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Geld für Mini-Katzen aus Roßweins Bürgerhaushalt

Die Freude bei den Mitgliedern der Katzeninitiative ist groß. Die Finanzspritze wird vor allem für die Welpenaufzucht gebraucht.

Katze „Mini“ wird derzeit von Michaela Filla von der Roßweiner Katzeninitiative aufgepäppelt. Sie entwickelt sich prächtig, allerdings machen der kleinen Mieze Ohrmilben zu schaffen. Deswegen ist sie in tierärztlicher Behandlung.
Katze „Mini“ wird derzeit von Michaela Filla von der Roßweiner Katzeninitiative aufgepäppelt. Sie entwickelt sich prächtig, allerdings machen der kleinen Mieze Ohrmilben zu schaffen. Deswegen ist sie in tierärztlicher Behandlung. © Lars Halbauer Lars Halbauer

Roßwein. Mini heißt das jüngste Katzenbaby, das Michaela Filla und ihre beiden Mitstreiterinnen gerade aufpäppeln. Das kleine Kätzchen ist aber längst nicht der einzige Vierbeiner, den die Roßweiner Tierschützer versorgen.

Vor allem kümmern sie sich um die sogenannten Freigänger. Das sind Katzen, die kein Zuhause haben und auch nicht mehr in ein solches integriert werden können.

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Finanziell gerät die Roßweiner Katzeninitiative immer wieder an ihre Grenzen. Deshalb war die Freude riesengroß, dass die Katzeninitiative jetzt eine Zuwendung in Höhe von 400 Euro für die Welpenaufzucht aus dem Bürgerhaushalt erhalten hat.

Michaela Filla, die „Chefin“ der Initiative, hatte bereits im November vergangenen Jahres beim Stadtrat vorgesprochen und angefragt, wie die Kommune den Tierschützern finanziell unter die Arme greifen könnte. „Da hat uns der Bürgermeister auf die Idee mit dem Bürgerhaushalt gebracht“, erzählt Michaela Filla. „Wir haben einen Antrag gestellt und hatten die 100 benötigten Unterstützungsunterschriften ruckzuck zusammen.“

Pauschal benötigen die Tierschützer für die Aufzucht von Katzenbabys rund 50 bis 60 Euro allein an Tierarztkosten für Wurmkuren oder die Behandlung von Magen-Darm-Infekten“, rechnet Michaela Filla vor. Im vergangenen Jahr haben sie so sieben Katzenkinder retten können.

Gesundheit der Tiere steht an erster Stelle

Die Gesundheit der Tiere steht bei den Tierschützern an erster Stelle. Bei zwei Welpen, die die Roßweiner im vergangenen Jahr aufgepäppelt haben, schlugen Laborkosten und die Behandlung einer Augenerkrankung mit rund 200 Euro zu Buche. „Da haben mir schon die Schweißperlen auf der Stirn gestanden, denn damit waren unsere Reserven aus Spenden restlos aufgebraucht.“

Eigentlich sollte davon das Dach der Futterstelle für die Freigänger im Wald repariert werden, das schon lange defekt ist. „Das haben wir da erst einmal zurückgestellt“, so Michaela Filla.

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Bei Mini, die Passanten auf der Mühlstraße gefunden haben und die derzeit noch bei Michaela Filla „wohnt“, halten sich trotz Behandlung hartnäckig die Ohrmilben. „Ich muss mit ihr nochmals zum Tierarzt“, so Filla. Ansonsten entwickelt sich die kleine Mieze aber prächtig. „Sie ist aufgeschlossen auch Fremden gegenüber, spielt alleine und kommt auch mit anderen Katzen gut klar.“

Michaela Filla hofft, dass sie die Kleine bald vermitteln kann. Bisher gebe es noch keine Interessenten, „aber wir machen uns da keinen Stress“, sagt sie. Manchmal würden sich potenzielle Katzeneltern auch für etwas ältere Tiere interessieren. Für eine aufgezogene Katze verlangen die Tierschützer 50 Euro, was die Kosten der Handaufzucht aber nicht aufwiege.

Sterilisieren von Freigängern ist Hauptanliegen

Spenden sind die einzige Einnahmequelle, die die Katzeninitiative hat. „Die Spendenbereitschaft sei auch relativ hoch, besonders um Feiertage, wie Weihnachten oder Ostern herum. Hauptanliegen der Roßweiner Tierschützer ist es, die Freigänger sterilisieren zu lassen, damit sie sich nicht weiter vermehren.

Helfen würde den drei Frauen neben den finanziellen Zuwendungen aber auch Unterstützung etwa beim Füttern der Tiere oder auch „wenn mal der Weg zu den Futterstellen freizuschneiden ist.“

Zuschuss umstritten

Der Zuschuss an die Katzeninitiative aus dem Bürgerhaushalt ist nicht unumstritten gewesen. Steffen Thiele (SPD) sagte bei der Diskussion über diese Art Etat im Stadtrat, dass die Kommune ja schon finanzielle Zuwendungen an das Tierheim in Ostrau leistet, das sich um Fundtiere in der Region Roßwein kümmert.

Diese Tatsache ist unstrittig. Doch Uwe Hachmann zollte zugleich den Frauen Respekt. „Weil sie sich um Streuner kümmern, sorgen sie auch in gewisser Weise für Ordnung in der Stadt“, findet er. Deshalb sei die Unterstützung seiner Meinung nach auch angemessen.

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Aus Sicht von Hauptamtsleiterin Michaela Neubert ist eine Zuwendung aus dem Bürgerhaushalt der nahezu einzige Weg, auf dem die Kommune der Initiative finanziell „unter die Arme greifen“ kann. Sie als Antragsteller zurückzuweisen, davon riet die Amtsleiterin aufgrund einer Tatsache ab: Obwohl der Bürgerhaushalt im Vergleich zu 2020 um die Hälfte reduziert werden musste, blieb am Ende noch Geld übrig.

Für Rico Söhnel (CDU) war das Hin und Her über 400 Euro für die Katzeninitiative „indiskutabel“. „Die Frauen stecken in diese Hilfe viel Kraft, handeln uneigennützig.“ Andere Antragsteller könnten auf regelmäßige Einnahmen zurückgreifen. Das sei bei der Initiative nicht der Fall.

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