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Das sind die schönsten Gärten in Ostrau

17 Bewerbungen sind beim ersten Gartenwettbewerb von Ostrau in der Verwaltung eingegangen. Am Dienstag wurden die Sieger ausgezeichnet.

Siegerehrung beim Wettbewerb "Schönster Garten in der Gemeinde Ostrau": Vorn Siegerin Rita Hesse mit Urenkel Jonas und Enkel Elias. Links Katrin Leipacher, rechts Denise Pönitz.
Siegerehrung beim Wettbewerb "Schönster Garten in der Gemeinde Ostrau": Vorn Siegerin Rita Hesse mit Urenkel Jonas und Enkel Elias. Links Katrin Leipacher, rechts Denise Pönitz. © Frank Korn

Ostrau. In der Gemeinde gibt es viele schön gestaltete Grundstücke, doch hinter die Kulissen hat noch keiner geschaut, sagt Denise Pönitz, die Sekretärin des Ostrauer Bürgermeisters. Mit Dirk Schilling entwickelte sie die Idee für den ersten Gartenwettbewerb in der Gemeinde. "Vielleicht auch, um in Corona-Zeiten ein wenig gute Laune zu verbreiten", meint die quirlige Sekretärin.

Sie freut sich, dass schon für die Premiere 17 Bewerbungen in der Gemeindeverwaltung eingingen. "Aus diesen haben wir acht Gärten ausgewählt, die eine Fachjury dann besucht und begutachtet hat", erklärt Pönitz. Katrin Leipacher vom Auenhof Niederlützschera, Katrin Streubel von der gleichnamigen Gärtnerei in Döbeln und Landschaftsarchitektin Annett Scholz haben über die Vielfalt in den Gärten gestaunt.

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Acht Gärten kommen ins Finale

Die Fachjury mit Katrin Leipacher (von rechts), Annett Scholz und Katrin Streubel hat sich die Gärten gewissenhaft angeschaut. Bürgermeister Dirk Schilling hat in diesem Fall "nur" als Chauffeur gedient.
Die Fachjury mit Katrin Leipacher (von rechts), Annett Scholz und Katrin Streubel hat sich die Gärten gewissenhaft angeschaut. Bürgermeister Dirk Schilling hat in diesem Fall "nur" als Chauffeur gedient. © privat

Die Gartenbesitzer haben vom Besuch der Jury nichts gewusst. "Wir sind unangemeldet vorbeigekommen, deshalb konnte sich niemand vorbereiten", sagte Bürgermeister Schilling.

Für die fünf Besten des Wettbewerbs gab es jeweils eine Kiste mit nützlichen Dingen und Produkten von Firmen aus der Region. Aber auch die Sparkasse Döbeln und die Gemeinde packten etwas dazu.

Ein Herz für Bienen und Sämereien aus eigenem Anbau

Ein riesiger Kirschbaum, eine Insektenweide, Stauden, Obst und Gemüse, ein großes Gewächshaus – im Garten von Familie Hesse gibt es alles, was das Gärtnerherz höher schlagen lässt. Das Besondere: „Alle packen mit zu - vom Opa bis zum Enkel“, sagt Rita Hesse.

Enkel Elias war es auch, der den Familiengarten für den Wettbewerb angemeldet hat. Der 18-Jährige, der dieses Jahr das Abi mit einer 1,0 bestanden hat, ist verantwortlich für die Sämereien. „Das erledigt er sehr gewissenhaft. Wir versuchen, möglichst alle Sämereien aus eigenem Anbau zu verwenden“, so Rita Hesse. Die Samen packt Elias nicht nur in kleine Becher, er etikettiert diese auch akribisch.

Eine Insektenweide freut vor allem den Nachbar der Wettbewerbssieger, der eine Hobby-Imkerei betreibt.
Eine Insektenweide freut vor allem den Nachbar der Wettbewerbssieger, der eine Hobby-Imkerei betreibt. © privat
Dieses stimmungsvolle Foto lässt Dimension und Vielfalt des Gartens von Familie Hesse erahnen.
Dieses stimmungsvolle Foto lässt Dimension und Vielfalt des Gartens von Familie Hesse erahnen. © privat
Familie Hesse versorgt sich und andere mit frischem Salat, Gemüse und Obst aus dem 2.000 Quadratmeter großen Garten.
Familie Hesse versorgt sich und andere mit frischem Salat, Gemüse und Obst aus dem 2.000 Quadratmeter großen Garten. © privat
Noch ein Hingucker aus dem Garten von Familie Hesse aus Ostrau.
Noch ein Hingucker aus dem Garten von Familie Hesse aus Ostrau. © privat

Tochter Irina und der Schwiegersohn haben eine Insektenweide angelegt. Der bunte Blumenmix lockt viele Bienen an. „Da freut sich unser Nachbar, der ist nämlich Imker“, sagt Rita Hesse.

Dass ihr Mann Peter mit 82 noch in den Kirschbaum klettert, sieht sie nicht so gern. Aber das lasse er sich nicht nehmen. Der Obstanbau ist nicht seine einzige Leidenschaft. Mit genau so viel Enthusiasmus kümmere er sich um die Beeren, die Tomaten und Gurken.

„Es ist kaum zu glauben, aber dieses Jahr haben wir einen Zentner Himbeeren geerntet“, erzählt Rita Hesse und schwärmt von den schönen, etwa 100 Jahre alten Stöcken. „Alle zwei, drei Jahre werden die Himbeerstöcke kräftig herunter geschnitten, dann tragen sie zwar nicht so viel, in den nächsten Jahren aber umso mehr“, gibt sie eines ihrer Gartengeheimnisse preis.

Alles, was Familie Hesse nicht selbst verzehren oder verarbeiten kann, werde weitergegeben. Darüber freuen sich die zweite Tochter und die beiden Enkel, die auswärts wohnen. Sie fahren immer mit vollen Taschen wieder weg“, wie die Oma verrät.

„So ein Garten macht nicht nur viel Arbeit, er hält uns auch fit“, so Rita Hesse. Sie kümmert sich um das Jäten des Unkrauts, um die Blumen und die Salate. Besonders mag sie Gladiolen, Dahlien und Sonnenrosen. „Unsere diesjährigen Sonnenrosen blühen zurzeit in voller Pracht. Viel getan haben wir nicht. Es ist Vogelfutter gewesen, das da aufgegangen ist.“

Klein und fein, aber reizvoll

Der Gartenteich ist ihr Lieblingsplatz, sagt Angela Brückner, die mit ihrem Mann Steffen ein kleineres Grundstück an der Ostrauer Molkereistraße gestaltet und bewirtschaftet. „Der Teich entstand zunächst in kleinerer Form, nachdem wir einen alten Apfelbaum entfernen mussten und an dessen Stelle ein großes Loch klaffte“, erzählt die Hobbygärtnerin.

Vor 15 Jahren hätten die Brückners dann den Teich nicht nur vergrößert, sondern auch tiefer angelegt, „damit die Goldfische überwintern können“. Auch ein Frosch hat sich dieses dekorativ bepflanzte Eckchen schon als Lieblingsplatz auserkoren.

Dieses Ensemble gefiel der Jury ebenso wie die ungezwungene Anordnung der einzelnen Gestaltungselemente und die Natürlichkeit. Stolz berichtet die Zweitplatzierte Angela Brückner, dass die Kiwi-Pflanzen das erste Mal drei Früchte tragen und der Wein dieses Jahr eine besonders üppige Ernte verspricht. „Leider breitet sich der Mehltau aus. Da muss ich etwas tun“, sagt sie.

Die Gärtnerin, die sich beim Unkraut hacken entspannt, vor allem Sonnenblumen und Pfingstrosen mag und die Gemüsepflanzen selbst zieht, protokolliert ihre Ernteerfolge. 170 Snack-Gurken pro Pflanze und 59 normale Gurken pro Pflanze haben sie und ihr Mann zum Beispiel im letzten Jahr geerntet.

Der Teich ist dekorativ bepflanzt. Hier fühlen sich die Zweitplatzierten des Wettbewerbs, Familie Brückner aus Ostrau, wohl.
Der Teich ist dekorativ bepflanzt. Hier fühlen sich die Zweitplatzierten des Wettbewerbs, Familie Brückner aus Ostrau, wohl. © privat
Mohn rankt sich zwischen den Steinen hervor. Die abgestimmte Pflanzenwahl gefiel der Jury.
Mohn rankt sich zwischen den Steinen hervor. Die abgestimmte Pflanzenwahl gefiel der Jury. © privat

Geschmackvoll und funktional

Zwei dritte Preise hat die Jury vergeben. Zum einen an den Kleingarten von Michael Zschockelt und Bärbel Kowalewicz.

Baumhaus, Sandkasten und einen Wasserturm zum Matschen hat Michael Zschockelt für die Enkel Leni (4) und Leon (5) angelegt. Ein kleines Paradies für die Knirpse und trotzdem ist im Kleingarten noch Platz für jede Menge Stammrosen sowie Obst und Gemüse aller Art. Darum kümmert sich der Hobbygärtner mit Schwiegermutter Bärbel.

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Sogar die Enkelkinder helfen schon mit. „Vor allem bei der Ernte“, sagt er. Am meisten mögen sie Erbsen und Erdbeeren, verrät er. Schon jetzt habe er so viel geerntet, dass er Obst und Gemüse verschenke, sagt Zschockelt.

Nicht so viel Glück hätte er diesen Winter mit seinen Pflanzen-Lieblingen gehabt. „Obwohl sie abgedeckt waren, sind mir drei Stammrosen erfroren“, erzählt er.

Diese Montage zeigt den kleinen Garten von Michael Zschockelt in der Sparte "Abendfrieden". Er genügt den Ansprüchen mehrerer Generationen.
Diese Montage zeigt den kleinen Garten von Michael Zschockelt in der Sparte "Abendfrieden". Er genügt den Ansprüchen mehrerer Generationen. © Jule Nickel

Lustwandeln auf 6.000 Quadratmetern

Der weitläufige Garten von Familie Ziemba lädt zum Lustwandeln ein und hätte sogar den Design-Preis verdient, meinte die Jury. Auch für Familie Ziemba gibt es einen dritten Preis.

Während Galina Ziemba ihre Kreativität auf dem 6.000 Quadratmeter großen Grundstück in Trebanitz auslebe, würde Ehemann Andreas die Ideen umsetzen – vor allem die handwerklichen Tätigkeiten.

Ideen für Gestaltung und Umsetzung holt sich Galina Ziemba häufig auch aus dem Internet, wie sie erzählt. Die Biokläranlage, das ist ein riesiger Teich mit Sandfilter, hat sie liebvoll bepflanzt, einen Rosenpavillon gestaltet. „Dort fühlen sich Rosen und Lavendel auf Lavagestein wohl“, so Galina Ziemba.

Erst in diesem Frühjahr hätten sie und ihr Mann in Erwartung eines vierten heißen und trockenen Sommers ein Bewässerungssystem ausgetüftelt. Aber nicht nur Blumen, auch Obst und Gemüse gibt es auf dem großen Grundstück, das zum Lustwandeln einlädt, wie die Jury meinte.

Dieser Pavillon steht im Garten von Galina und Andreas Ziemba in Trebanitz. Rosen und Lavendel gedeihen auf Lavagestein.
Dieser Pavillon steht im Garten von Galina und Andreas Ziemba in Trebanitz. Rosen und Lavendel gedeihen auf Lavagestein. © privat
In diesem rund angelegten Bereich harmonieren Baume, Sträucher und Stauden.
In diesem rund angelegten Bereich harmonieren Baume, Sträucher und Stauden. © privat
Sehr detailverliebt sind der kleine Steingarten und die Wege angelegt.
Sehr detailverliebt sind der kleine Steingarten und die Wege angelegt. © privat
Auf dem 6.000 Quadratmeter großen Grundstück gedeihen aber auch Erdbeeren und Salat.
Auf dem 6.000 Quadratmeter großen Grundstück gedeihen aber auch Erdbeeren und Salat. © privat

Sonderpreis für junge Familie und jungen Garten

Das war eine riesige Überraschung für die kleine Elfi. Ende Juni, an ihrem zweiten Geburtstag, enthüllten die Eltern Juliane Wronski und Tommy Volkmann den Spielplatz, der wohl jedes Kinderherz höher schlagen lässt. Er war das jüngste Projekt der Familie im Garten in Ostrau.

Noch nicht lange bewirtschaftet die Familie den Garten an ihrem Haus und schon hat sie damit beim ersten Gartenwettbewerb der Gemeinde einen Sonderpreis errungen.

„Hier zeichnet sich bereits ab, dass ein sehr schöner naturnah gestalteter Garten entsteht, in dem schon jetzt viele Stauden blühen und ein kleiner Teich für viel Freude bei Mensch und Natur sorgt“, so die drei Fachfrauen Katrin Leipacher, Annett Scholz und Katrin Streubel, die sich als Jury acht Gärten anschauten.

Ein besonderer Hingucker ist der kunterbunte Stiftezaun, der den Bereich der Kita vom Garten abgrenzt. Auch bei Familie Wronski/Volkmann übernimmt die Frau den kreativen Part, der Mann die handwerklichen und schweren Arbeiten. Und Juliane Wronski freut sich, dass die Oma fleißig beim Unkrautjäten hilft. „Jeder macht das, was er gern mag, es geht Hand in Hand“, sagt die junge Frau.

Wie bei Familie Hesse gedeiht auch in diesem Garten eine Bienenweide. „Dafür haben wir extra ein Stück des Gartens abgegrenzt“, erklärt Juliane Wronski. Und, dass sie mit dem Anlegen der Staudenbeete bisher nicht viel Arbeit hatte. „Die haben wir übernommen und einfach wachsen lassen. Dekorativ passt sich eine bepflanzte Badewanne in den naturnah gestalteten Garten ein.

Für die zweijährige Tochter haben Juliane Wronski und Tommy Volkmann einen Spielplatz gebaut.
Für die zweijährige Tochter haben Juliane Wronski und Tommy Volkmann einen Spielplatz gebaut. © Wronski
Ein kunterbunter Stiftezaun grenzt den Garten in Richtung Kita ab.
Ein kunterbunter Stiftezaun grenzt den Garten in Richtung Kita ab. © Wronski
Die vielen Stauden haben bereits die Vorgänger gepflanzt.
Die vielen Stauden haben bereits die Vorgänger gepflanzt. © Wronski
Das bunte Windrad dreht sich im Beet und erfreut nicht nur die kleine Tochter.
Das bunte Windrad dreht sich im Beet und erfreut nicht nur die kleine Tochter. © Wronski

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