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Stadt Waldheim und Waldbesitzer im Clinch

Seit April ist der beliebte Rauschenthaler Weg gesperrt. Warum es auch nach einem halben Jahr noch keine Lösung gibt.

Am Rauschenthaler Weg werden Wanderer seit einem halben Jahr ausgebremst. Wegen der Gefahr, dass Bäume umstürzen, ist der beliebte Wanderweg in Richtung Kriebethal seit Monaten gesperrt.
Am Rauschenthaler Weg werden Wanderer seit einem halben Jahr ausgebremst. Wegen der Gefahr, dass Bäume umstürzen, ist der beliebte Wanderweg in Richtung Kriebethal seit Monaten gesperrt. © Elke Braun

Waldheim. Wie geht es mit den Rauschenthaler Weg weiter? Diese Frage beschäftigt offenbar sehr viele Waldheimer. Auch in der jüngsten Sitzung des Stadtrates war der Weg wieder Thema.

In der Stadt werde erzählt, dass die Stadtverwaltung nichts unternehme, um eine rasche Beseitigung der Gefahrenlage und damit die Wiedereröffnung des Weges zu erreichen. Das weist Bürgermeister Steffen Ernst (FDP) zurück.

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Vielmehr sei die Stadt von Anfang bestrebt, im Einvernehmen mit dem Grundstückseigentümer der angrenzenden Waldflächen eine schnelle Beseitigung der Bäume, „die sich nicht auf städtischen Grundstücken befinden, zu erreichen“, so Ernst.

Leider seien diese Bemühungen gescheitert, so dass nunmehr ein förmliches Verwaltungsverfahren eingeleitet werden musste, um den Grundstückseigentümer zur Beseitigung der schadhaften Bäume anzuhalten und notfalls zu zwingen oder im Rahmen einer Ersatzvornahme die Beseitigung selbst zu veranlassen.

Eine Ersatzvornahme ist immer dann möglich, wenn ein Eigentümer seiner Pflicht nicht nachkommt und dadurch eine Gefahrenlage entsteht. Die Behörde, in diesem Fall die Kommune, kann dann in Vorleistung gehen und den Aufwand dem Eigentümer in Rechnung stellen.

Langwieriges Verfahren

„Ein solches Verfahren ist langwierig und bedarf einer gründlichen Vorbereitung“, so der Bürgermeister. Derzeit würden die schadhaften Bäume lokalisiert und markiert. „Wir bitten daher um weitere Geduld und Verständnis. Die unbefriedigende Situation ist uns als Stadt bewusst. Wir sind bestrebt, diese so schnell es möglich ist, zu beenden“, teilt Ernst mit.

Das Stadtoberhaupt betont in diesem Zusammenhang noch einmal explizit, dass die Nutzung des Weges gefährlich und das Entfernen der Absperrvorrichtungen strafbar ist. Er verwies darauf, dass die Sperrung aus verkehrssicherungsrechtlichen Gründen auf Antrag des Eigentümers geschehen sei.

Wie berichtet, befinden sich in dem Wald viele große abgestorbene Bäume. „Wegen der topographischen Lage am Hang drohen sie auf den Weg zu stürzen. Diese Gefahr ist akut und keinesfalls zu unterschätzen“, so Ernst.

Mike Woletz, Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft Erzgebirge-Chemnitzer Land, die für den Eigentümer den Wald am Rauschenthaler Weg bewirtschaftet, bestätigt, dass das förmliche Verwaltungsverfahren eingeleitet worden ist. „Das muss nun zunächst abgewartet werden“, sagte er auf Anfrage von Sächsische.de.

Schwere Technik nicht einsetzbar

Aus seiner Sicht als Forstsachverständiger sei die Lage kompliziert. „Die Stadt hat durch den Bau des Weges eine forstwirtschaftliche Nutzung für den Eigentümer so gut wie unmöglich gemacht“, erklärte er.

Der Weg sei viel zu schmal und könne mit schwerem Gerät nicht befahren werden. Besonders das Geländer, das an einem Teil des Weges angebracht worden ist, sei extrem hinderlich. „Fast alle Arbeiten müssten manuell und unter großen Sicherheitsvorkehrungen erledigt werden. Das ist natürlich teuer“, so Woletz.

Dennoch habe der Waldbesitzer ein großes Interesse daran, die schadhaften Bäume aus dem Wald zu bringen. „Lieber heute als morgen“, so Woletz. Denn auch mit Holz, das vom Borkenkäfer befallen ist, lasse sich noch ein guter Preis erzielen.

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