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Knapp 1.200 Wanderer beim Sachsen-Dreier

Die Resonanz ist im Vergleich zu 2020 gestiegen. Doch es hätten können noch mehr Teilnehmer sein.

Bei herrlichem Herbstwetter machten sich am Samstag beinahe 1.200 Wanderfreunde auf die Socken, um die Umgebung rund um Döbeln und Roßwein zu erkunden.
Bei herrlichem Herbstwetter machten sich am Samstag beinahe 1.200 Wanderfreunde auf die Socken, um die Umgebung rund um Döbeln und Roßwein zu erkunden. © Dietmar Thomas

Region Döbeln. Mit 1.197 Teilnehmern können die Wanderer des Eisenbahner-Sportvereins (ESV) Lok Döbeln den am Samstag nachgeholten Sachsen-Dreier „abrechnen“. Bei herrlichem Herbstwetter erkundeten viele Wanderfreunde in Gruppen die Region um Döbeln und Roßwein.

Die weiteste Anreise hatten Teilnehmer aus Nürnberg und dem Allgäu. Für sie war es eine Sachsen-Dreier-Premiere. Cheforganisator Axel Weise rechnet allerdings damit, diese Wanderer wiederzusehen. Sie seien begeistert gewesen von der Veranstaltung, die ihre Erwartungen weit übertroffen habe, gab Weise das Urteil dieser Gäste wieder.

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Von Bemmen schmieren bis Parkplatz einweisen

Damit stehen sie nicht allein da. Nicht umsonst hat sich diese Wanderung – eigentlich im Frühjahr ausgetragen – zu einer beliebten wie großen Aktion in Sachsen entwickelt. Dutzende Helfer sind schon im Vorfeld, am Tag selbst sowie zum Aufräumen am Sonntag unterwegs, um den Sachsen-Dreier abzusichern.

Ronja Anker, Kristin Frega und Hanna Schubert vom ESV Lok Döbeln schmieren Fettbemmen zur Versorgung der Wanderer. Neben den drei jungen Frauen haben auch sonst wieder viele Helfer in Döbeln und Roßwein mit angepackt, Strecken ausgewiesen, Versorgungsstat
Ronja Anker, Kristin Frega und Hanna Schubert vom ESV Lok Döbeln schmieren Fettbemmen zur Versorgung der Wanderer. Neben den drei jungen Frauen haben auch sonst wieder viele Helfer in Döbeln und Roßwein mit angepackt, Strecken ausgewiesen, Versorgungsstat © Dietmar Thomas

Bis zu zwölf Stunden waren diesmal aber auch jene auf den Beinen, die die mit 50 Kilometern längste Strecke gewählt hatten. Zum Vormerken für alle hatten die ESV-Organisatoren schon den Sachsen-Dreier-Termin für 2022 parat. Das ist der 2. April.

Schwarzer Tag für Ehepaar aus Dresden

Diesen Tag wird sich auch ein Ehepaar aus Dresden schon im Kalender anstreichen. Dabei dürfte es den vergangenen Sonnabend nicht nur in gute Erinnerung behalten. Schon auf der Anreise waren die Dresdner in einen Auffahrunfall an der Einmündung zur Alexanderstraße in Döbeln verwickelt.

Obwohl dort während der Sportveranstaltung ein Parkverbot ausgeschildert ist, versuchen Axel Weise zufolge immer wieder Teilnehmer, ihr Fahrzeug gerade in dieser, dem Lok-Stadion nahen Straße abzustellen.

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Glücklicherweise ist bei dem Unfall niemand zu Schaden gekommen. Aber die Aufnahme durch die relativ rasch eingetroffene Polizei dauerte auch seine Zeit. Eingesetzte Shuttlebusse kamen nicht durch. Die Wanderer mussten schon die erste Etappe zu Fuß zurücklegen - zum Bus, der zum Startpunkt Roßwein fuhr.

Ein Wiedersehen schon zugesagt

Ihr Auto wurden die Dresdener, denen der Schreck noch immer in den Gliedern saß, schließlich im Lok-Stadion los. Bis zum Abholen harrten die Organisatoren dann bis abends nach 19 Uhr aus - obwohl sie morgens um 6.30 Uhr dort schon die ersten Wanderer in Empfang nahmen.

Die Wanderfreunde aus Dresden verspäteten sich, weil sich beide auf ihrer Tour noch Blessuren zugezogen hatten und somit nur noch eingeschränkt mobil waren. Weil sie befürchteten, letztlich vorm verschlossenen Stadiontor zu stehen, schickten sie eine Freundin voraus, um Bescheid zu sagen.

Letztlich konnten sie erleichtert ins Auto steigen. Vom Wirt des Stadion-Lokals bekamen sie noch eine Taschenlampe, um sich auf dem Weg zum Fahrzeug nicht noch einmal zu verletzen. "Es war ein sch.... Tag. Trotzdem kommen wir wieder", hätten die Dresdener Organisationschef Axel Weise zugesagt. Den freut diese Aussicht natürlich.

Fast in jedem Dorf eine Party

Außer den Weinfesten in Meißen und Radebeul, zu denen es vielleicht auch den einen oder anderen Döbelner am Wochenende gezogen hat, gab es aber auch in der Region die Qual der Wahl.

Wer nicht daheim bleiben wollte, konnte sich zwischen einer Reihe von Angeboten entscheiden. Die Feuerwehr in Wendishain zum Beispiel lädt jedes Tag traditionell zu einem Tag der offenen Tür ein. Bei dem können sich Neugierige die Technik der Ehrenamtlichen anschauen und hören, wo ihnen der Schuh drückt.

Aber auch für die Dorfgemeinschaft ist der Tag wichtig. Sehr oft Gelegenheit, mit Nachbarn oder Freunden bei einer Veranstaltung zu plaudern, gab es in den Corona-Jahren 2020 und 2021 nämlich nicht.

Der Wendishainer Ortswehrleiter Jörg Roßberg zeigt Katrin Noack und weiteren Besuchern beim Tag der offenen Tür, was zur Ausstattung der Harthaer Abteilung gehört.
Der Wendishainer Ortswehrleiter Jörg Roßberg zeigt Katrin Noack und weiteren Besuchern beim Tag der offenen Tür, was zur Ausstattung der Harthaer Abteilung gehört. © Dietmar Thomas
Anja Spreer (lins) und Manuela Holley haben fürs Fischerfest in Limmritz jede Menge Fischbrötchen mit Belag für jeden Geschmack vorbereitet.
Anja Spreer (lins) und Manuela Holley haben fürs Fischerfest in Limmritz jede Menge Fischbrötchen mit Belag für jeden Geschmack vorbereitet. © Dietmar Thomas
Schnippeln gegen Lebensmittelverschwendung hieß es am Sonnabend am Kulturbahnhof in Leisnig. Die aus dem Gemüse zubereiteten Salate und der Eintopf konnten später probiert werden. Eine Partyband spielte danach noch Diskomusik aus den Siebzigern.
Schnippeln gegen Lebensmittelverschwendung hieß es am Sonnabend am Kulturbahnhof in Leisnig. Die aus dem Gemüse zubereiteten Salate und der Eintopf konnten später probiert werden. Eine Partyband spielte danach noch Diskomusik aus den Siebzigern. © Dietmar Thomas
Vorsitzender Hans-Rainer Fischer (links) gibt seinen Vize und Lokführer Andreas Röder das Zeichen, wenn dieser mit der Kleinbahn und den Passagieren an Bord den Bahnhof verlassen darf. Nach längerer Pause konnten die Mitglieder des Rauschenthalbahnvereins mal wieder zu Fahrtagen einladen.
Vorsitzender Hans-Rainer Fischer (links) gibt seinen Vize und Lokführer Andreas Röder das Zeichen, wenn dieser mit der Kleinbahn und den Passagieren an Bord den Bahnhof verlassen darf. Nach längerer Pause konnten die Mitglieder des Rauschenthalbahnvereins mal wieder zu Fahrtagen einladen. © Thomas Kube
Pomologe und Obstsortenexperte Roland Lebe bestimmte beim Apfeltag in Leisnig die von den Besuchern mitgebrachten Apfelsorten.
Pomologe und Obstsortenexperte Roland Lebe bestimmte beim Apfeltag in Leisnig die von den Besuchern mitgebrachten Apfelsorten. © Thomas Kube
Mit zwei Konzerten hat Liedermacher Gerhard Schöne am Sonntag in Waldheim zunächst seine jüngeren Fans begeistert, am Abend spielte er nochmals für die Erwachsenen auf.
Mit zwei Konzerten hat Liedermacher Gerhard Schöne am Sonntag in Waldheim zunächst seine jüngeren Fans begeistert, am Abend spielte er nochmals für die Erwachsenen auf. © Thomas Kube

Genauso war es in den Waldheimer Ortsteilen Schönberg und Massanei. Dort konnten Nachbarn gemütlich zusammensitzen. In Leisnig am Bahnhof war zunächst Einsatz gefragt.

Bei einer Schnippelparty wurde Gemüse zerkleinert, das krumm und schief gewachsen ist, nicht die Supermarkt-Normen beziehungsweise die Vorstellungen der Kunden erfüllt. Danach tanzten viele Besucher noch zu Diskomusik der 1970er-Jahre, live gespielt von der Leipziger Partyband "Extraviolette".

Wer auf Deftiges aus war und Fisch mag, der hat sich am Wochenende beim Fischerfest in Limmritz wohlgefühlt. Dort bekamen Besucher alles vom Frischfisch übers Fischbrötchen bis hin zum Räucherfisch geboten.

Rund um eine Vitaminbombe, den Apfel, drehte es sich beim Apfelfest in Leisnig. Und Genüsse für die Ohren bekamen Musikfreunde in den Kirchen Greifendorf, Polditz, Roßwein sowie Waldheim geboten.

Von Aquarium bis Kleinbahn

Etwas fürs Auge boten die Aquarien- und Terrarienfreunde von Osiris aus Roßwein. Aus Anlass des 40-jährigen Vereinsbestehens gestalteten die Mitglieder am Sonntag einen Tag der offenen Tür in ihren Räumen im Oberschulkeller. Dort konnten Neugierige in die Welt des Amazonas eintauchen. Dabei machen das Regenwaldfeeling dort nicht mehr nur die exotischen Tiere aus.

Exoten sind die Mitglieder des Vereins der Rauschenthalbahn zwar keine, immerhin gibt es deutschlandweit noch die eine oder andere im Museumsbetrieb befindliche Kleinbahn. Trotzdem ist es für die Eisenbahnfans selbst und auch viele Besucher immer wieder ein besonderes "Fest", wenn sich Züge auf einem kleinen Abschnitt der Strecke Waldheim-Kriebethal in Bewegung setzen.

Nachdem an den Loks einiges repariert werden musste, ging es am Wochenende wieder auf die "Piste". Dabei haben die Bahnenthusiasten und die -fans in den offenen Wagen gleichermaßen festgestellt, dass es sich lohnt, diese touristische Besonderheit im Zschopautal zu erhalten. Dazu braucht es noch mehr tatkräftige Helfer und einiges an Geld.

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