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Mittelsachsen heiraten trotz Pandemie

Die Zahl der Hochzeiten ist nur 2020 leicht gesunken. Die ersten Termine für 2021 sind ausgebucht.

Vier Hochzeiten gab es 2020 in der Gutskapelle des Klosters Buch bei Leisnig. Seit Mitte 2019 ist die Kapelle eine Außenstelle des Leisniger Standesamtes.
Vier Hochzeiten gab es 2020 in der Gutskapelle des Klosters Buch bei Leisnig. Seit Mitte 2019 ist die Kapelle eine Außenstelle des Leisniger Standesamtes. © Dietmar Thomas

Mittelsachsen. Im ganz großen Stil oder doch eher schlicht und einfach und am liebsten nur zu dritt – über die Eheschließung hat jedes Paar seine eigene Vorstellung. Doch 2020 konnten viele angehende Ehepaare nicht so, wie sie wollten.

Begrenzte größere Feiern waren eigentlich nur über den Sommer möglich. Im Frühjahr sowie jetzt im Herbst ist gerade mal für fünf bis zehn Gäste Platz in den Standesämtern. Doch wurde 2020 aufgrund der Pandemie weniger geheiratet? Sächsische.de hat einmal bei den hiesigen Kommunen nachgefragt.

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Stadt Döbeln: 16 Trauungen wurden in diesem Jahr abgesagt.

Rund 110 Trauungen werden voraussichtlich Ende des Jahres 2020 in Döbeln durchgeführt worden sein. 108 neue Ehen seien bereits geschlossen worden, vier Termine stünden noch im Kalender, teilte Stadtsprecher Thomas Mettcher mit. Die Zahl der Trauungen entspreche ungefähr denen aus den vergangenen Jahren. Doch es hätten können noch mehr sein.

Insgesamt 16 Trauungen wurden bisher abgesagt. „Neun davon haben einen Termin für 2021 vereinbart“, sagt Mettcher. Fünf Paare hätte ihre Trauung innerhalb des Jahres verschoben.

Die meisten Eheschließungen wurden im Juni und August durchgeführt, sechs davon im zweiten Trauraum der Stadt im „Wilden Mann“ in Ostrau. Oft standen die Standesbeamtinnen in diesem Jahr vor einer kleinen Gesellschaft, sagt Mettcher.

Über 50 Eheschließungen sind bereits für 2021 angemeldet worden. Ein Paar hat sich dabei für eine Hochzeit an Ostern entschieden. So etwas habe in Döbeln schon lange nicht mehr gegeben, sagt der Stadtsprecher. Bereits ausgebucht ist der Pfingstsonnabend, der auf den 22. Mai fällt. Keine freien Termine gibt es zudem mehr am 5. sowie 26 Juni, am 17. sowie 31. Juli und am 21. August.

Stadt Leisnig: Standesbeamte haben fast 60 Paare getraut.

Auch in Leisnig hat es trotz der Pandemie und einiger Absagen keinen großen Einbruch bei den Trauungen gegeben. 55 Eheschließungen sind nach Angaben der Stadtverwaltung 2020 bereits durchgeführt worden, vier stünden im Dezember noch an. Im Jahr 2018 waren es beispielsweise ebenfalls um die 50 Trauungen in Leisnig. Auch die Burg Mildenstein sowie das Kloster Buch wurden als Trauungsorte von den Paaren in Anspruch genommen. Auf Mildenstein gab es 2020 neun Hochzeiten, etwas weniger als in den Vorjahren, vier im Kloster Buch. Seit Mitte 2019 kann in der Gutskapelle des Klosters auch standesamtlich geheiratet werden.

Sechs Eheschließungen seien aufgrund der Pandemie verschoben oder abgesagt worden, informiert die Stadtverwaltung. Im kommenden Jahr seien vor allem die Wochenenden von Mai bis September schon teilweise belegt, heißt es weiter.

Stadt Roßwein: In diesem Jahr sind keine Trauungen mehr geplant.

Bis zum 3. Dezember haben sich im Roßweiner Standesamt oder in dessen Außenstelle, dem Landhotel Sonnenhof in Ossig, 34 Paar getraut, eine weitere Trauung für dieses Jahr wurde noch am Montag angemeldet. Im Vergleich zu 2019 gibt es damit in Roßwein fast 20 Hochzeiten weniger. Aber: „2019 war mit 55 auch ein Spitzenjahr“, sagt Standesbeamtin Claudia Bochnigk.

2020 fanden die meisten Trauungen im Standesamt statt, 14 im Landhotel. „Im Zeitraum März bis Mai wurden coronabedingt keine Eheschließungen in der Außenstelle Ossig vorgenommen“, so Bochnigk. Im Rathaus konnte auch in dieser Zeit geheiratet werden. Neun Eheschließungen wurden in diesem Jahr abgesagt, ein neuer Termin für 2021 vereinbart. Drei der Absagen gab es im nachgefragtesten Monat Juni.

Für 2021 stehen schon jetzt 28 Termine im Kalender der Standesbeamtinnen, 16 Eheschließungen sollen dabei in Ossig, zwölf in Roßwein durchgeführt werden. „Stark nachgefragte Termine sind nicht zu verzeichnen“, sagt Claudia Bochnigk.

Stadt Hartha: Neuer Trauungsort in Wendishain geplant.

Voraussichtlich ab dem kommenden Jahr können die Harthaer Standesbeamte auch im Gästehaus „Zum Pfarrlehn“ in Wendishain Paare trauen. Laut der Tagesordnung des Stadtrates soll das Denkmal- und Kulturgästehaus zum Trauort werden. Ein Beschluss des Stadtrates steht aber noch aus.

2020 sind vom Standesamt 18 Trauungen durchgeführt worden, sagt Bürgermeister Ronald Kunze (parteilos). Besonders nachgefragt war der 20. Juni. Sechs Trauungen wurden in Hartha angemeldet, aber schließlich in einem anderen Standesamt vollzogen. Fünf Eheschließungen sind aufgrund der Pandemie-Situation abgesagt worden.

Für 2021 gebe es einige Voranmeldungen. Besonders gefragte Termine gebe es aber nicht. Laut Kunze seien aber schon Termine für 2020 abgesagt worden.

Stadt Waldheim: Bürgermeister traut selbst ein Ehepaar.

Im Mai hatte Waldheims Bürgermeister Steffen Ernst (FDP) Premiere als Standesbeamter. Erstmals traute er selbst ein Paar. Es war eine von voraussichtlich 33 Eheschließungen im Jahr 2020. 30 wurden bereits durchgeführt, drei sind noch geplant, sagt Mandy Schützel von der Waldheimer Stadtverwaltung. Damit liegt die Stadt in etwa bei den Zahlen des Vorjahres. Lediglich eine Trauung sei 2020 aufgrund der Pandemie abgesagt, zwei verschoben worden.

Mit elf Terminen habe es die meisten Trauungen im August gegeben. Durchgeführt wurden die Hochzeiten immer im Rathaus, entweder im Trauzimmer oder im Saal. Jener war aufgrund der Pandemie und den damit verbundenen Abstandsregeln 2020 mehr gefragt als sonst. Neun Eheschließungen wurden dort durchgeführt. Maximal 25 Gäste waren dabei möglich, im Trauzimmer nur bis zu zehn.

Stadt Hainichen: 2020 gab es weniger Trauungen auf Burg Kriebstein.

Die Burg Kriebstein ist eine Außenstelle des Standesamtes in Hainichen. Für 18 Trauungen sind die Mitarbeiter der Stadtverwaltung in diesem Jahr auf die Burg gefahren, um Ehepaaren ihren amtlichen Segen zu erteilen. „Durch die Pandemie waren es natürlich weniger Hochzeiten auf der Burg als sonst“, sagt Standesbeamtin Melanie Höfer. Ein Paar habe seine Trauung zum Beispiel verschoben, weil es sich eine Ritterhochzeit mit vielen Gästen gewünscht habe. Eine weitere Außenstelle der Stadt ist das Gellert-Museum in Hainichen. Dort haben sich zwei Paare 2020 getraut.

Insgesamt wurden von den Hainichener Beamten 2020 61 Paare getraut, acht sollen noch im Dezember dazukommen, allein vier sind für den 12. Dezember angemeldet. Besonders gefragt war in Hainichen die Woche vom 27. Juli bis zum 2. August. Sieben Trauungen standen dort an, mit einer ganzen Menge an Vorarbeiten wie der Anmeldung, den Vorgesprächen, der Erarbeitung der persönlichen Rede. Eine Herausforderung für das Standesamt, so Höfer.

Wie viele Termine aufgrund der Pandemie abgesagt worden seien, ließe sich so genau nicht sagen. Viele Paare hätten die Trauung lediglich verschoben, innerhalb von 2020 sowie auf 2021. Zu den Besonderheiten für die Hainichener Standesbeamten gehörte eine Doppelhochzeit von zwei Schwestern mit ihren Partnern.

Für 2021 sind bereits 31 Trauungen geplant, so Melanie Höfer.

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