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In Ostrau geht die Post ab

Zwei Ostrauer Vereine laden zum Familienfest ein. Es wird gut besucht, denn gemeinsame Feiern haben vielen gefehlt.

Finlay (3) und Nils Finn (7) nehmen mit ihren Familien am Zielspritzen teil. Das ist eine Station, die der Ostrauer Feuerwehrverein aufgebaut hatte.
Finlay (3) und Nils Finn (7) nehmen mit ihren Familien am Zielspritzen teil. Das ist eine Station, die der Ostrauer Feuerwehrverein aufgebaut hatte. © Dietmar Thomas

Ostrau. Die Musik der Jahnataler Blasmusikanten ist schon von Weitem zu hören. Drei ältere Frauen folgen den Klängen bis zum Feuerwehrdepot. Sie wollen beim ersten Fest, das in Ostrau seit mehr als einem Jahr wieder möglich ist, dabei sein. „Das ist aber lange her, dass wir sowas gehört haben“, sagt eine Frau zu ihren beiden Begleiterinnen.

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Lange her – das ist auch der letzte Auftritt der Jahnataler Blasmusikanten. Die Bläser bitten gar um Verständnis für potenziell schief geratene Töne – der Ansatz habe nach einem halben Jahr Spielpause etwas gelitten. Das wird ihnen wohl niemand nachtragen.

Die Jahnataler Blasmusikanten unterhielten die Gäste beim Kinder- und Familienfest am Feuerwehrgerätehaus.
Die Jahnataler Blasmusikanten unterhielten die Gäste beim Kinder- und Familienfest am Feuerwehrgerätehaus. © Dietmar Thomas

Am Sonnabend heißt das Ziel: „Wir wollen wieder Leben ins Dorf zu bringen“, so Mario Thomas, Vorsitzender des Ostrauer Feuerwehrvereins. Eigentlich sollte das Fest schon am Kindertag sein. Doch das musste wegen Corona abgesagt werden. Jetzt ist wieder mehr möglich. Deshalb gab es die spontane Idee, das Kindertagsfest, das gemeinsam mit dem Ostrauer Kinderförderverein organisiert wird, im Juli nachzuholen, so Thomas.

Um das Gerätehaus herum sind eine Hüpfburg, ein Kinder-Karussell, Bierzelte und Sitzmöglichkeiten aufgebaut. Mehrere Einsatzfahrzeuge können angeschaut werden. Außerdem gibt es einen Eltern-Kind- Parcours. Es herrscht echte Dorffest-Atmosphäre.

Viele Gäste kommen zum Fest

Darek Skowronek, Jugendwart der Jugendfeuerwehr, betreut den Parcours. In Einsatzmontur muss das Zweier-Team, bestehend aus einem Elternteil und einem Kind, einen Feuerwehrschlauch legen, an einen Verteiler ankoppeln, und zuletzt eine Dosen-Pyramide mit der Kübelspritze abräumen.

Solche Dorffeste sind, so Skowronek, nicht nur für die Dorfgemeinschaft wichtig, sondern auch für die Feuerwehr. Hier könne man sich zum einen präsentieren, zum anderen werden auf Festen immer wieder neue Mitglieder gewonnen.

Normalerweise organisiert der Verein drei Feste pro Jahr. Nun konnte endlich das erste gefeiert werden. Die Ostrauer danken es den Organisatoren. „Es ist schön, endlich mal wieder die Gesellschaft zelebrieren zu können“, sagt Oliver Bunse. „Ein Stück Freiheit“, fügt der hinzu. Bunse ist vor erst vier Jahren mit seiner Familie nach Ostrau gezogen. Da seien Dorffeste besonders wichtig, um Kontakte zu knüpfen und den Zusammenhalt im Dorf zu stärken, so Bunse.

Das ist auch die Meinung von Sandra Pohle aus Kattnitz: „Für den Zusammenhalt seien Dorffeste unerlässlich. Nachdem es über Monate kaum möglich war, sich zu treffen, fühlt es sich zwar noch etwas ungewohnt an, unter so vielen Menschen zu sein. Nichtsdestotrotz: Die Freude und Erleichterung kann beim Fest fast mit den Händen gegriffen werden.

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