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Döbeln

Klein, aber fein: Zschaitz feiert 975. Jahrestag

Aus einem großen Fest zum Jubiläum wurde nichts – Corona ist Schuld daran. Ganz darauf verzichten wollen die Zschaitzer aber nicht.

Am Wochenende ist es soweit: Zschaitz feiert seinen 975. Jahrestag. Ein entsprechendes Plakat weist im Dorfkern bereits darauf hin.
Am Wochenende ist es soweit: Zschaitz feiert seinen 975. Jahrestag. Ein entsprechendes Plakat weist im Dorfkern bereits darauf hin. © Thomas Kube

Zschaitz-Ottewig. Im Jahr 1046 wurde die Gemeinde Zschaitz-Ottewig erstmals urkundlich erwähnt, also vor genau 975 Jahren. Ursprünglich, so erzählt Bürgermeister Immo Barkawitz (parteilos), war ein großes Fest geplant.

„Wir wollten das Jubiläum eigentlich zusammen mit dem Dorf- und Vereinsfest feiern“, meint er. Doch durch die Corona-Pandemie wurde daraus nichts. Deshalb gibt es eine „kleine, aber feine“ Ersatzvariante. Statt an einem ganzen Wochenende nur am Sonntag.

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Am kommenden Sonntag will die Gemeinde zusammen mit ihren Bürgern am Naherholungszentrum Zschaitz feiern. „Geplant ist ein Sonntag, der vor allem einige Programmpunkte für die Kinder und Jugendlichen bietet“, sagt der Bürgermeister.

Erste Feier seit zwei Jahren in Zschaitz-Ottewig

So gibt es unter anderem einen geführten Waldrundgang für Kinder, einen Wettkampf auf dem Trimm-Dich-Pfad sowie Kinderschminken und Spiele. Außerdem wurde kurzfristig noch eine Traktor-Hüpfburg zum Toben organisiert.

Ab 10 Uhr sind aber auch die Erwachsenen bereits zum Frühschoppen mit Musik eingeladen. „Für ausreichend Essen und Getränke ist natürlich gesorgt“, so Barkawitz. Ab 14 Uhr gibt es auch Kaffee und Kuchen für Klein und Groß.

Einen Höhepunkt gibt laut Gemeindeoberhaupt nicht. „Unser Höhepunkt ist, dass wir überhaupt feiern können“, sagt Immo Barkawitz lachend. Spezielle Corona-Regeln müssen ihm zufolge auch nicht eingehalten werden.

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Lediglich die bekannten Abstandsregeln müssen beachtet werden. Die Feier zum 975. Geburtstag ist die Erste seit zwei Jahren in Zschaitz. Durch die Corona-Pandemie sind beiden letzten Dorffeste ausgefallen, ebenso wie das Osterfeuer.

Dass dabei die Geschichte der Gemeinde Zschaitz im Vordergrund steht, müsste auch Volker Bromme und Christian Winkler freuen. Beide haben sich seit dem Januar die Mühe gemacht, monatlich einen Teil der Historie des Ortes im Amtsblatt zu erarbeiten.

Burg Gana auf dem Zschaitzer Burgberg?

So informierten sie unter anderen in der ersten Ausgabe darüber, dass Zschaitz „immer ein Hauptort in seiner Umgebung gewesen“ sei. „Damit ist gemeint, dass Zschaitz gegenüber einer Vielzahl von umgebenen Orten dadurch herausragte, dass es eine Art Zentrum darstellte“, schreiben die Hobbyhistorikern im Amtsblatt.

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1046 wurde die Gemeinde erstmals in Dokumenten erwähnt. Dadurch sei Zschaitz Bromme und Winkler zufolge der wohl erste und älteste Ort der näheren Umgebung. Rund um das Dorf entstanden mit der Zeit zwar weitere Siedlungsbehausungen, dennoch waren sie der Verwaltungsordnung von Zschaitz unterstellt.

Ungeklärt und weiterhin umstritten bleibt jedoch weiterhin, ob sich auf dem Burgberg Zschaitz die sorbische Hauptburg Gana befand, die Heinrich der Erste im Winter 928 belagerte und später im Sturm einnahm. Doch 2009 wurde zumindest archäologisch bestätigt, dass es wohl schon vor etwa 6.200 Jahren auf dem Burgberg menschliche Niederlassungen gab.

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