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Goldene Pennäler feiern trotz Corona

Manche Absolventen haben sogar schon seit 60 Jahren das Abi in der Tasche. Nur wenige bleiben wegen Corona daheim.

Seit 2003 ist es Tradition, dass die Absolventen des Döbelner Lessing-Gymnasiums zur Feier des Goldenen und Diamantenen Abiturs vom Schulförderverein eingeladen werden. Dieser machte die Feier trotz Corona möglich.
Seit 2003 ist es Tradition, dass die Absolventen des Döbelner Lessing-Gymnasiums zur Feier des Goldenen und Diamantenen Abiturs vom Schulförderverein eingeladen werden. Dieser machte die Feier trotz Corona möglich. © Thomas Kube

Von Elke Görlitz und Thomas Kube

In einer fröhlichen Bierrunde des Abiturjahrganges 1953 wurde 2002 die Idee geboren, das Jahrgangstreffen zum 50-jährigen Abitur doch als „Goldenes Abitur“ zu feiern. Das Erste gab es dann 2003. Inzwischen sind es die Abschlussjahrgänge 1970 und 1960, die das Goldene beziehungsweise Diamantene Abitur feiern.

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Zwar hatte der Traditions- und Förderverein des Lessing-Gymnasiums viele Vorkehrungen getroffen, um trotz Corona die Tradition aufrecht zu erhalten. Doch es blieben Zweifel: „Wie viele werden wohl kommen?“ Am Sonnabend freute sich Schulleiter Michael Höhme dann darüber, dass die Mehrzahl der Jubilare den Weg nach Döbeln und in die frühere Schule nicht gescheut hatte.

Unter ihnen Peter Linder (68) aus Königsbrück. „Nach dem Abitur habe ich in Ilmenau biomedizinische Technik und Bionik studiert. Mit dem Abschluss ging ich an das Institut für Medizintechnik in Frankfurt/Oder. Später kam ich dann ans Institut für Luftfahrtmedizin nach Königsbrück bei Dresden. Dort wirkte ich als Ingenieur und Zivilbeschäftigter bei den Luftstreitkräften der Nationalen Volksarmee. Nach der Wende wurde der Standort Trainingszentrum für flugphysiologische Ausbildung. Auch dort war ich bis zu meinem Renteneintritt im September 2017 tätig“, schildert er seinen Lebensweg nach dem Abitur.

Monika Grondziok (69) aus der Nähe von Quedlinburg war zunächst selbst im Schuldienst. Nach dem Lehramtsstudium, so berichtete sie, unterrichtete sie in fünften bis zehnten Klassen. „Als ich selbst Kinder bekam, zog ich mich aus der Bildung zurück“, sagte sie. Noch heute unterstütze sie ihren Mann, der nach der Wende ein eigenes Bauunternehmen gegründet hatte.

Einen kurzen Weg zur alten Penne hatte Petra Winkler. Die Döbelnerin studierte Rechtswissenschaften. „Ich war dann Berufsberaterin und Arbeitsberaterin, später Fallmanagerin bei der Arbeitsagentur hier in Döbeln“, erzählte die 68-Jährige.

Begeistert von moderner SchuleGanz begeistert waren die goldenen und diamantenen Abiturienten von der modernen Schule, die sie am Sonnabend besichtigten.„Ich habe den kompletten Rundgang durch das heutige Schulgelände mitgemacht und bin natürlich positiv überrascht, was sich hier alles geändert hat“, schwärmte Runa Hildebrand (68) aus Oberkrämer bei Berlin. „Nicht nur die neue hochmoderne Sporthalle, auch die Klassenräume und Fachkabinette sind ja auf dem modernsten Stand. Da sind viele Schulen bei uns in Berlin und Brandenburg auch heute noch deutlich schlechter, was die Modernisierung betrifft“, schätzte sie ein. Eine neben stehende ehemalige Schulkameradin pflichtet ihr bei: „Auch bei uns in Thüringen kenne ich Schulen, die längst nicht so ein hohes Level haben.“

Eine Einschätzung, die Schulleiter Michael Höhme und seine Kollegen am Sonnabend öfter hörten.Schon am Freitagabend waren die Jubilare in der Aula begrüßt worden: Mit einem Poetry-Slam-Abend, bei dem Schülerinnen und Schüler selbst geschriebene Texte vorstellten. Nach der Schulführung und der Festveranstaltung gab es dann am Abend in geselliger Runde ausreichend Gelegenheit, die Erinnerungen an die gemeinsame Schulzeit noch einmal aufzufrischen.

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