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Hoffnungsschimmer für Rauschenthaler Weg

Seit Mai vergangenen Jahres ist der beliebte Rad- und Wanderweg in Waldheim gesperrt. Jetzt deutet sich zumindest eine Lösung an.

Von Elke Braun
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Die Gespräche zwischen Waldbesitzer und Stadtverwaltung wegen der Sperrung des Rauschenthaler Weges dauern an. Aber es gibt Hoffnung.
Die Gespräche zwischen Waldbesitzer und Stadtverwaltung wegen der Sperrung des Rauschenthaler Weges dauern an. Aber es gibt Hoffnung. © Elke Braun

Waldheim. Der Verbindungsweg von der Mittweidaer Straße in Richtung Kriebethal ist bei den Waldheimern sehr beliebt. Derzeit lädt das Wetter zwar nicht gerade zum Wandern ein. Trotzdem beschäftigt viele Waldheimer die Frage, ob der Rauschenthaler Weg bald wieder nutzbar ist.

Ende Mai 2021 war der Weg gesperrt worden, weil die Gefahr bestand, dass Bäume entlang des Wanderweges umstürzen und im schlimmsten Fall Fußgänger oder Radfahrer verletzen könnten. Deshalb musste die Stadtverwaltung die Reißleine ziehen.

Seitdem streiten sich Verwaltung und der Eigentümer des angrenzenden Waldstückes ums Geld. Knackpunkt ist, dass die rund 250 betroffenen Fichten am Hang auf der rechten Seite des Weges in Richtung Kriebethal stehen. Übliche Forstwirtschaftsfahrzeuge wie beispielsweise ein Harvester können Waldarbeiter dort nicht einsetzen. Viele Arbeiten müssten manuell erledigt werden. Dadurch wird die Beseitigung der schadhaften Bäume entsprechend teuer (Sächsische.de berichtete).

Termin steht noch nicht fest

Wie Bauamtsleiter Dirk Erler auf Anfrage mitteilte, gebe der Verlauf der Gespräche, die die Verwaltung mit dem Eigentümer führt, inzwischen Anlass zur Hoffnung. „Wir sprechen schon über Zahlen, auf deren Basis wir uns annähern könnten. Das ist ein gutes Zeichen“, so der Leiter des Fachbereichs Ordnung und Bauverwaltung.

Auf einen Termin, wann der Weg wieder frei gegeben werden könnte, will er sich allerdings noch nicht festlegen. Sowohl die Stadtverwaltung als auch der Eigentümer haben aber großes Interesse daran, dass der Weg bald wieder nutzbar ist.

Verfahren läuft weiter

Solange noch keine Einigung zwischen Kommune und Eigentümer im rechtlichen Sinne erfolgt ist, läuft im Hintergrund weiterhin das förmliche Verfahren, erklärte Erler. Grund dafür, dass dieses durch die Stadt eingeleitet werden musste, war, dass der Waldeigentümer sich anfangs nicht oder nur in geringem Maß an den Kosten für die Beseitigung der schadhaften Fichten beteiligen wollte.

„Der Weg ist öffentlich gewidmet“, so Dirk Erler. Allerdings räumt er ein, dass es beim Verlauf einige Ungereimtheiten gegeben habe. Aktuelle Vermessungen legen nahe, dass der Weg tatsächlich nicht auf einem, sondern auf verschiedenen Grundstücken entlangführt. In einer alten Flurstückskarte ist der Weg sogar so nahe am Zschopauufer eingetragen, dass Wanderer bei einem hohen Wasserstand dort vermutlich nasse Füße bekommen würden. In Wirklichkeit ist das aber gar nicht so.

Abweichende Darstellung

„Der Weg kann dort auch nicht ,wandern‘, wie es im Fachjargon heißt“, so Erler. Das sei manchmal möglich, wenn beispielsweise die Nutzer häufig eine Abkürzung wählen. „Das geht ja aber beim Rauschenthaler Weg nicht, weil sich auf der einen Seite die Zschopau und auf der anderen der Hang befindet“, so der Fachbereichsleiter.

Erler vermutet, dass die abweichende Darstellung mit GPS-Messungen zusammenhängt. Diese Technik sei um 1990, als der Weg vermessen wurde, üblicherweise eingesetzt worden. „Teilweise gibt es da bei anderen Vermessungen Abweichungen von bis zu zehn Metern“, so Erler.

Formell sind deshalb jetzt fünf Flurstücke der Gemarkung Heiligenborn dem Bestandsverzeichnis der Stadt Waldheim hinzugefügt worden. „Wir haben sie sozusagen unter den Weg geschoben“, erklärt es Dirk Erler bildlich. Andere Flurstücke wurden entfernt, da sie entweder nicht mehr vorhanden oder deren Anfang- und Endpunkte in anderen Ortsstraßen enthalten sind.