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Schulen: LernSax-Frust und Unsicherheit

Nicht alle Schulen der Region Döbeln sind von den Problemen mit LernSax betroffen. Die Vorbereitungen für den Präsenzunterricht laufen.

Voraussichtlich ab 8. Februar können die Schüler wieder zurück in die Schulen, wenn es das Infektionsgeschehen zulässt. Es gibt einen Plan, aber keine Sicherheit.
Voraussichtlich ab 8. Februar können die Schüler wieder zurück in die Schulen, wenn es das Infektionsgeschehen zulässt. Es gibt einen Plan, aber keine Sicherheit. © dpa

Region Döbeln. Geht es oder geht es nicht? Diese Fragen stellen sich wahrscheinlich zahlreiche Schüler beziehungsweise deren Eltern jeden Morgen, wenn sie die Lernplattform LernSax öffnen wollen.

Bereits zum Auftakt der zweiten Lockdown- und Homeschooling-Phase im Dezember war die Plattform nicht erreichbar. Nun wiederholte sich diese Panne. Doch nicht alle Schulen der Region waren gleichermaßen davon betroffen. Sächsische.de hat sich umgehört, und gefragt, was die Schulleiter zu den Plänen des Kultusministeriums für die nächsten Wochen sagen.

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Grundschule Leisnig: „Wenn Lernsax nicht geht, verfallen Eltern in Panik“

Wie viele andere Schulen, so hat sich auch die Sigismund-Reschke-Grundschule in Leisnig nach dem ersten Lockdown auf LernSax eingerichtet. „Da ist es natürlich nicht erfreulich, wenn das dann nicht geht“, sagt Schulleiterin Therese Bretschneider. Schwierig sei es vor allem dann geworden, wenn die Kinder sich ein Video anschauen sollten, das der Lehrer eingestellt hatte und auf dem die nächsten Aufgaben basierten. „Da sind die Eltern in Panik verfallen. Die Aufgaben haben sich dann verschoben“, sagte Bretschneider.

Doch das ist nicht das einzige technische Problem beim Homeschooling. In einigen Familien fehle ein Drucker, auch Internet sei nicht überall vorhanden. Einzige Alternative wäre dann das Smartphone. Von diesen Herausforderungen abgesehen, funktioniere das Homeschooling allerdings.

Die Frage sei jedoch, was am Ende wirklich bei den Kindern hängen bleibe. Ursprünglich sollten während der Lernphase zu Hause lediglich Aufgaben zur Festigung von bereits erlerntem Stoff aufgegeben werden. Doch auf die Dauer sei das nicht machbar. „Man muss ja auch ein Stück weit weiter machen“, sagt Bretschneider. Nach dem ersten Lockdown habe eine ihrer Lehrerinnen drei Wochen benötigt, um mit den Kindern den Stoff zu wiederholen, schildert sie die Erfahrungen.

Wie es mit den Bildungsempfehlungen für die Viertklässler weitergehe, darüber lägen laut der Schulleiterin bisher noch keine Aussagen vor. „Weil abzusehen war, dass es im Winter eng wird, haben wir schon versucht, die Noten soweit es ging, vorher zu bekommen“, sagt Bretschneider. Sie hofft, dass es nun am 8. Februar auch wirklich wieder losgehen kann.

Oberschule Waldheim: Panne bei Lernsax – „Da fehlen mir die Worte“

Spürbar verärgert äußerte sich Jan Genscher, der Schulleiter der Waldheimer Oberschule, über die technischen Probleme mit LernSax. „Wir haben uns als Oberschule viel Mühe damit gegeben, auch im Vorfeld, den Schülern und Lehrern vollumfänglich den Umgang mit LernSax nahe zu bringen. Dass es jetzt so wie vor Weihnachten geschwächelt hat, da fehlen mir die Worte.“

Eine Alternative zu der Plattform sei auf der Schnelle nicht zur Hand gewesen. „Der Vorteil von LernSax ist auch, dass es dort einen geschützten, sicheren Raum gibt, in dem Dinge ausgetauscht werden können“, meinte Genscher mit Blick auf den Datenschutz. Vier Homeschooling-Tage hätten die Schüler aufgrund der Probleme nicht effektiv nutzen können. „Aber wir hoffen, dass das jetzt alles der Vergangenheit angehört.“

Ab 18. Januar erwartet Genscher die Abschlussklassen zurück an der Oberschule. Die Klassen sollen dann geteilt werden. Geteilt werden sollen auch die zweiwöchigen Winterferien laut den Planungen des Kultus. Genscher sieht das skeptisch. „Für die Familien ist das eine zusätzliche Herausforderung. Viele wollen eine gemeinsame Familienzeit verbringen, die so nun auch wieder nicht stattfinden kann.“

Gymnasium Döbeln: „Man kann nur hoffen, dass es besser wird“

Auch am Döbelner Lessing-Gymnasium verlief der Auftakt in die Homeschooling-Phase holprig. Grund waren die Probleme mit LernSax sowie der Plattform Schullogin, über die die Lehrer Videokonferenzen anbieten. „Da kann man nur hoffen, dass es besser wird“, meinte Schulleiter Michael Höhme. Schließlich sei viel Aufwand damit betrieben worden, Lehrer und Schüler im Umgang mit LernSax fit zu machen. Darüber hinaus seien die aus dem ersten Lockdown bereits vertrauten Konstellationen wiederbelebt worden.

Höhme findet es gut, dass der Freistaat jetzt einen längerfristigen Plan vorgelegt hat, wie der Schulbetrieb weitergehen könnte. „Es wird nicht mehr von Woche zu Woche entschieden, hektische Verrenkungen am Wochenende entfallen damit.“ Dennoch müsse weiterhin ein Stück weit auf Sicht gefahren werden.

Der Schulleiter begrüßt auch die getroffene Regelung die Ferien betreffend. „Mit Blick auf die schulischen Prozesse ist diese Maßnahme jetzt sinnvoll.“ Er rechnet auch damit, dass Lehrer, Eltern und Schüler mit Einsicht auf die Pläne regieren werden. „Es sind besondere Zeiten mit besonderen Maßnahmen.“

Im Gymnasium selbst haben bereits die Vorbereitungen für die Rückkehr der Abschlussklassen begonnen. Da auch die Elfer und Zwölfer jeweils nur als halbe Klassen vor Ort unterrichtet werden, gilt es nun, Kurspläne umzugestalten. Aber noch wartet auch das Gymnasium auf weitere Detailangaben durch das Kultusministerium.

Regenbogenschule Döbeln: „Bei uns geht alles per Post raus“

Nur wenige Auswirkungen hatte die LernSax-Panne bisher auf die Regenbogenschule in Döbeln. Der Grund: Die Lehrer haben alle Aufgaben per Post verschickt, sagt Ina Hedrich, die stellvertretende Schulleiterin. „Nur ganz wenige unserer Eltern haben die Möglichkeit, über PC zu arbeiten“, erklärte Hedrich.

Wer jedoch möchte, der könne auch LernSax nutzen. Laut der stellvertretenden Schulleiterin kämen die Schüler und Eltern derzeit gut zurecht mit dem Homeoffice. Es gebe regelmäßig Kontakt zu den Lehrern. Dennoch werde es langsam Zeit, dass die Schüler wieder in die Schule zurückkehrten.

Derzeit bietet die Einrichtung eine Notbetreuung an. Nach Stand am Donnerstag werden in der kommenden Woche voraussichtlich fünf bis sechs Schüler diese in Anspruch nehmen, äußerte sich Ina Hedrich.

BSZ Döbeln-Mittweida: „Das Homeschooling läuft soweit“

Am Beruflichen Schulzentrum Döbeln-Mittweida hat der Ausfall von LernSax offenbar kaum zu Problemen geführt. „Das Homeschooling läuft soweit“, sagte Schulleiterin Katrin Neumann. Die Ausfälle seien nur tage- beziehungsweise halbtageweise gewesen, darauf habe man reagieren können. Ab 18. Januar werden die Abschlussklassen der Fachoberschulen zum Präsenzunterricht in geteilten Klassen ans BSZ zurückkehren. „Weitere organisatorische Dinge warten wir noch ab“, informierte Neumann.

Wie mit den für Ende Januar geplanten Tagen der offenen Tür an den verschiedenen Standorten der Schule verfahren wird, sei derzeit noch unklar. „Jetzt haben wir erst einmal andere Sorgen“, sagte Neumann.

Eine Mutter: „Ich bin so wütend über solche Überlegungen“

Bei den Eltern sorgen die Pläne des Kultus, insbesondere die vorgezogenen Winterferien, zumindest teilweise für Unmut. „Wie soll eine vorgezogene Winterferienwoche als Verschnaufpause für Eltern und Kinder dienen? Leider kann nicht jeder Arbeitnehmer mal hier und da wie‘s ihm grad passt, seinen Urlaub schieben“, äußerte sich eine Mutter aus Döbeln im sozialen Netzwerk Facebook.

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Wie bei vielen andere Berufstätige auch, sei der Urlaub für 2021 bereits fürs ganze Jahr durchgeplant. „Ich nehme in den Ferien meiner Kinder Urlaub, weil ich Zeit mit ihnen verbringen möchte und diese gemeinsame Zeit ist gerade in dieser schwierigen Ausnahmesituation so kostbar! Ich bin so wütend über solche Überlegungen. Man versucht, alles möglich zu machen zwischen Homeschooling, Arbeit und Co. Aber so langsam reicht’s. Ferien verschieben geht echt zu weit!“

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