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Rückblick: Hartha durch Banküberfall in den Schlagzeilen

Im Oktober erbeutet ein Unbekannter in der Filiale Geld. Zum Stand der Ermittlungen hält sich die Polizei bedeckt.

Ein Polizist steht nach dem Überfall vor dem Eingang zur Sparkasse in Hartha. Er weist eine Passantin darauf hin, dass die Filiale nicht betreten werden darf.
Ein Polizist steht nach dem Überfall vor dem Eingang zur Sparkasse in Hartha. Er weist eine Passantin darauf hin, dass die Filiale nicht betreten werden darf. © Frank Korn

Hartha. Es ist kurz vor 9 Uhr an diesem Donnerstagmorgen im Oktober. Ein Mann betritt die Filiale der Sparkasse an der Dresdner Straße in Hartha. Er bedroht zwei Mitarbeiterinnen mit einer Waffe und fordert Geld. Der Mann nimmt das Bargeld an sich und flüchtet.

Knapp drei Monate später sind die Ermittlungen bezüglich des Banküberfalls noch nicht abgeschlossen. „Es hatten sich nach der Veröffentlichung auch Zeugen gemeldet. Aufgrund des laufenden Verfahrens können keine weiteren Angaben gemacht werden“, sagt Marcus Gerschler, Sachbearbeiter Medienarbeit bei der Polizeidirektion Chemnitz.

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Öffentliche Fahndung eingeleitet

Die Polizei hat damals eine öffentliche Fahndung nach dem Täter eigeleitet. Der Mann soll maskiert gewesen sein, etwa 1,80 Meter groß. Er habe nach Angaben von Zeugen und den Daten der Überwachungskameras Deutsch gesprochen. "Bekleidet war er mit einer dunklen Kapuzenjacke, blauen Jeans und schwarzen Turnschuhen mit weißer Sohle", informiert eine Pressesprecherin der Polizeidirektion Chemnitz.

Der Unbekannte soll in einem dunklen Fahrzeug mit dem Kennzeichen ERZ-OI 115 den Tatort verlassen haben. Bei dem Auto handelt es sich möglicherweise um einen VW. Das Kennzeichen ist offenbar gestohlen. Der Mann soll mit dem Auto in Richtung Fröndenberger Straße gefahren sein.

Straßen für kurze Zeit gesperrt

Nach dem Überfall werden die Straßen im Bereich der Sparkasse für etwa 20 Minuten gesperrt. Ein Passant beobachtet, wie zwei Polizisten mit Maschinenpistolen die Filiale betreten. Nach ein paar Minuten fährt ein Rettungswagen vor, dessen Besatzung sich um die beiden Mitarbeiterinnen kümmert. Verletzt ist aber niemand. Die Mitarbeiterinnen werden auch psychologisch betreut.

Ein Hubschrauber kreist über der Stadt. Streifenwagenbesatzungen halten nach dem Täter Ausschau. Gegen 11.45 Uhr wird die Fahndung schrittweise zurückgefahren. Der Hubschrauber wird abgezogen. Dem Täter wird schwere räuberische Erpressung vorgeworfen, die Suche nach ihm läuft weiter.

Bauhofmitarbeiter entdeckt Verpackung

Einen Tag später entdeckt ein Mitarbeiter des Bauhofes in Hartha die Verpackung einer Spielzeugpistole auf einer Parkbank im Stadtpark "Am Reinhardtsthal“ in Hartha. Die Anlage liegt in direkter Nachbarschaft zur Filiale der Sparkasse.

Die Mitarbeiter des Bauhofes sind regelmäßig in dem Park zugegen, um zum Beispiel die Abfallbehälter zu leeren. Dabei sei dem Mitarbeiter die Verpackung aufgefallen, wie er gegenüber einem Fotoreporter äußerte. Der Mann informiert umgehend die Polizei.

Bereits nach kurzer Zeit sind zwei Beamte des Döbelner Polizeireviers vor Ort, um sich den Fund anzuschauen. Wie der Fotoreporter weiter berichtet, machen die Beamten zunächst mehrere Aufnahmen von der Verpackung und nehmen sie anschließend mit. Aufgrund der laufenden Ermittlungen will sich die Polizei nicht zu dem Fund äußern.

Erster Überfall dieser Art

In der Filiale der Döbelner Kreissparkasse ist einen Tag nach dem Überfall lediglich der Vorbereich mit den SB-Automaten geöffnet. Der Service-Bereich, der über eine weitere Zugangstür zu erreichen ist, bleibt geschlossen. In der darauffolgenden Woche hat die Filiale aber wieder wie gewohnt geöffnet.

Für die Sparkasse Döbeln, die sechs Geschäftsstellen im Altkreis betreibt, sei es der erste Überfall dieser Art gewesen. Die Mitarbeiter würden jedoch in regelmäßigen Abständen zu diesen Fällen unterrichtet, informiert Kati Kügler vom Vertriebsmanagement der Sparkasse. „Dabei werden wichtige Hinweise zum Verhalten in einer solchen Situation gegeben“, sagte Kügler. Spezielle Trainings gebe es jedoch nicht, da jede Gefahrensituation unterschiedlichen Rahmenbedingungen unterliege. (mit mf)​

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