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Wohnungsanbieter an einem Strang?

Für das Gebiet im Norden der Stadt Hartha soll ein Energiekonzept erstellt werden. Davon könnten auch private Anlieger profitieren.

Das Heizhaus in Hartha Nord (im Vordergrund) wird von der Wohnbau Hartha GmbH betrieben.
Das Heizhaus in Hartha Nord (im Vordergrund) wird von der Wohnbau Hartha GmbH betrieben. © Dietmar Thomas

Hartha. Die Bezeichnung des Vorhabens liest sich etwas sperrig. Die Stadt Hartha lässt ein integriertes Quartierskonzept „Energetische Stadtsanierung“ erarbeiten.

Einen entsprechenden Beschluss fassten die Harthaer Stadträte bei ihrer jüngsten Sitzung. Über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) wird ein Förderprogramm zur Erstellung eines solchen Konzeptes angeboten. Die voraussichtlichen Kosten liegen bei etwa 62.000 Euro. Die Förderung durch die KfW beträgt 65 Prozent. Weitere 20 Prozent könnten über eine Förderung des Freistaates oder über eine Beteiligung Dritter erbracht werden. Der Eigenanteil der Stadt liegt bei etwa 9.300 Euro. „Es wird eingeschätzt, dass für die Erstellung des Konzeptes ein Zeitraum von einem Jahr erforderlich ist“, heißt es in der Vorlage für die Stadträte.

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Anfrage gibt Anstoß für Konzept

Den Anstoß, ob ein solches Konzept sinnvoll und erforderlich ist, gab die Anfrage der Wohnungsbaugenossenschaft (WBG) Kontakt zum Anschluss ihrer Wohnungen an das Heizhaus der Wohnbau Hartha. „Wir haben uns Gedanken gemacht, wie es mit der Energieversorgung weitergehen könnte“, sagte Jörg Keim, Vorstandsvorsitzender der WBG Kontakt.

Es sei im Sinne des Umweltschutzes zeitgemäß, wenn die Wohnungsunternehmen bei der Energieversorgung an einem Strang ziehen. „Zudem könnten Wärme und Strom dann zu günstigeren Preisen an die Mieter weitergegeben werden“, sagte Jörg Keim.

Dezentrale Lösung nicht mehr zukunftsträchtig

Für die Stadt bietet sich eine derartige quartiersbezogene Untersuchung im Bereich Hartha Nord an. Dabei werden Energiesparpotenziale aufgezeigt, Einsatzbereiche erneuerbarer Energieträger erfasst und konkrete Maßnahmen zur Minderung des Kohlendioxidausstoßes ermittelt. „Eine dezentrale Lösung ist nicht mehr zukunftsträchtig. Wir sollten darüber nachdenken, eine Kooperation zu bilden, wie das schon vor über 30 Jahren der Fall war“, sagte Bürgermeister Ronald Kunze (parteilos). Das Konzept soll als Entscheidungsgrundlage und Planungshilfe für künftige energetische Maßnahmen dienen.

Von einem solchen Konzept könnten aber auch private Hauseigentümer profitieren. „Die Grundstücksbesitzer werden gefragt, ob sie ihre Häuser an eine zentrale Energieversorgung anschließen lassen wollen“, sagte Kunze. Eine Pflicht sei das für die Eigentümer aber nicht.

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