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„Ich kann sagen, ich habe eine Bootsmeise“

Große und kleine Boote, mit Elektromotor oder Muskelkraft betrieben – die Auswahl zum Bestaunen und selbst fahren zum Leisniger Kanuevent ist groß.

Dr. Michael Schuster (dritter von links) baut seit vielen Jahren Schiffsmodelle und zeigt den Besuchern sein neuestes Projekt, einen Fischkutter von der Insel Rügen.
Dr. Michael Schuster (dritter von links) baut seit vielen Jahren Schiffsmodelle und zeigt den Besuchern sein neuestes Projekt, einen Fischkutter von der Insel Rügen. © Dietmar Thomas

Von Claudia Erbert

Leisnig. Musik, Pavillons, Bierwagen und eine kleine Bühne – mehr braucht es nicht, um das alljährliche Kanuevent zu feiern. Tagsüber kann gepaddelt werden, abends spielen zum zweiten Mal „Schlagertod“ aus Dresden und sorgen für die richtige Stimmung.

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Die Vereinsmitglieder sind an ihren T-Shirts leicht zu erkennen und haben sich für die Gäste aufgeteilt: im Bierwagen, am Grill, beim Kuchen und natürlich am Wasser. In Zweier- und Viererkanus können die Gäste losfahren und den Blick auf die Burg und die umliegende Natur genießen. „Wir haben auch ein Ruderboot, aber das war mal ein Geschenk“, erklärt Vereinschef Thomas Katzschmann.

Für Familien ist im Ruderboot aber mehr Platz. Paula und John haben sich schnell die Schwimmweste übergezogen und sind mit Opa eingestiegen. „Ich habe keine Angst, ich kann schon schwimmen!“, ist John sicher. Konstantin dagegen hat erst einmal Angst und bleibt am Ufer als seine Brüder mit Papa ins Kanu steigen.

Zahnarzt erklärt Bootsmodelle und die Leidenschaft

Am Stand von Dr. Michael Schuster ist er dann aber gleich wieder mutig: „Ist die Titanic auch dabei?“, fragt er beim Blick auf die Modellboote. Der Zahnarzt, der von sich selbst sagt „Man merkt, ich habe schon eine ganz schöne Bootsmeise“, kann seine Modelle dieses Jahr nicht fahrenlassen: „Man hat mir ins Knie geschossen!“, scherzt er und zeigt auf die Krücken, die er wegen eines Meniskusschadens braucht.

Die hindern ihn aber nicht am Erklären und Zeigen. Jedem Besucher beantwortet er bereitwillig alle Fragen, erzählt, dass er als Kind auf Rügen gelebt hat, eins seiner Modelle ein Nachbau eines Bootes ist, dass er in dieser Zeit kennengelernt hat, welche Schwierigkeiten es beim Bau so geben kann und dass viel Geschick notwendig ist.

„Es dauert Jahre, bis man sich von Bausätzen freimachen und wirklich selbst fertigen kann, aber es macht unheimlich viel Spaß.“ Stolz ist er vor allem auf die Details seiner Modelle, an denen er teilweise fast zwei Jahre gearbeitet hat. Es gibt Seile, Anker, Geländer, Fensterläden, Spritzen, die mit Pumpen funktionieren, einen schwenkbaren Strahler und noch mehr zu entdecken.

Kanus gibt es als Mitglied kostenfrei in Leisnig

Doch auch die „echten“ Boote sind gefragt und ständig im Einsatz, sodass die Kanuten auf neue Mitglieder hoffen. Jeden Donnerstag treffen sich die Mitglieder zum Fachsimpeln und um anstehende Termine zu besprechen, sonntags wird gepaddelt. Interessierte können nach kurzer Anmeldung jederzeit vorbeikommen, Boote und Ausrüstung werden kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Anfang August sind die allerdings für eine Woche unterwegs: „Wir sind ja keine Kanusportler, sondern Wasserwanderer und im August fahren wir eine Woche mit Sack und Pack los, diesmal allerdings nicht als Mehrtagestour mit verschiedenen Schlafplätzen, sondern nach Leipzig, wo wir mit dem dortigen Verein Tagesausflüge machen wollen“, so Thomas Katzschmann.

Seit über zehn Jahren seien sie mit denen unterwegs und konnten schon viel auf den Leipziger Wasserstraßen entdecken, sogar einmal durch den Zoo und unter dem Bahnhof durch die Tunnel paddeln. Im September steht dann die Weinlesefahrt an, bei der es mit dem Zelt von Pirna nach Meißen geht.

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