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Kräuterkunde für Junge Naturwächter

Kinder erweitern im Töpelwinkel ihre Artenkenntnisse. Dafür stehen ihnen Fachleute zur Seite.

Kräuterfachfrau Cornelia Römer aus Chemnitz erklärt den Jungen Naturwächtern im Natur- und Freizeitzentrum, welche Kräuter es gibt und wie sie verwendet werden.
Kräuterfachfrau Cornelia Römer aus Chemnitz erklärt den Jungen Naturwächtern im Natur- und Freizeitzentrum, welche Kräuter es gibt und wie sie verwendet werden. © Dietmar Thomas

Döbeln. Jetzt haben die beiden Eidechsen, die in der Kräuterschnecke des Natur- und Freizeitzentrums Töpelwinkel leben, einen Namen. Die Jungen Naturwächter haben sie Hildegard und Günther getauft.

Die Mädchen und Jungen beteiligten sich unter Leitung von Vereinschefin Carin Lau am ersten sachsenweiten Tag der Jungen Naturwächter. Da sich zurzeit etwa 50 Kinder zum Naturwächter ausbilden lassen oder an den Aufbaulehrgängen teilnehmen, hat sich die Carin Lau entschieden, diesen Tag an drei Sonnabend anzubieten. Wegen Corona wolle sie, dass sich nicht zu viele Kinder auf einmal treffen.

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„Zum sachsenweiten Aktionstag geht um Artenvielfalt und Artenkenntnis. Deshalb haben wir unter anderem Wildkräuter gesammelt und für die Zubereitung einer Kräuterkruste für unseren Blumenkohlauflauf verwendet“, so die Leiterin des Natur- und Freizeitzentrums.

Ökologische Trinkhalme aus Giersch

Überrascht sei auch sie gewesen, dass die Stängel vom Giersch als Trinkstäbchen verwendet werden können. Für die Herstellung von Limonade wurden die Blüten verwendet. Außerdem wurde ein „Leckerchen“ aus Gundermannblättern hergestellt. Diese wurden gesammelt, getrocknet und mit Schokolade überzogen. „Die so entstandene Leckerei schmeckt wie After Eight“, so Carin Lau.

Sie betont, dass es keine Unkräuter gibt und jede Pflanze ihren Platz in der Natur und für den Menschen hat. Wie vielfältig die Kräuter eingesetzt werden können, erfuhren die Kinder von Fachfrau Cornelia Römer.

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Mit dem Naturschutzbeauftragten Rolf Müller waren die Mädchen und Jungen unterwegs, um Insektenarten zu bestimmen. „Uns ist aufgefallen, dass es in diesem Jahr sehr wenig Schmetterlinge gibt. Im vergangenen Jahr haben wir 14 Arten gezählt. In diesem waren es nur zwei“, so Carin Lau. Der Naturschutzbeauftragte erklärt das mit der Trockenheit im vergangenen Jahr.

Neuer Grundkurs beginnt im September

Der Aktionstag der Jungen Naturwächter soll unter anderem auch dazu dienen, dass sich noch mehr Kinder für dieses Ehrenamt begeistern. „Im September beginnt wieder ein Grundlehrgang. Kinder ab acht Jahre sind dazu willkommen. Ein paar Plätze sind noch frei“, sagte Carin Lau.

Nach diesem Kurs gibt es einen Aufbaukurs und anschließend die Praxisbausteine Kräuter & Co, sowie Expedition Umfeld. Dabei geht es vor allem um Geflügeltes. „Die Naturwächter haben in der vergangenen Woche bei einem Reviergang mit einem Jäger schon viele Tierarten auf dem Land und in der Luft entdeckt“, so Lau. Es gebe eine Tabelle, in der alles Gesichtete eingetragen und die dann der Landesstiftung Natur und Umwelt zur Verfügung gestellt wird

.Es gibt auch Pläne, wie Junge Naturwächter nach der bestandenen Prüfung weiterentwickelt werden können. „Künftig soll es Artenspezialisten-Camps geben. Wir haben hier viele Biber und Fischotter. Deshalb wird der Schwerpunkt des Natur- und Freizeitzentrums bei diesen Tierarten liegen“, sagte Carin Lau.

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