merken
PLUS Döbeln

Wegen Abriss Straße gesperrt

Das Eckgebäude des Stadtgutes wird abgetragen. Deshalb sind zwei Zufahrten zum Markt nicht passierbar.

Die Karl-Marx-Straße und die Leisniger Straße in Hartha sind im Bereich der Abbrucharbeiten gesperrt.
Die Karl-Marx-Straße und die Leisniger Straße in Hartha sind im Bereich der Abbrucharbeiten gesperrt. © Dietmar Thomas

Hartha. Der Verfall des Stadtgutes an der Leisniger Straße war nicht mehr aufzuhalten. Deshalb rückte Mitte September der Abrissbagger an. Außerdem wurde das nebenstehende Wohnhaus Karl-Marx-Straße 2 abgerissen.

Die Arbeiten gehen zügig voran. Das teilte Bürgermeister Ronald Kunze (parteilos) zur Ratssitzung mit. In dieser Woche fällt das Eckhaus als letztes Gebäude. Aus Sicherheitsgründen wurden die Karl-Marx-Straße und die Leisniger Straße in diesem Bereich gesperrt. Eine Zufahrt zum Markt ist von der Döbelner und der Steinaer Straße möglich.

August Holder GmbH
Zuverlässigkeit und Erfahrung
Zuverlässigkeit und Erfahrung

Kettensäge kaputt oder Profi-Gerät für´s Wochenende gesucht? Bei HOLDER kein Problem: Onlineshop, Werkstatt und Leihservice sorgen für funktionierendes und passendes Gerät.

In dieser Woche wird das letzte Gebäude des Stadtgutes in Hartha abgerissen.
In dieser Woche wird das letzte Gebäude des Stadtgutes in Hartha abgerissen. © Dietmar Thomas

„Voraussichtlich sind die Arbeiten am Eckhaus am Mittwoch beendet. Dann wird die Sperrung wieder aufgehoben. Der Rückbau ist aber noch nicht beendet“, sagte Bauamtsleiter Ronald Fischer auf Anfrage. Zum Schluss fällt die Mauer, die das Areal im hinteren Bereich umgrenzte. Auch muss noch jede Menge Schutt abgefahren werden.

Den Auftrag hatte die Firma Lengenfelder Recycling und Abbruch übernommen. Die Kosten für den Abriss der Gebäude liegen bei etwa 135.000 Euro. 80 Prozent der Summe werden vom Freistaat Sachsen über das Programm zur Brachenberäumung gefördert. Die Stadt muss einen Eigenanteil von etwa 27.000 Euro aufbringen. 

Bis Mitte Januar 2021 sollen die Arbeiten beendet sein. „Das Areal soll als Freifläche gestaltet werden“, sagte Bauamtsleiter Ronald Fischer. Im Hinblick auf die Feier zum 800-jährigen Bestehen der Stadt Hartha im Jahr 2023 sei dies nicht die schlechteste Variante.

Das Areal des ehemaligen Stadtgutes aus der Vogelperspektive. Ist das Eckhaus gefallen, werden die mauern abgerissen.
Das Areal des ehemaligen Stadtgutes aus der Vogelperspektive. Ist das Eckhaus gefallen, werden die mauern abgerissen. © Dietmar Thomas

Pläne für das Stadtgut

Pläne lösen sich in Luft auf Für das im 18. und 19. Jahrhundert errichtete und immer wieder umgebaute Stadtgut gab es nach 1990 einige Ideen. Es stand bereits zu DDR-Zeiten unter Denkmalschutz, weil es als erhaltenswertes Ensemble mit Potenzial gesehen wurde.

Zweimal gab es Versuche, das Objekt umzubauen. In den 1990er-Jahren wollte ein Architekt auf dem Areal eine Wohnanlage bauen. Das Eckgebäude sollte ein Wohn- und Geschäftshaus werden und im hinteren Bereich der Leisniger Straße einzelne Wohngebäude entstehen. Doch dieses Projekt wäre aus Sicht der Unteren Denkmalschutzbehörde nicht umsetzbar gewesen.

Später sollte das Stadtgut ein Treffpunkt für alle Generationen werden. Das damals noch in der Annenstraße beheimatete und inzwischen schon seit Jahren geschlossene Industriemuseum sowie die Heimatstube sollten einziehen, ein Ort entstehen, an dem sich Vereine treffen können. Weil das Fördergeld aus dem Stadtsanierungskonzept ausblieb, konnten die Pläne nicht umgesetzt werden.

Im Jahr 2015 gab es neue Hoffnung. Ein Investor meldete sich bei der Stadt, der das Stadtgut umbauen und in dem Gebäude betreutes Wohnen und teilstationäre Pflege anbieten wollte.

Das Vorhaben fand damals bei den Harthaer Stadträten große Zustimmung. Doch der Investor zog sein Interesse am Kauf des Objektes zurück. „Eine Investition muss sich auch rechnen. Das war nach allen Abwägungen nicht der Fall. Hinzu kommt, dass der Aufwand zur Erfüllung der Auflagen des Denkmalschutzes sehr hoch gewesen ist“, begründete der Investor damals seine Absage. (DA/je mit fk)

Mehr lokale Nachrichten aus Döbeln und Mittelsachsen lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Döbeln