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Döbeln

Handballer beenden Saison

Die Vereine stehen zu dieser Entscheidung des Verbandes. Hinsichtlich der Spielbeiträge gibt es jedoch Kritik.

Ende September 2020 hatte der VfL Waldheim 54 noch die HSG Neudorf/Döbeln zum Derby in der Verbandsliga der Männer empfangen. Das Rückspiel wird es nun nicht mehr geben.
Ende September 2020 hatte der VfL Waldheim 54 noch die HSG Neudorf/Döbeln zum Derby in der Verbandsliga der Männer empfangen. Das Rückspiel wird es nun nicht mehr geben. © Dietmar Thomas

Region Döbeln. Das Präsidium des Handball-Verband Sachsen (HVS) hat den Abbruch der laufenden Saison einstimmig beschlossen. Dies wurde auf der Internetseite des Verbandes verkündet. Auch in den Spielbezirken wurde die Saison für beendet erklärt.

„Die zuletzt erneut verlängerten Maßnahmen von Bund und Ländern zur Bekämpfung des Corona-Virus SARS-CoV-2 über die nächsten Wochen hinweg und die damit verbundenen Unabwägbarkeiten für die Planung des Spielbetriebs lassen leider keine andere Entscheidung zu“, heißt es weiter. Der Meisterschaftsspielbetrieb könne im Erwachsenen- und Jugendbereich nicht fortgesetzt werden, da eine Beendigung nicht mehr realistisch ist.

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Die am 2. November unterbrochenen Meisterschaftsrunden im Erwachsen- und Nachwuchsspielbetrieb 2020/21 werden nicht fortgesetzt und abgebrochen. Es erfolgt keine Wertung der Saison 2020/21. Es gibt keine Auf- und keine Absteiger zur Saison 2021/22.

Geht im Pokal noch etwas?

Sollte aufgrund von Beschlüssen auf Bund- und/oder Länderebene eine Rückkehr in den Spielbetrieb mit einer entsprechenden Vorlaufzeit für handballspezifisches Training (Verletzungsprävention) möglich werden, wird versucht den HVS-Landskron-Pokal im Erwachsenenbereich bis Ende Juni auszuspielen und im Nachwuchsbereich den Jugendpokal auszutragen. Zusätzlich wird verbandsseitig ein möglicher freiwilliger Freundschaftsspielbetrieb sowohl im Erwachsenen- und Jugendbereich aktiv begleitet werden.

Darüber hinaus wurden aufgrund der besonderen Umstände bereits erste Rahmenparameter für die Punktspielserie 2021/22 auf Verbandsebene festgelegt. Die für die Punktspielserie 2020/21 abgerechneten Spielbeiträge werden auf die Saison 2021/22 übertragen und zu 50 Prozent angerechnet. Der Meldetermin für die Saison 2021/22 soll nach hinten verschoben werden. Entsprechende Beschlüsse werden vorbereitet.

„Das Präsidium dankt allen Verantwortlichen in den Vereinen, Trainerinnen und Trainern, Spielerinnen und Spielern sowie Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern für die vielfältigen Aktivitäten, die in der schwierigen Corona-Zeit auf der sportlichen Ebene entsprechend den Möglichkeiten umgesetzt wurden. Diese Initiativen werden den Handball in Sachsen auch in Zukunft stärker machen“, so das HVS-Präsidium. Ebenso gelte der Dank den Sponsoren und Förderern für ihre Treue zu den Vereinen.

Verband entscheidet ohne Vereine

Bei den Handballern in der Region stößt diese Entscheidung auf volles Verständnis. „Auf fairer und sicherer Basis wäre eine Fortführung des Spielbetriebs nicht mehr möglich gewesen“, sagte Daniel Reddiger, Trainer der Sachsenliga-Frauen der HSG Neudorf/Döbeln. Selbst wenn nur die Hinrunde beendet worden wäre, hätte das für ihn keinen sportlichen Wert gehabt, so Reddiger. „Für uns sind die Heimspiele wichtig. Bei einer solchen Lösung hätte es sein können, dass man alle schweren Mannschaften auswärts hat“, so Reddiger.

Weil Training mit der Mannschaft derzeit nicht möglich ist, setzt Reddiger auf die digitale Variante. Einmal in der Woche bittet er zum Online-Training. Ansonsten laufe die Verständigung über die sozialen Medien oder per Telefon. Damit zumindest etwas Wettbewerbscharakter aufkommt, hat der Trainer eine Kilometer-Challenge ausgerufen. „Wir haben zwei Teams gebildet, die so viel wie möglich Kilometer sammeln müssen. Das wird per App kontrolliert“, so Reddiger.

Spielbeiträge höher anrechnen

Auch HSG-Präsident Steffen Händler begrüßt die Entscheidung. „Auf der anderen Seite schmerzt es aber doch, dass es so gekommen ist“, so Händler. Er hätte gern beobachtet, wie die Entwicklung der ersten Männermannschaft weitergelaufen wäre. Die war nach dem Abstieg mit drei Siegen in der Verbandsliga West gestartet. Händler bedauert jedoch, dass der Handball-Verband die Entscheidung quasi im Alleingang getroffen hat. „Ich hätte mir gewünscht, dass man die Vereine ins Boot holt“, so Händler.

Lars Friedrich, Vereinsvorsitzender des VfL Waldheim 54, kann die Entscheidung nachvollziehen. Kritik äußert jedoch hinsichtlich der Spielbeiträge. Diese werden nur zu 50 Prozent auf die neue Saison angerechnet. „Die Saison war höchstens zu einem Viertel gespielt. Deshalb hätte ich mir hier eine höhere Anrechnung gewünscht“, sagte Friedrich.

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