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Döbeln

Fahrerflucht kostet 1.000 Euro

Ein Auto ohne Licht veranlasst einen Mann, die Verfolgung aufzunehmen. Dabei baut er selbst einen Unfall.

Mit seinem Unfall verursacht der Angeklagte einen Schaden von 3.600 Euro.
Mit seinem Unfall verursacht der Angeklagte einen Schaden von 3.600 Euro. © André Braun

Striegistal. Der Vorfall, um den es bei dieser Verhandlung vor dem Amtsgericht Döbeln geht, liegt schon über eineinhalb Jahre zurück. Ein Mann aus der Gemeinde Striegistal soll sich unerlaubt von einem Unfallort entfernt haben.

Nach seiner Aussage kommt ihm auf der Heimfahrt ein anders Auto entgegen, welches trotz der Dunkelheit ohne Beleuchtung fährt. Er versucht, den Fahrer zu stellen, um ihn auf sein Fehlverhalten hinzuweisen. Doch dabei kommt er von der Straße ab und fährt in den Zaun eines Grundstücks. Ein Sachschaden von etwa 3.600 Euro entsteht. Die Pflicht des Fahrers wäre es nun gewesen, am Unfallort zu bleiben, bis die Polizei eintrifft. Doch das macht der Mann nicht, er fährt weg.

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Die Besitzerin des Grundstücks erstattet Anzeige. Die Polizei kann den Unfallverursacher ermitteln. Es folgt ein Strafbefehl, gegen den er in Einspruch geht. Deshalb wird der Fall vor dem Amtsgericht Döbeln verhandelt.

Späte Meldung bei der Polizei

Während der Verhandlung bringt der Angeklagte aus seiner Sicht triftige Gründe vor, warum er damals den Unfallort verlassen hat. Doch die lässt Richterin Ines Opitz nicht gelten. „Als Unfallbeteiligter sollte man immer vor Ort bleiben, so unangenehm das für einen persönlich auch sein mag“, sagt sie.

Auch wirft sie ihm vor, dass er sich erst am Vormittag des nächsten Tages bei der Polizei gemeldet hat. Doch auch dafür hat der Angeklagte eine Ausrede. Seine Partnerin habe ihm erst am nächsten Morgen, davon berichtet, dass die Polizei da gewesen sei.

Als Zeugen sind sowohl die Geschädigte als auch die Polizeibeamten, die den Unfall aufgenommen haben, geladen. Sie schildern den Vorfall aus ihrer Sicht.

Die Staatsanwaltschaft sieht die Vorwürfe, die gegen den Angeklagten erhoben wurden, als erwiesen an. Sie fordert eine Geldstrafe sowie den Entzug der Fahrerlaubnis. Doch diesem Antrag entspricht die Richterin nur zum Teil. Der Angeklagte muss eine Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu je 25 Euro zahlen.

Fahrerlaubnis nicht entzogen

Von einem Entzug der Fahrerlaubnis sieht die Richterin ab. „Der Unfall ist bereits vor 20 Monaten passiert. Seitdem hat sich der Angeklagte im Straßenverkehr nichts zuschulden kommen lassen“, begründet sie diese Entscheidung. Die Richterin gibt dem Mann aber mit auf den Weg, sich auch künftig tadelsfrei zu verhalten.

Wer sich vom Unfallort entfernt und den Unfall nicht gleich bei der Polizei meldet, begeht immer Fahrerflucht, heißt es zu diesem Thema auf der Internetseite des ADAC. Dabei spielt es keine Rolle, wie schwer der Schaden ist. Anders als viele Autofahrer glauben, reicht es nicht aus, einen Zettel mit der Telefonnummer zu hinterlassen.

Das gilt auch, wenn es sich scheinbar nur um einen Bagatellschaden handelt. Dieser Irrtum kann weitreichende Folgen haben. Die Strafen für Fahrerflucht reichen von Geldstrafen bis zu Punkten in Flensburg, Fahrverbot oder Gefängnisstrafen.

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