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Gallschütz: Ein Lichterbogen aus der Gardinenstange

Jedes Jahr gibt es etwas Neues in der Weihnachtswelt rund ums Haus von Familie Kroschke in Gallschütz zu entdecken. Was ist es in diesem Jahr?

Von Sylvia Jentzsch
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Dieter Kroschke schmückt schon seit DDR-Zeiten das Haus der Familie in Gallschütz. Jedes Jahr lässt er sich etwas Neues einfallen.
Dieter Kroschke schmückt schon seit DDR-Zeiten das Haus der Familie in Gallschütz. Jedes Jahr lässt er sich etwas Neues einfallen. © Lars Halbauer

Gallschütz. Der Gallschützer Dieter Kroschke sorgt mit seinem Lichterhaus in der Weihnachtszeit immer wieder für Aufsehen. Jedes Jahr verändert er etwas. Es gibt immer etwas Neues zu entdecken.

So ist es auch in diesem Jahr. Für alle sichtbar, steht nun eine Schneemannfamilie auf der Wiese vor dem Haus. Zwölf Schneemänner in verschiedenen Größen, hergestellt aus Holzscheiben und nett angemalt, stehen dort und warten auf Schnee. Den ersten haben sie bereits in dieser Woche gesehen. Doch Dieter Kroschke hofft auf mehr.

Und ohne Lichter geht es bei den 67-jährigen Feuerwehrmann sowieso nicht. Also reihen sich um die Schneemannfamilie auch jede Menge Lichter. Mehr als 10.000 LEDs hat Dieter Kroschke in diesem Jahr verbaut. Es werden immer etwas mehr. Trotz der energiesparenden LED-Leuchten zahlt er etwa 100 Euro Stromkosten mehr im Monat als sonst. Doch das mache er gern – zur Freude der Familie und auch der vielen Leute, die jedes Jahr kommen, um sein Lichterhaus zu sehen.

Das Land der Schneemannfamilie ist neu in der Gallschützer Weihnachtswelt.
Das Land der Schneemannfamilie ist neu in der Gallschützer Weihnachtswelt. © Lars Halbauer
Einige Schneemänner dürfen sogar mit dem beleuchteten Holzzug fahren.
Einige Schneemänner dürfen sogar mit dem beleuchteten Holzzug fahren. © Lars Halbauer
Den Schwibbogen hat der Gallschützer vor sieben Jahren zum Geburtstag von seiner Frau bekommen.
Den Schwibbogen hat der Gallschützer vor sieben Jahren zum Geburtstag von seiner Frau bekommen. © Lars Halbauer
Die garteneisenbahn dreht ihre Runden in der Weihnachtswelt von Familie Kroschke.
Die garteneisenbahn dreht ihre Runden in der Weihnachtswelt von Familie Kroschke. © Lars Halbauer
Mehr als 10.000 Lichter schmücken das Haus und das Gelände von Familie Kroschke.
Mehr als 10.000 Lichter schmücken das Haus und das Gelände von Familie Kroschke. © Lars Halbauer
Dieter Kroschke und sein selbst gebauter Lichterbogen aus einer Gardinenstange.
Dieter Kroschke und sein selbst gebauter Lichterbogen aus einer Gardinenstange. © Lars Halbauer

Der besondere Schibbogen

Schließlich gibt es jede Menge zu entdecken. Dazu gehört auf der Wiese vor dem Haus nicht nur die Schneemannfamilie. Eine Garteneisenbahn zieht ihre Kreise. Das Areal ist von Lichtern in Form von Tannenbäumen und Schneekugeln umgeben.

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„Auf den gusseisernen Schwibbogen bin ich besonders stolz. Den habe ich zum 60. Geburtstag von meiner Frau bekommen“, so Dieter Kroschke.

Der Schwibbogen ist 1,60 Meter breit und 80 Zentimeter hoch. „Meine Frau steht hinter mir, wenn es um den Weihnachtsschmuck im und am Haus geht. Dabei sind die Arbeitsbereiche strikt geteilt. Ich schmücke außen und sie innen“, sagte Kroschke.

Ab Oktober wird geschmückt

Mitte Oktober beginnt er mir dem Verlegen der Lichterketten. Immerhin sind es fast 800 Meter Kabel. Manches bleibt aber auch das ganze Jahr über liegen. So die Lichterketten auf dem Dachfirst und die Leuchten, die ganz oben in den Bäumen hängen. „Trotzdem gibt es noch jede Menge zu tun“, so der Gallschützer, der seinen Ruhestand genießt. Nun habe er auch mehr Zeit, um seine Einfälle umzusetzen.

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So hatte seine Tochter eine halbrunde Gardinenstange übrig – zu schade, um sie wegzuschmeißen, sagte Dieter Kroschke. Kurzerhand machte er daraus mit viel Einfallsreichtum einen Lichterbogen, der hinter dem Haus steht. Die Gardinenstange hat er gestrichen und mit einer Lichterkette versehen. Die weißen Bäume sind aus Presspappe. Und mit ein paar Lichtern versehen, sieht alles aus wie eine Winterwunderlandschaft.

Das Ensemble hinter dem Haus ergänzen die beleuchtete Pergola und ein gelber Stern. Das ist aber nicht der einzige Hingucker hinterm Haus.

Die Skyline der Gartenwelt

Damit Familie Kroschke auch etwas von ihrem Lichtermeer hat, wenn es gemütlich in der Stube sitzt, ist auch die gegenüberliegende Mauer mit Lichtern geschmückt. Auch eine Art Skyline gibt es zu bewundern. Lichter schmücken den Schuppen und das Gewächshaus.

Eine Änderung hat Kroschke auch bei den Kopplungen für die Leitungen vorgenommen. „Die habe ich früher in Folie gepackt. Doch das war nicht so gut. Jetzt schütze ich die Kupplungen durch Abdecken“, so Kroschke.

Der ehemalige Chef der Ortsfeuerwehr hat die Zeiten, in denen die Lichter leuchten, programmiert. Sie gehen täglich zwischen 6.30 und 7.45 Uhr an. „In dieser Zeit fährt der Schulbus. Außerdem sind da die meisten Leute zum Bäcker unterwegs. Alle können sich am Lichterschmuck erfreuen“, sagte der Gallschützer. Außerdem wird das Haus am Abend von 16.30 bis 21 Uhr erleuchtet. „Weihnachten könnte es durchaus etwas länger sein, aber sonst ist diese Zeit ausreichend“, meint der Gallschützer.

Weihnachtswunderland soll Freude verbreiten

„Alles hat einmal mit einem Baum, den wir im Garten beleuchtet haben, angefangen“, so Dieter Kroschke. „Das war 1977 und zu DDR-Zeiten schon wirklich etwas ganz Besonderes“, ergänzt er.

So richtig loslegen in Sachen Lichterschmuck zum Weihnachtsfest konnte er erst nach der Wende. „Da gab es ein umfangreiches Angebot und so kamen ein Rentier, der Schlitten mit dem Weihnachtsmann und jedes Jahr neue Lichtschläuche dazu.

Begeistert spricht Dieter Kroschke von den neuen LED-Lampen. Er kauft alles, was mit der Beleuchtung zusammenhängt. „Bei mir wird nichts selbst gebastelt“, so der Gallschützer. Er und seine Frau freuen sich, über die Zaungäste, die das Weihnachtswunderland bewundern und ins Staunen kommen.

„Gerade jetzt, wo es keine Weihnachtsmärkte gibt und vieles ausfallen muss, ist das Lichterhaus in Gallschütz noch ein Ort, an dem es so richtig weihnachtlich ist. Das mache ich für meine Familie, die Gallschützer und auch für die Gäste“, sagte Kroscke.