merken
PLUS Döbeln

Der nächste Coup der Verschönerer

Am Bahnhof ist ein Rastplatz für Radfahrer und Wanderer entstanden. Eigentlich war etwas anderes geplant.

Die Verschönerer Georg Richter (links), Sylvia Reichert-Penzel, Jürgen Jerzembek haben am neuen Rastplatz am Bahnhof in Hartha Bäume und Sträucher gepflanzt.
Die Verschönerer Georg Richter (links), Sylvia Reichert-Penzel, Jürgen Jerzembek haben am neuen Rastplatz am Bahnhof in Hartha Bäume und Sträucher gepflanzt. © Dietmar Thomas

Hartha. Anpacken, statt meckern. Das ist die Devise der Interessengemeinschaft (IG) „Wir für ein schönes Hartha“, die zum Heimatverein gehört. Den Mitgliedern und Unterstützern ist es bereits mehrfach gelungen, unansehnlichen Ecken in echte Kleinode zu verwandeln.

Diesmal ist ein Rastplatz am Radweg zwischen Waldheim und Geringswalde in der Nähe des Harthaer Bahnhofes entstanden. Dafür ist einiges bewegt worden. Die ehemalige Zufahrt zum Bahnhof gibt es nicht mehr. „Die Straße und Gehweg wurden zurückgebaut, und es Erde aufgefüllt worden“, sagte die Vorsitzende des Harthaer Heimatvereins Silke Weise.

Anzeige
Hier wird die Zukunft entwickelt
Hier wird die Zukunft entwickelt

Spitzenforschung und Lehre auf hohem Niveau gibt es auch außerhalb von Großstädten und Ballungszentrum: nämlich an der Hochschule Zittau/Görlitz.

Als die Verschönerer im Frühjahr damit begannen, den Bereich am Wanderweg, wo einst die Kneipe „Pünktchen“ stand, in Ordnung zu bringen, wollten sie nur Unkraut ziehen und Rasen mähen. Eine Dreckecke sollte verschwinden.

Marko Anker, Ulfert Lorenz und Jenny Jahr beim Pflanzen von Sträuchern auf dem neuen Rastplatz am Bahnhof.
Marko Anker, Ulfert Lorenz und Jenny Jahr beim Pflanzen von Sträuchern auf dem neuen Rastplatz am Bahnhof. © Dietmar Thomas

Doch dann gab es die Leaderförderung für Kleinprojekte. Mit dieser Möglichkeit, Geld zu bekommen, reiften die Ideen der Verschönerer, wie der Platz gestaltet werden könnte. Was nun mit Unterstützung der Stadt, des Bauhofes und von Sponsoren entstanden ist, kann sich sehen lassen.

Seit einigen Jahren sponsert die Firma Straßen- und Tiefbau Estler jedes Jahr eine rustikale Sitzgruppe aus Holz. Und nicht nur das. Es wurde eine Pflasterfläche geschaffen, auf der die Sitzgruppe nun einen guten Standort hat. Gleich nebenan können die Radfahrer auf einem geschotterten Platz ihre Räder an einem massiven Ständer, der einer Spirale ähnelt, abstellen. „Den Fahrradständer hat ein Harthaer gesponsert“, sagte die Vereinschefin.

Auch die Mitarbeiter des Bauhofes der Stadt haben einen großen Anteil am neuen Rastplatz. Angelehnt an die Bögen, in denen früher einmal Bänke standen, ist nun eine Mauer aus Bruchsteinen hinter der Sitzecke errichtet worden, die dadurch gemütlicher wirkt.

Bäume und Sträucher von Fielmann

Am Donnerstag pflanzten nun einige Verschönerer unter der fachmännischen Anleitung des Stadtgärtners Bäume, Sträucher und Hecken. „Auch da haben wir auf einen langjährigen Sponsoren gesetzt und bei der Fielmann AG einen entsprechenden Antrag gestellt. Die Zustimmung kam sofort. Immerhin sind es knapp 2.200 Euro, die uns für mehr Grün im Stadtgebiet zur Verfügung gestellt werden. Darüber haben wir uns sehr gefreut“, sagte Silke Weise.

Und so kamen am Donnerstag Ligusterpflanzen, Hundsrosen, Pfeifensträucher, vier verschiedene Kirschbäume und eine Eiche in die Erde. Zum Projekt gehörte auch das Anlegen eines neuen Gehwegstückes, der nun bis zum Radweg reicht. Insgesamt sind ohne die Zuwendungen der Sponsoren Kosten in Höhe von 13.200 Euro entstanden. 10.000 Euro werden gefördert.

„Der Rastplatz ist ein Beispiel, wie mit relativ wenig Geld viel geschaffen, Hartha ein Stück schöner werden kann“, so Silke Weise. Das sei aber nur durch die gute Zusammenarbeit mit der Stadt möglich gewesen. „Wir haben schon viel Lob für die Gestaltung des Areals bekommen. Nun hoffen wir, dass es auch lange so ordentlich bleibt“, so die Vereinschefin. Im nächsten Jahr soll dann noch Rasen eingesät werden. Das Geld für den Kauf des Samens müssen die Verschönerer selbst aufbringen. „Schön wäre es, wenn sich noch ein oder mehrere Sponsoren finden würden. Wir freuen uns über jede Spende“, sagte Silke Weise.

Sie und ihr Team haben im nächsten Jahr noch mehr vor. An allen sechs bisher verschönerten Verweilpunkten sollen Infotafeln aufgestellt werden. Die Rastenden sollen dann mehr über den Ort und seine Geschichte erfahren. „Die Holzgestelle für die Tafeln baut uns die Firma Opitz Holzbau, und die Dächer darüber stellt der Dachdeckermeisterbetrieb Paulisch her“, so Georg Richter von den Verschönerern.

Rundwanderweg entstanden

So entstehe ein Rundwanderweg vom Stadtpark über den Rastplatz am Bahnhof, den Bismarkstein am Heegweg, die Wasserscheide, dem höchsten Punkt der Eisenbahnstrecke, den Erzgebirgsblick an der Umgehungsstraße und die historischen Triangulationssäule am Harthaer Kreuz.

„Damit haben wir den Westteil der Stadt in einem sieben Kilometer langen Weg erschlossen“, sagte Richter. Künftig sollen auch Verweilpunkte in der Oststadt entstehen. „Jetzt sind wir erst einmal froh, dass wir am Bahnhof soweit gekommen sind. Es ist alles optimal gelaufen, weil viele sich engagiert und mit angepackt haben“, so Georg Richter.

Mehr lokale Nachrichten aus Döbeln und Mittelsachsen lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Döbeln