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Feldmäuse ziehen in Container

Die Kita in Grünlichtenberg bekommt einen Anbau. Der Zeitplan ist eng gestrickt.

Noch sieht alles etwas unaufgeräumt aus. Teamleiterin Michelle Bretschneider (von links), Bianca Naumann und Kerstin Fleischer haben alle Hände voll zu tun.
Noch sieht alles etwas unaufgeräumt aus. Teamleiterin Michelle Bretschneider (von links), Bianca Naumann und Kerstin Fleischer haben alle Hände voll zu tun. © Lutz Weidler

Grünlichtenberg. Mit aller Kraft zieht Stefan Nollau den Gurt fest, den er gemeinsam mit Marcus Roscher um die Spielzeughütte gespannt hat.

Dann gibt er Roscher ein Zeichen. Der sitzt derweil am Steuer des Radladers, mit dem er die Hütte „aufgegabelt“ hat, und hebt sie langsam an. Vorsichtig fährt er auf die Straße und bringt die Hütte zu ihrem neuen Bestimmungsort.

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Das Spielzeughaus gehört zur Kindertagesstätte „Feldmäuse“ in Grünlichtenberg. Schon die ganze Woche sind Teamleiterin Michelle Bretschneider und ihre Kolleginnen am Räumen und Packen. „Unterstützt werden wir von Eltern und Mitarbeitern des Bauhofes“, sagt Bretschneider.

Die gesamte Kita zieht in Container um, die knapp 100 Meter entfernt auf dem Parkplatz vor der Grundschule aufgebaut worden sind. Die Kita bekommt einen Anbau und wird auch sonst auf Vordermann gebracht.

Erweiterung auf 44 Plätze

Bis zum 30. Juni 2022 sollen die Arbeiten für den Erweiterungsbau der Kita abgeschlossen sein. „Der Zeitplan ist eng. Wir hoffen, dass es keine Verzögerungen gibt“, sagt Kriebsteins Bürgermeisterin Maria Euchler (Freie Wähler).

Derzeit sind 38 Kinder in der Einrichtung untergebracht. Nach dem Umbau sollen es 44 sein. „Im Prinzip hangeln wir uns seit Jahren ständig von Ausnahmegenehmigung zu Ausnahmegenehmigung. Unser Ziel ist es, den Kindergarten endlich auf zukunftsträchtige Beine zu stellen.“ Denn der Bedarf sei auf jeden Fall vorhanden, so die Bürgermeisterin, die auch selbst beim Umräumen mit anpackt.

Die Ausnahmegenehmigungen werden laut Maria Euchler nur erteilt, solange sichtbar ist, dass sich die Gemeinde um eine Verbesserung bemüht. Die Gemeinde hat deshalb die Chance genutzt und Geld nach der Förderrichtlinie Kinderbetreuungsfinanzierung Bund (FöriKiB) beantragt.

Damit ist eine 90-prozentige Bezuschussung möglich und die Gemeinde muss noch einen Eigenanteil in Höhe von zehn Prozent aufbringen. Insgesamt soll der An- und Umbau den Planungen zufolge knapp 1,2 Millionen Euro kosten. Darin enthalten sind auch die Kosten für den Ausweich in die Container.

Erzieherinnen bekommen Pausenraum

Mit dem Erweiterungsbau, der nach den Planungen in den derzeit T-förmigen Trakt eingegliedert wird, soll nicht nur die Erweiterung um sechs Krippenplätze realisiert werden. „Die Küche ist sehr klein und nur über ein Durchgangszimmer erreichbar. Sie soll größer gebaut werden und besser für alle erreichbar sein“, sagt die Bürgermeisterin.

Ein Kritikpunkt sei immer wieder, dass es eine Toilette zu wenig gibt. Die Töpfchen stehen derzeit im Schlafraum der Krippenkinder, was nicht erlaubt ist. Ein Wickeltisch steht ebenfalls im Schlafraum, was laut Maria Euchler nicht den Anforderungen entspricht, weil direkt daneben ein Waschbecken angebracht ist. Überdies steht für die Erzieherinnen kein Pausenraum zur Verfügung. Ein Zimmer für Elterngespräche fehlt ebenfalls.

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Auch wenn der Umzug Einschränkungen mit sich bringt, finden die Kinder und ihre Erzieherinnen gute Bedingungen vor. „Die Räume in dem Containerbau sind groß und freundlich“, sagt Leiterin Michelle Bretschneider. Bis spätestens Sonntag soll alles an Ort und Stelle sein, denn ab Montag, 9. August, läuft der Betrieb im Übergangsdomizil. (DA/mit br)

Marcus Roscher hat die Spielzeughütte auf seinen Radlader geladen. Eingewiesen von Stefan Nollau (nicht im Bild) und Tochter Marie bringt er die Hütte zum neuen Bestimmungsort.
Marcus Roscher hat die Spielzeughütte auf seinen Radlader geladen. Eingewiesen von Stefan Nollau (nicht im Bild) und Tochter Marie bringt er die Hütte zum neuen Bestimmungsort. © Lutz Weidler

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