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Harthaer baut Kirchenmodell

Ein Festjahr war zum 150-jährigen Bestehen der Stadtkirche geplant. Corona hat fast alles verhindert.

© Wolfgang Fichtner

Hartha. Am heutigen Freitag wurde genau vor 150 Jahren die Harthaer Stadtkirche in ihrer heutigen Form eingeweiht. Ein Festgottesdienst am Sonntag soll daran erinnern. „Auch wenn vieles nicht möglich ist, so soll der Gottesdienst eine würdige Form erhalten“, sagte Kirchenvorstand Michael Fromm.

 Auf jeden Fall wird der Kantor auf der 110 Jahre alten Orgel spielen. Wegen Corona darf der Chor nicht singen und auch der Posaunenchor nicht spielen.

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Am Gottesdienst, den Pfarrerin Susanne Willig hält, dürfen maximal 100 Gäste teilnehmen. „Wir haben ein Hygienekonzept. Die Plätze, die nicht genutzt werden können, wurden entsprechend markiert“, so Fromm.

Tolles Festprogramm geplant

Eigentlich sollte es aus Anlass des 150-jährige Bestehens der Stadtkirche ein Festjahr mit vielen Veranstaltungen geben. Nur eine davon, das Neujahrskonzert, konnte stattfinden. Höhepunkte wie der Auftritt des Chores der Hochschule für Kirchenmusik Dresden oder das Orgelkonzert mit dem Kantor der Frauenkirche Dresden, Matthias Grünert, mussten wegen der Corona-Pandemie ausfallen.

 Geplant waren ebenfalls ein Rock-Konzert mit Judy Bailey und Band sowie Lichtklänge in der Stadtkirche. „Der Kirchenvorstand hat lange beraten. Es tut uns allen leid, dass wir dieses Ereignis nicht wie geplant begehen können. Doch die Gesundheit geht vor. Deshalb haben wir uns entschlossen, die meisten Veranstaltungen zu verschieben“, sagte Michael Fromm. Mit den Akteuren sei bereits gesprochen worden. Die meisten würden auch im kommenden Jahr, wenn es möglich ist, in der Stadtkirche auftreten“, sagte der Kirchenvorstand.

Nun müsse abgewartet werden, wie lange es die Einschränkungen gibt. Verlegt wird auch der Vortrag zur Geschichte der Stadtkirche. Im Faltblättchen in Form einer Froschfaltung ist dazu einiges zu erfahren.

König macht den Harthaern Mut

Aus Anlass des 150-jährigen Bestehens hat der ehemalige Kirchenvorstand und Hobbybaumeister Dr. Wolfgang Fichtner ein Model der Stadtkirche aus Ankerbausteinen errichtet. 

„Grundlage aller Ankerbausteine ist ein Würfel mit einer Kantenlänge von 25 Millimetern. Die Bausteine gibt in den klassischen Farben Rot, Gelb und Blau“, so Wolfgang Fichtner. Sein Modell zeigt die komplette Westfassade. Bis zur Oberkante des Turmkreuzes hat es eine Höhe von 147 Zentimetern. Die Breite der Fassade beträgt 78 Zentimeter. Daraus ergibt sich ein Maßstab von 1:35.

 „Ich hatte schon länger geplant, dieses Modell zu bauen. Der 150. Geburtstag ist dafür ein würdiger Anlass“, sagte Wolfgang Fichtner, der sich auch als Stadtrat (Freie Wähler) für die Belange der Stadt einsetzt.

Mehrere Wochen, die genaue Anzahl der Stunden kann er nicht sagen, hat der Hobbybaumeister an der detailgenauen Wiedergabe des Westportals gearbeitet. „Die Anzahl der verwendeten Steine wird üblicherweise erst beim Abbau ermittelt. Wahrscheinlich habe ich etwa 4500 bis 5000 Steine verbaut“, sagte Wolfgang Fichtner. Das Modell kann nicht transportiert werden, sodass nur Fotos vermitteln können, dass das Bauwerk dem schönen Original gerecht wird. Davon überzeugte sich auch Pfarrerin Maria Beyer.

Eine Nahaufnahme des Modell, das mit Ankerbausteinen errichtet wurde.
Eine Nahaufnahme des Modell, das mit Ankerbausteinen errichtet wurde. © Wolfgang Fichtner

Frosch-Logo entwickelt

Der Steinaer hat sich nicht zum ersten Mal kreativ mit der Kirche und der Stadt auseinandergesetzt. Bereits zur 775-Jahrfeier der Stadt entwickelte er das Froschlogo. 

Von Beginn der Sanierung an hat er je nach Stand der Arbeiten ein Logo für die Kirchensanierung entworfen, das die jeweilige Bauetappe symbolisiert. Immer war der Frosch, das Harthaer Wappentier, das tragende Element.

Auch für die Kennzeichnung von Wanderwegen rund um Hartha kommt er zum Einsatz.

Ankerbausteine

  • Inspiriert durch die Holzbausteine des Pädagogen Friedrich Fröbel entwickeln die Brüder Lilienthal 1875 eine Rezeptur zur Herstellung von Mineralbausteinen, die aus einer Mischung von Quarzsand, Kalk und Leinölfirnis gepresst werden. Auf der Suche nach dem echten Baugefühl finden die Luftfahrtpioniere eine Alternative zu instabilen Holzbausteinen.
  • Der erste Steinbaukasten überzeugt durch seine natürliche Haptik: Aufgrund von Präzision, Eigengewicht und Struktur können auch große Gebäude ohne Bindemittel gebaut werden.
  • Das kreative Genie der Brüder Lilienthal war größer als ihr Vermarktungstalent. Deshalb verkauften sie hoch verschuldet das Rezept für die Herstellung ihrer Bausteine an den Universal-Unternehmer Richter.
  • Der Fabrikant errichtet 1880 ein neues Gebäude für die Produktion von „Richters Anker-Steinbaukästen“ in Rudolstadt. Parallel dazu etabliert er-eine Kunstanstalt, in der Künstler, Illustratoren und Architekten die Bauvorlagen für Baukästen erstellen und erschafft das erste Systemspielzeug der Welt.
  • Quelle: Homepage Ankerstein GmbH Rudolstadt

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