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Harthas grüne Oase mit Blick zum Fichtelberg

Udo Fankhänel ist der neue Vorsitzende der Gartengruppe „An der Sternwarte“ in Hartha. Seine erste Bewährungsprobe ist jetzt das Gartenfest „45+2“.

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Udo Fankhänel ist der neue Vorsitzende der Gartengruppe „An der Sternwarte“. Er hofft, dass sich wieder mehr Leute für einen garten interessieren. Denn einige der früher beliebten Parzellen stehen schon länger leer. Dabei hat die Gartengruppe eini
Udo Fankhänel ist der neue Vorsitzende der Gartengruppe „An der Sternwarte“. Er hofft, dass sich wieder mehr Leute für einen garten interessieren. Denn einige der früher beliebten Parzellen stehen schon länger leer. Dabei hat die Gartengruppe eini © Dietmar Thomas

Hartha. Ein ehemaliger Harthaer ist zurück in seiner alten Heimat – zumindest haben er und seine Frau seit vergangenem Jahr ihren Garten in der Gartengruppe „An der Sternwarte“. Udo Fankhänel, bekannt als Discjockey und Moderator, ist nun nicht nur Kleingärtner, sondern hat auch die Funktion des Vorsitzenden des Gartenvereins übernommen.

Die Mitglieder haben ihn in dieses Amt gewählt. Fankhänel übernimmt diese Aufgabe von Johann Kaszpari, der seit 1991 Vereinsvorsitzender war und nun aus gesundheitlichen Gründen kürzer treten will. Unterstützung bekommt er vom langjährigen Stellvertreter Lutz Werner.

Neue Mitstreiter aus gutem Grund gesucht

Immerhin gehören zur Gartengruppe „An der Sternwarte“ 117 Gärten. Etwa 15 stehen zurzeit leer. „Diese werden teilweise von den Gartennachbarn gepflegt oder wenn wir Arbeitseinsätze haben. „Schöner wäre es, wenn wir neue Mitglieder gewinnen könnten“, so Fankhänel. Denn er schaut nicht nur auf den derzeitigen Leerstand.

„Unser Altersdurchschnitt liegt weit über 60 Jahren. Irgendwann muss der eine oder andere den Garten abgeben. Da wäre es schon schön, wenn sich jüngere Leute und Familien für einen Garten interessieren.“

Allerdings sollte auch der Wille da sein, das Grundstück zu pflegen. „Auch da hatten wir schon einige Fälle, die das nicht so ernst genommen und lieber gefeiert haben. Diese Leute waren dann allerdings nur kurze Zeit da“, sagte der Vereinsvorsitzende.

Samstags ist Arbeitseinsatz

Verlass sei auf die vielen fleißigen älteren Gärtner. Immerhin müssen auf dem Areal der Gartengruppe 30.000 Quadratmeter Grünfläche gepflegt werden. „Das ist nicht ganz ohne, auch wenn uns ein Rasentraktor dafür zur Verfügung steht. Das Mähen übernehmen zwei ältere Herrschaften. Darüber bin ich sehr froh“, sagte Udo Fankhänel.

Und weil auch sonst in der Gartengruppe vieles in Ordnung zu halten ist, gibt es in der Saison von April bis Oktober mit dem Sonnabend einen festen Termin für Arbeitseinsätze. Die sind in der Zeit zwischen 8 und 12 Uhr. „Oft sind aber immer die gleichen Leute da“, so der Vereinschef.

Erste Gärten auf einem Feld

Die ersten Gärten an der Sternwarte wurden 1975 auf einem Feld angelegt. Grund dafür war, dass das Neubaugebiet Hartha-Nord entstand. Eine Gartengruppe, die auf diesem Areal ihr Domizil hatte, musste den Neubauten weichen, ein anderer Standort gefunden werden.

So sieht die Kleingartenanlage "An der Sternwarte" in Hartha aus der Vogelperspektive aus.
So sieht die Kleingartenanlage "An der Sternwarte" in Hartha aus der Vogelperspektive aus. © Dietmar Thomas

Schlecht haben es die Kleingärtner nicht getroffen. Ihre Parzellen liegen am Südhang mit Blick auf die Stadt und das Erzgebirge. Der Mittelgang der Gartengruppe liegt in einer Höhe von 302 Metern.

Bis 1994 entstanden 115 Parzellen. Gebaut wurde in Abschnitten. Die Gärten am „Ameisenhügel“, so wurde die Gartensparte genannt, weil die Leute hier gewühlt haben wie die Ameisen, waren bis vor Jahren noch sehr begehrt.

Tolle Gemeinschaft und toller Ausblick

Doch das Interesse hat nachgelassen. Nun will Fankhänel neue Wege gehen, um für die Gärten zu werben. Er setzt neben Mundpropaganda auch auf Hinweise im Harthaer Stadtanzeiger. „Schließlich haben wir einiges zu bieten.

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Neben schönen Gärten sind das eine gute Gemeinschaft, viel Ruhe und vom Garten aus ein Blick bis zur Augustusburg und dem Fichtelberg“, so der Vereinsvorsitzende. Die Gärten sind etwa 300 Quadratmeter groß und dienen vor allem der Erholung.

„Wir würden auch am Anfang helfen, den Garten in Ordnung zu bringen und stehen mit Rat und Tat zur Seite.“ Das sei auch typisch für die Gemeinschaft an der Sternwarte. Sie soll beim bevorstehenden Fest noch mehr gestärkt werden.

Erstes Gartenfest nach Corona

Am Wochenende 13./14. August soll endlich das 45-jährige Bestehen der Gartengruppe gefeiert werden. Das geplante Fest musste vor zwei Jahren wegen Corona ausfallen. „Wir machen da eben 45+2“ daraus“, sagte Udo Fankhänel.

Los geht es am Sonnabend, 13. August, um 15 Uhr mit einem Treffen der Gartenfreunde bei Kaffee und Kuchen. Ein kleines Programm zur Unterhaltung ist auch geplant. Am Abend wird eine Diskothek die Gäste musikalisch unterhalten. An einer Feuerschale kann Knüppelkuchen gebacken werden. Der Sonntag (14. August) beginnt dann traditionell mit einem Frühschoppen.

  • Veranstaltungstipp: Gartenfest der Sparte „An der Sternwarte“ in Hartha am Samstag, 13. August, ab 15 Uhr, und am Sonntag, 14. August, ab 10 Uhr.