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Großes Jubiläum für Leisniger Schützen

Der Verein ist vor 600 Jahren gegründet worden. Das lässt sich aufgrund verschiedener Quellen nachweisen.

Die Mitglieder der Privilegierten Bürgerschützengesellschaft zu Leisnig feiern das 600-jährige Vereinsjubiläum.
Die Mitglieder der Privilegierten Bürgerschützengesellschaft zu Leisnig feiern das 600-jährige Vereinsjubiläum. © privat

Leisnig. Die „Privilegierte Bürgerschützengesellschaft zu Leisnig 1421“ feiert in diesem Jahr den 600. Vereinsgeburtstag.

„Dass der Verein wirklich so alt ist, lässt sich durch verschiedene Quellen belegen“, sagt Vereinspräsident Wolfgang Pfeifer. In der Chronik von Johann Kamprad aus dem Jahr 1753 ist zu lesen: „Die Schützengesellschaft ist als solche allhier zu Leisnig über 200 Jahr aufgerichtet gewesen, und hernach um guter Ordnung willen ... legitimiert.“

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Aktenkundig vermerkt ist dies mit dem Datum 13. Juni 1567. Daraus lässt sich schlussfolgern, dass schon um das Jahr 1367 eine Vereinigung von wehrhaften Bürgern in Leisnig bestanden hat.

Schützen im Heereswesen eingesetzt

In einem Schreiben des Vorstandes der Leisniger Schützengesellschaft vom 12. August 1903 heißt es: „Wie allgemein bekannt, ist die Leisniger Schützengesellschaft, die bereits im 15. Jahrhundert gegründet wurde, eine der ältesten, wenn nicht die älteste Korporation (Körperschaft, d. A.) unserer Stadt überhaupt.“

Ein weiteres Schriftstück der Stadt Leisnig vom 20. Dezember 1921 – ein Beschluss des Stadtrates – dokumentiert, dass die Privilegierte Bürgerschützengesellschaft Leisnig am 28.- Mai 1421 gegründet wurde. „Diese geschichtlich verbrieften Quellen dokumentieren, dass der Leisniger Schützenverein seit 600 Jahren besteht“, sagt Wolfgang Pfeifer nicht ohne Stolz.

Die Bürgerschützengesellschaft befasste sich im Laufe der Zeit nicht nur mit dem Schießsport. So waren die Schützen zunächst im Heereswesen eingesetzt. Der Burggraf schätzte und förderte die gut ausgebildeten Leute. Auch Aufgaben von Polizei und Justiz übernahmen die Schützen. So bewachten sie Gefangene und Brücken. Bei Festen und Jahrmärkten sorgten sie für Ordnung.

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Sogar bei Festnahmen waren sie dabei, hat Jürgen Rostock in alten Archiven herausgefunden. Er hat viele Details zur Geschichte des Vereins zusammengetragen und unter anderem im Mildensteiner Erzähler veröffentlicht. Jürgen Rostock, der zum Ehrenmitglied des Vereins ernannt worden war, ist vor wenigen Tagen im Alter von 79 Jahren verstorben.

Neugründung nach der Wende

Nachdem das Vereinsleben während des Zweiten Weltkriegs und zu DDR-Zeiten ruhen musste, gründete sich die Privilegierte Bürgerschützengesellschaft zu Leisnig 1421 am 10. März 1992 neu. Der Leisniger war damals einer der ersten Schützenvereine, der ins Vereinsregister eingetragen wurde. Die Mitgliederzahl stieg schnell an und umfasste bis zu 80 Personen. Heute gehören dem Verein 40 Mitglieder an.

Zunächst hatten die Schützen keine Vereinsräume. Im Jahr 2001 begann der Ausbau der Kellerräume an der Westseite der Siegesmund-Reschke-Schule in Leisnig. In zwei Jahren wurde eine Schießanlage mit fünf Bahnen, Sanitärräumen und einem Aufenthaltsraum geschaffen.

Feier zum 600-jährigen Bestehen: Sonnabend, 18. September, ab 12 Uhr.

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