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Döbeln

Auszeichnung für aktiven Sportler

Lange war unklar, ob der Landkreislauf starten kann. Am Samstag war es dann so weit – das zweite Jahr in Folge unter besonderen Bedingungen.

Beim Landkreislauf in Roßwein gingen 180 Sportler an den Start. Mit dabei war Alexander Hofmeister, die für seine 25. Teilnahme am Lauf geehrt wurde.
Beim Landkreislauf in Roßwein gingen 180 Sportler an den Start. Mit dabei war Alexander Hofmeister, die für seine 25. Teilnahme am Lauf geehrt wurde. © Dietmar Thomas

Roßwein. Für viele hundert Sportler aus Mittelsachsen ist der Landkreislauf ein Muss. Seit 2005 nehmen jedes Jahr zwischen 600 und 800 Läufer am maßgeblich vom Kreissportbund Mittelsachen (KSBM) organisierten Lauf teil.

Normalerweise heißt das: Hunderte Mittelsachsen reisen an den Austragungsort an. Sie werden von Zuschauern empfangen und beim Staffellauf angefeuert. Im ersten Pandemie-Jahr 2020 musste dagegen aufs Digitale ausgewichen werden.

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Ein Stück Normalität ist dieses Jahr wieder möglich. Trotzdem sind keine Zuschauer zugelassen, die Staffelgrößen auf vier Läufer begrenzt. Die Teilnehmer mussten Nachweisen, dass sie entweder negativ getestet, geimpft oder genesen sind. „Wir sind aber froh, dass der Lauf überhaupt stattfinden kann, auch wenn es dieses Jahr deutlich weniger Anmeldungen gab als sonst, insgesamt 180.“, sagt Hubert Paßehr, stellvertretende Bürgermeister von Roßwein. „Es ist wichtig, zu zeigen, dass das Leben wieder normal weitergeht“, sagt er.

Landkreis besser kennenlernen

Dass der Landkreislauf eine Konstante im Leben vieler Mittelsachsen ist, macht Alexander Neumeister aus Hainichen deutlich. An 25 von bisher 29 Läufen nahm er bisher teil. Grund für die viermalige Nicht-Teilnahme sei eine „verletzungsbedingte Pause“ gewesen, sagte Neumeister.

Meistens läuft er gemeinsam mit seiner Frau, den drei Kindern und Freunden. Der Landkreislauf bedeutet für Neumeister nicht nur, Menschen zu treffen. Dadurch, dass der Lauf jedes Jahr in einer anderen Stadt ausgetragen werde, könne man auch den Landkreis selbst besser kennenlernen.

Vier Sportler pro Staffel

Das war nicht immer so. Als 1993 der erste Landkreislauf, damals noch im Altkreis Hainichen, ausgetragen wurde, ging die Route von Hainichen über Frankenberg bis Mittweida. Die Strecke war jedes Jahr gleich. Erst 2003 wurde das Konzept geändert, sodass es einen jährlich wechselnden Austragungsort gibt.

Für seine 25. Teilnahme wurde Alexander Neumeister vor Beginn des Staffellaufes geehrt. Für ihn steht außer Frage, dass er der Laufveranstaltung auch weiterhin treu bleiben wird: „Wenn ich irgendwann nicht mehr mitlaufen kann, dann mache ich als Helfer mit.“

Die vier Sportler, die je Staffel antreten, mussten insgesamt eine Strecke von 12,4 Kilometern zurücklegen. Der erste Läufer legte mit fünfeinhalb Kilometern die längste Strecke zurück. „Der Wettbewerb startete am Roßweiner Stadion und führte hauptsächlich durch angrenzende Wohngebiete sowie streckenweise über ein Feld“, sagte Sylvio Christ vom KSBM.

180 Läufer nahmen am Landkreislauf in Roßwein teil.
180 Läufer nahmen am Landkreislauf in Roßwein teil. © Dietmar Thomas

Idee stammt aus Starnberg

Die Idee zu dem Lauf stammt aus der Nachwendezeit. Damals wurde ein Austausch zwischen den öffentlichen Verwaltungen der neuen Bundesländer mit denen der alten geschaffen, um die Umstrukturierung und Modernisierung der Verwaltungen möglichst effizient zu gestalten. Im Zuge dessen reisten Verwaltungsvertreter von West nach Ost und umgekehrt – unter ihnen Bernhard Frühauf aus Starnberg in Bayern.

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Frühauf hatte in seinem Landkreis die Idee für den Starnberger Landkreislauf. Davon erzählte er seinen neuen Kollegen in Sachsen. „Die waren so angetan von der Idee, dass sie an dem Lauf in Starnberg teilnahmen“, erzählte Frühauf. 1993 organisierten die Mittelsachsen dann ihren ersten eigenen Landkreislauf.

Seitdem reisen jedes Jahr Vertreter aus den beiden Landkreisen in den jeweils anderen, um am Lauf teilzunehmen. Aus der zunächst „sportlichen Partnerschaft“, seien „echte Freundschaften entstanden“, so Frühauf. Die niedrigen Inzidenzen erlaubten ihm, der selbst schon in Rente ist, seiner Frau und vier Kollegen , auch dieses Jahr wieder nach Mittelsachsen zu reisen.

Mehr als 50 ehrenamtliche Helfer im Einsatz

Veranstaltet wurde der Landkreislauf von dem KSBM und dem Landratsamt Mittelsachsen in Zusammenarbeit mit dem Roßweiner SV und der Stadt Roßwein. Unterstützung kam auch von der Feuerwehr und dem Deutschen Roten Kreuz.

Ohne die Unterstützung der über 50 hauptsächlich ehrenamtlichen Helfer wäre die Organisation der Veranstaltung kaum möglich gewesen. Der KSBM konnte zudem Lichtenauer Mineralquellen als neuen Kooperationspartner gewinnen, der den Lauf mit kostenlosen Getränken, Zelten und Personal unterstützte.

Nächstes Jahr, zum 30. Jahrestag, wird der Landkreislauf in Lichtenau ausgetragen. Dann wieder zum gewohnten Datum Ende April. Für die Jahre danach können sich Städte und Gemeinden noch für die Austragung bewerben.

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