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Der Ungarnblock in Hartha hat jetzt einen Aufzug

Im Oktober sollen die ersten Mieter in den sanierten Wohnblock einziehen. Im September können sich Interessierte umschauen.

Von Sylvia Jentzsch
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In der hinteren Hälfte des ehemaligen Ungarnblocks sind nur noch Restarbeiten für den Innenausbau notwendig. Wer will, kann sich die modernen Wohnungen am 3. September ansehen.
In der hinteren Hälfte des ehemaligen Ungarnblocks sind nur noch Restarbeiten für den Innenausbau notwendig. Wer will, kann sich die modernen Wohnungen am 3. September ansehen. © Lars Halbauer

Hartha. Eine Hälfte des ehemaligen Ungarnblocks an der Nordstraße ist fast fertig. „Hier sind nur noch Restarbeiten beim Innenausbau notwendig. Die zweite Hälfte wird etwas später fertiggestellt“, sagte die Geschäftsführerin der Wohnbau GmbH und Harthaer Kämmerin Barbara Müller.

Der Wohnblock ist als Ungarnblock bekannt, weil dort zu DDR-Zeiten in den 1970-er Jahren vorwiegend ungarische Gastarbeiter untergebracht waren. Der Block soll sogar für sie errichtet worden und der ungarische Botschafter da gewesen sein. Die jungen Leute arbeiteten in den Harthaer Betrieben.

Auf der Seite zur Nordstraße hin sind die Arbeiten für den Innenausbau noch voll im Gang. Bis Oktober soll die Sanierung abgeschlossen sein und die ersten Mieter einziehen können. Einige Wohnungen sind schon vermietet. Gefragt seien vor allem die Drei-Raum-Wohnungen. „Unsere umgestalteten Wohnungen können sich sehen lassen. Sie sind sehr schön geworden“, sagte Barbara Müller.

Der Umbau des Wohnblocks an der Nordstraße 32 bis 36 hatte im September vergangenen Jahres begonnen. Das Gebäude hat ein neues Dach, die Fassade eine Dämmung bekommen.

Balkone mit Blick auf die Stadt

Alle haben einen jeweils sechs Quadratmeter großen Balkon an der Südseite des Blocks bekommen.
Alle haben einen jeweils sechs Quadratmeter großen Balkon an der Südseite des Blocks bekommen. © Dietmar Thomas

Eingebaut wurden neue Balkon- und Wohnungstüren. Im Erdgeschoss entstanden sechs Zweiraumwohnungen mit 50 bis 70 Quadratmetern, in den beiden Obergeschossen wurden vier Vierraumwohnungen mit 98 Quadratmetern im Bereich der Giebel angelegt. Dazwischen liegen die vier Dreiraumwohnungen mit 78 Quadratmetern.

„Viele Elemente sind barrierefrei. Dazu gehören neben dem Fahrstuhl auch ebenerdige Duschen“, so Barbara Müller. Deshalb und aufgrund ihrer Größe sind die Wohnungen sowohl für Familien als auch Senioren geeignet. Alle haben einen jeweils sechs Quadratmeter großen Balkon an der Südseite des Blocks bekommen.

Große Veränderungen gab es im Eingangsbereich. Statt der bisher drei Hauseingänge gibt es nur noch einen. Dieser ist barrierefrei, sodass Leute mit einer Gehbehinderung besser zum Aufzug kommen.

„Über den Eingang sind sowohl das Treppenhaus als auch der Fahrstuhl zu erreichen“, sagte Barbara Müller.

Die Wohnbau wolle mit ihrem Angebot auf die modernen Erwartungen von Familien eingehen. Deshalb sind die Bäder der großen Wohnungen jeweils mit Badewanne und Dusche ausgestattet. „Es hat sich herauskristallisiert, dass Mieter sich meist zwischen einem der beiden entscheiden müssen. Wir wollen da keine Entscheidung treffen.“ Die Mieter haben außerdem die Möglichkeit, im Keller einen Wäschetrocknungsraum sowie einen Fahrradkeller zu nutzen.

Justin Scholz aus Freiberg stellt die Elektroanlagen fertig.
Justin Scholz aus Freiberg stellt die Elektroanlagen fertig. © Lars Halbauer
Die Räume sind hell und nach modernem Standard ausgebaut.
Die Räume sind hell und nach modernem Standard ausgebaut. © Lars Halbauer
So sah der Wohnblock vor der Sanierung aus.
So sah der Wohnblock vor der Sanierung aus. © Dietmar Thomas

Außenbereich wird gestaltet

Während der Innenausbau vorangeht, passiert auch im Außenbereich schon einiges. So entstehen zurzeit die Parkplätze und die Zufahrtsstraße. „Es müssen auch noch ein paar Arbeiten an der Fassade erledigt werden. Dazu gehört zum Beispiel der Sockelbereich an den Anbindungspunkten für die Entwässerung“, so Barbara Müller.

Sie lädt für Sonnabend, 3. September, zum Tag der offenen Tür ein. Dann können sich Interessierte die umgebauten Wohnungen anschauen. Sicher sind dann auch die Heizkosten ein Thema. Der Block wird mit Fernwärme gespeist, die mit Gas gewonnen wird.

„Da unsere Heizungsanlage auf dem neusten Stand und auch das Gebäude gut gedämmt ist, gehen wird davon aus, dass sich die Kosten in Grenzen halten. Letztendlich hängt der Verbrauch von den Mietern selbst ab“, so die Geschäftsführerin.

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Für die Sanierung des Ungarnblocks hat die Wohnbau GmbH 1,8 Millionen Euro eingeplant. Dafür muss sie einen Kredit in Höhe von 1,5 Millionen Euro aufnehmen. Lediglich 300.000 Euro kommen aus Eigenmitteln. Hinzukommen Eigenleistungen der Mitarbeiter des Unternehmens.

„Trotz steigender Kosten für das Material auf dem Markt liegen wir mit unserem Vorhaben im Kostenplan. Denn wir haben die Aufträge für einige Gewerke bereits im Mai und Juni 2021 vergeben. Die meisten Firmen kommen aus dem Altkreis Döbeln. Wir setzen auf Regionalität“, so Barbara Müller.