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Harthaerin fühlt sich alleingelassen

Eine Seniorin will sich gegen Covid 19 impfen lassen. Doch wie kommt sie ohne Internet an einen Termin?

Die Impfung gegen das Coronavirus soll auch in den Impfzentren vonstattengehen. Termine werden über das Internet, aber auch über eine Telefon-Hotline vergeben.
Die Impfung gegen das Coronavirus soll auch in den Impfzentren vonstattengehen. Termine werden über das Internet, aber auch über eine Telefon-Hotline vergeben. © Symbolbild/Christian Charisius/dpa

Hartha. Sie gehört aufgrund ihres Alters zur Risikogruppe, was eine Infektion mit Covid 19 betrifft. Deshalb ist es für die 90-jährige Harthaerin wichtig, dass nun möglichst bald die Impfungen gegen das Virus beginnen.

Etwas verstört ist die alte Dame jedoch, nachdem sie ein Interview mit Sachsens DRK-Chef Rüdiger Unger in der Zeitung gelesen hat. Für sie klang es so, dass die Terminvergabe für die Impfungen nur über das Internet möglich ist. „Herr Unger geht wohl davon aus, dass alle Internet besitzen“, stellt die Harthaerin fest.

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Sie selbst lebt allein in ihrer Wohnung, hat aber keinen Internetanschluss. „Mit meinen 90 Jahren und vielen Krankheiten wäre ich sicher mit in der ersten Gruppe beim Impfen“, sagt sie. Ihr einziger Sohn, der sie in dieser Hinsicht unterstützen könnte, sei vor einigen Jahren gestorben. „Wie bekomme ich einen Impftermin?“, fragt die Seniorin in einem Lesebrief an Sächsische.de.

Einheitliche Regelung aller Bundesländer

„Im Moment gibt es noch gar keine Möglichkeit, einen Impftermin zu erhalten“, antwortet das Sächsische Staatsministerium für Soziales und gesellschaftlichen Zusammenhalt (SMS) auf Anfrage. Das liege an der limitierten Zahl der Impfdosen, die mit der ersten Lieferung durch den Bund nach Sachsen kommen werde. „Nach Auskunft des Bundesministers für Gesundheit könnten um den Jahreswechsel diese ersten Impfstoffdosen, wir rechnen mit etwa 25.000, zur Verfügung stehen.“

Alle Bundesländer, so auch Sachsen, werden mit dem Eintreffen der ersten Impfstoffdosen mit den Impfungen beginnen. Bei der Priorisierung folgt Sachsen dem Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz, wonach die Empfehlung der Ständigen Impfkommission zu den prioritär zu impfenden Personengruppen von allen Ländern und vom Bund als einheitliche Regelung anzuwenden ist.

Zuerst sollen die Bewohner und das Personal von Alten- und Pflegeheimen sowie Personal mit besonders hohem Ansteckungsrisiko in medizinischen Einrichtungen wie Krankenhäusern sowie Kontakt zu gefährdeten Gruppen geimpft werden, gefolgt vom Personal der Impfzentren. Dies werden zunächst überwiegend mobile Teams übernehmen.

Terminvergabe auch über Telefon-Hotline

Nach derzeitigem Informationsstand sollen die Impfzentren erst nach der zweiten Impfstofflieferung, im Januar 2021, ihre Tätigkeit aufnehmen. Die verbliebene Zeit wird für die Vervollständigung der Infrastruktur der Zentren sowie die Einstellung und Schulung von Personal genutzt.

Für die Impfung der weiteren Bevölkerungsgruppen ist die Terminvergabe über eine Online-Lösung sowie eine Telefon-Hotline geplant. Dies soll durch eine entsprechende Informationskampagne unterstützt werden. Wann dies beginnen kann, ist jedoch davon abhängig, wann und in welcher Menge der Impfstoff zur Verfügung steht.

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