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Freibäder in der Region Döbeln schließen

Sowohl die Corona-Pandemie als auch der verregnete Sommer haben den Betreibern Probleme bereitet. Nun startet die Hallenbad-Saison.

Im Familienbad Gebersbach ist bereits seit dem Wochenende Schluss für diese Saison. Döbeln folgt am Mittwoch, Geringswalde am kommenden Montag.
Im Familienbad Gebersbach ist bereits seit dem Wochenende Schluss für diese Saison. Döbeln folgt am Mittwoch, Geringswalde am kommenden Montag. © Archiv/Dietmar Thomas

Döbeln. Grauer Himmel, nur vereinzelt ließ sich die Sonne blicken und ebenso selten wollte das Thermometer über die 25 Grad-Marke klettern. „Der Sommer war in diesem Jahr sehr durchwachsen“, beschreibt es Lutz Iwan vom WelWel Döbeln diplomatisch. Das Sport- und Freizeitzentrum ist auch Betreiber des Gebersbacher Freibades.

Was für die Natur nach Jahren der Hitze und Trockenheit eine willkommene Abwechslung war, stellte die Freibäder in der Region Döbeln vor einige Herausforderungen. Mit dem ständigen Regen blieben die Besucher aus, was schließlich zu weniger Einnahmen führte. Nach Wochen des Hoffens auf bessere Tage ist nun das Ende der Saison gekommen. Die Freibäder schließen für dieses Jahr.

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"Gewünscht haben wir uns mehr Leute"

Im Familienbad Gebersbach sind die Pforten bereits geschlossen. Am Wochenende hatten Badefreunde das letzte Mal die Chance, einen Sprung ins kühle Nass zu wagen. „Das Wetter spielt einfach nicht mit. Die Chance, dass bei 17 Grad Wassertemperatur noch Gäste kommen, ist einfach zu gering“, sagte Lutz Iwan.

Das Freibad in Döbeln bleibt ab dem heutigen Mittwoch zu, Geringswalde und Roßwein folgen ab Montag. Lediglich in Leisnig steht ein offizielles Ende der Saison noch aus. Aus dem Rathaus erfuhr Saechsische.de, dass derzeit noch beraten werde, ob das Schulschwimmen im Freibad durchgeführt werden kann. Abhängig sei auch dies von der Wetterlage.

„Das Wetter entscheidet immer darüber, wie eine Saison läuft“, so Jens Göhler vom Freibad Wolfstal in Roßwein. Auch er habe die Saison nicht mit einem guten Ergebnis abschließen können. „Gewünscht haben wir uns natürlich mehr Leute, aber auf das Wetter haben wir eben keinen Einfluss“, schloss sich Simone Jentzsch vom Döbelner Stadtbad an..

Besucher durch Corona verunsichert?

Doch nicht nur der ständige Regen, auch die Corona-Pandemie wirkte sich Simone Jentzsch und Lutz Iwan zufolge auf die Besucherzahlen aus. „Wirklich erklären konnten wir uns das nicht, denn es gab ja keine Einschränkungen“, so Jentzsch.

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Lutz Iwan zufolge sei das verhaltene Besucheraufkommen der Verunsicherung durch die Maßnahmen geschuldet gewesen. „Bis zuletzt fragten uns Gäste, ob sie nun einen Negativnachweis vorlegen müssen oder nicht.“ Auch Lutz Porsche, Schwimmmeister im Freibad Geringswalde, berichtete von verunsicherten Gästen.

Jens Göhler konnte die Beobachtungen der anderen Freibad-Betreiber jedoch nicht bestätigen. Die Leute hätten sich gefreut, wieder ins Wasser zu können. Gerade zum Start der Saison seien die Besucherzahlen noch gut gewesen. „Und zu diesem Zeitpunkt hatten wir noch die Kontakt-Nachverfolgung, aber auch daran haben sich unsere Gäste gut gehalten.“

Nur die Hälfte der Einnahmen als üblich

Die kühlen Monate Juli und August hätten es jedoch schwierig gemacht. Etwa 8.500 Gäste habe das Freibad Wolfstal in diesem Sommer verzeichnen können. Laut Jens Göhler würden etwa 25 bis 30 Prozent fehlen, um das jährliche Einnahmeziel zu erreichen. „Noch schlechter war zuletzt nur die Saison 2017 verlaufen, als wir 7.500 Besucher und noch weniger Einnahmen hatten.“

Im Freibad Döbeln seien in diesem Jahr knapp 14.000 Menschen im Becken gewesen, sagte Simone Jentzsch. „Zum Vergleich: 2018 waren es 42.000. Durchschnittlich gehen wir jedoch von etwa 23.000 Gästen aus.“

Lutz Iwan zufolge würden die Einnahmen im Familienbad Gebersbach in diesem Jahr etwa die Hälfte dessen betragen, was in einem normalen Sommer erwirtschaftet würde. Im Freibad Geringswalde seien es mit Stand 30. August etwa 2.600 Besucher weniger als im Vorjahr gewesen, sagt Schwimmmeister Lutz Porsche.

Hallenbad Döbeln öffnet ab Mittwoch

„Für uns ist das besonders bitter“, erklärte Lutz Iwan. „Denn auch das WelWel war im Grunde seit eineinhalb Jahren geschlossen. Dadurch hatten wir keinen wirklichen Puffer.“

Lediglich beim Personal habe das Familienbad ein wenig sparen können. Waren nur wenige Gäste da, musste der Imbiss auch mal geschlossen bleiben. Die Betriebskosten seien hingegen auch in einem so verregneten Sommer gleich geblieben. „Wir können die Technik zwar runterfahren, aber wir können sie nicht komplett abschalten. Das funktioniert nicht.“

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Die Bad-Betreiber hoffen nun auf einen besseren Sommer im kommenden Jahr. „Wir drücken die Daumen, dass das Wetter dann wieder mitspielt und die Leute das Wasser wieder so genießen können, wie sie es gewohnt sind“, sagte Simone Jentzsch.

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Zusammen mit dem Ende der Freibad-Saison in Döbeln öffnet dort auch wieder das Hallenbad. Badefreunde können dort täglich ihre Bahnen schwimmen, auch das neue Kinderbecken werde Jentzsch zufolge verfügbar sein. Die Sauna soll wie gehabt geöffnet bleiben.

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