Das hat mich sehr vorangebracht“, sagt Benno Oehme. Im vergangenen Jahr legte er sein Abitur mit der Note 2,6 ab und verließ das Internat.

Sein größter nationaler Erfolg war der dritte Platz im Einzel bei der Deutschen Jugendmeisterschaft 2018. International durfte er 2018 mit der Deutschen Jungennationalmannschaft den dritten Platz bei der Jugend Europameisterschaft feiern.

Nachdem er in Fulda in dieser Saison für die zweite Mannschaft in der 3. Bundesliga Nord bis zum Saisonabbruch spielte und in der ersten Mannschaft erst in den letzten zwei Spielen zu Einsätzen kam, entschloss sich der 21-jährige zu einem erneuten Wechsel. In der Saison 2021/22 wird Oehme bei seinem neuen Verein, dem TTC OE Bad Homburg, mehr Erfahrung in der Bundesliga sammeln dürfen.

Vorfreude auf neuen Verein

Der sportliche Leiter des TTC OE, Sven Rehde, äußert sich auf der Vereinshomepage wie folgt über den Neuzugang: „Als wir hörten, dass Benno auf dem Markt ist, mussten wir einfach handeln. Wir wollten die Mannschaft um deutsche Spieler erweitern, was uns gelungen ist. Mit Benno waren wir uns recht schnell einig und freuen uns auf ihn.“ Die Leistungen zuletzt hätten gezeigt, was in ihm steckt. „In Fulda durfte er schon Bundesliga-Erfahrungen sammeln und soll dies nun bei uns unter Beweis stellen“, so Rehde weiter.

„Bad Homburg ist ein sehr engagierter Verein, der viel möglich macht, um den Spielern bestmögliche Voraussetzungen zu geben“, sagt Benno Oehme über seinen neuen Verein.

An die Zeit des Lockdowns im vergangenen Jahr, als jeglicher Sportbetrieb ruhen musste, denkt Oehme mit zwiespältigen Gefühlen zurück. In einem Interview mit dem Internet-Portal Osthessen-News gab er einen Einblick in seine Gefühlswelt: „Es war auf jeden Fall schwierig, weil niemand wusste, wann es wieder weitergeht und wann die ersten Spiele wieder stattfinden. In der ein oder anderen Situation hat da auch die Motivation drunter gelitten. Ich konnte aber zuhause an meiner Platte trainieren und musste mich nebenbei auch noch auf meine Abiturprüfungen vorbereiten. Von daher hätte die Pause auch zu einem noch schlechteren Zeitpunkt kommen können.“

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