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Westewitzer Friedhof wird teuer

Der Großweitzschener Gemeinderat hat den Auftrag für notwendige Reparaturen im Ortsteil vergeben. Die Kosten sind höher als geplant.

Aus dieser Leitung auf dem Friedhof in Westewitz fließt das Wasser eher spärlich. Um die Kapelle und den Friedhof mit Wasser versorgen zu können, muss dringend etwas getan werden.
Aus dieser Leitung auf dem Friedhof in Westewitz fließt das Wasser eher spärlich. Um die Kapelle und den Friedhof mit Wasser versorgen zu können, muss dringend etwas getan werden. © Frank Korn

Großweitzschen. Wer auf dem Westewitzer Friedhof ein Grab pflegen will, muss hoffen, dass Wasser zur Verfügung steht. Das ist jedoch nicht immer der Fall.

Aus der Kapelle heraus ist eine Leitung verlegt, aus der das kostbare Nass spärlich fließt. Es muss also dringend etwas getan werden. Für die Sicherung und Instandsetzung der Treppenanlage, die Einzäunung sowie den Wasserleitungsbau zur Versorgung der Friedhofskapelle und des Friedhofes sind bei der jüngsten Gemeinderatssitzung die Aufträge vergeben worden.

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Aus zwei Fördertöpfen fließt dabei Geld. Aus dem Leaderprogramm für Wasserleitungs- und Zaunbau 37.000 Euro sowie aus der Denkmalförderung des Landkreises 10.300 Euro für die Sanierung der Treppenanlage. Insgesamt laufen Kosten von 78.400 Euro auf. Der Eigenanteil der Gemeinde liegt bei rund 30.000 Euro.

„Um die Arbeiten effizient und kostensparend durchführen zu können, wurden diese zusammen in zwei Losen ausgeschrieben. Die Abrechnung erfolgt getrennt, bedingt durch die verschiedenen Fördermittelgeber“, sagte Bürgermeister Jörg Burkert (parteilos). Das wirtschaftlichste Angebot gab die Firma Schneider HTS aus Geringswalde mit einer Summe von knapp 86.000 Euro ab.

Kellertreppe für 28.000 Euro?

Gemeinderat Mario Pohl bemängelte, dass das günstigste Angebot um einiges über der veranschlagten Gesamtsumme von etwa 78.400 Euro liegt. „Warum werden die Kosten so deutlich überschritten?“, fragte er. „Die Firmen haben volle Auftragsbücher, zudem müssen die Fördergelder bis Jahresende verbaut werden“, sagte Bürgermeister Burkert. Pohl ging noch einen Schritt weiter. „Muss denn die Treppe unbedingt saniert werden?“, fragte er.

Aus seiner Sicht sei es notwendig, dass die Treppe instandgesetzt wird, sagte Burkert. Wenn nichts getan werde, könne es passieren, dass die Treppe vollständig zusammenfalle. „Dann müssen wir den Eingangsbereich zum Friedhof komplett schließen, weil es zu gefährlich ist.“ 

Johannes Pester (Freie Wähler) brachte einen anderen Aspekt ins Spiel. „Wenn wir die Treppe streichen, müssten dennoch Sicherungsmaßnahmen getroffen werden. Diese würden ebenfalls eine beträchtliche Summe kosten“, so Pester. Deshalb spreche er sich dafür aus, die Treppe zu sanieren. Zudem sei zu erwarten, dass die Kosten in Zukunft noch mehr steigen.

Sven Krawczyk (CDU) sprach sich dafür aus, die Arbeiten so schnell wie möglich in Angriff zu nehmen. „Die Wasserleitung muss unbedingt gemacht werden. Es ist für ältere Menschen nicht zumutbar, wenn sie das Wasser von zu Hause mitbringen und die Kanister mit dem Rollator über den Friedhof karren“, so Krawczyk. 

Aber auch er bemängelte die hohen Kosten. „Warum kostet die Kellertreppe 28.000 Euro?“, fragte er. Johannes Pester, der in der Baubranche tätig ist, weiß warum. „Die Treppe muss denkmalgerecht saniert werden. Natursteinbauteile und Klinker kosten viel Geld. Die handwerklichen Fähigkeiten, die dazu erforderlich sind, führen zu den hohen Preisen“, erklärte Pester. Letztendlich entschieden sich die Gemeinderäte bei zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung für die Firma Schneider.

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