merken
PLUS Döbeln

Impfzentrum in Mittweida ist vorbereitet

Über 40 Ehrenamtliche haben beim Aufbau mitgeholfen. In Betrieb gehen kann das Zentrum aber noch nicht.

In der oberen Etage des Simmel-Einkaufscenters in Mittweida ist das Impfzentrum für Mittelsachsen eingerichtet worden. Es wird erst im Januar in Betrieb gehen.
In der oberen Etage des Simmel-Einkaufscenters in Mittweida ist das Impfzentrum für Mittelsachsen eingerichtet worden. Es wird erst im Januar in Betrieb gehen. © Dietmar Thomas

Mittelsachsen. Seit Mittwoch ist es offiziell: Das Impfzentrum für den Landkreis Mittelsachsen wird im Simmel-Einkaufscenter an der Schillerstraße in Mittweida eingerichtet. Bereits am Wochenende waren Einsatzkräfte des Döbelner Ortsverbandes des Technischen Hilfswerks (THW) vor Ort und haben die Räumlichkeiten vorbereitet. Das bestätigte Ortsverbandschef Christian Winkler auf Nachfrage von Sächsische.de.

Über 40 ehrenamtliche Kräfte des THW, der Johanniter-Unfall-Hilfe aus Leisnig, den Maltestern aus Burgstädt, der Bergwacht aus Holzau sowie dem DRK Freiberg waren mit vor Ort, um Leichtbauwände aufzustellen, die die Impfkabinen abtrennen. Den Auftrag dazu erhielten die Helfer vom DRK-Kreisverband Döbeln-Hainichen. Jener hat die Koordinierung in dieser Angelegenheit übernommen.Errichtet wird das Zentrum in der obersten Etage des Einkaufscenters.

Anzeige
Hier wird die Zukunft entwickelt
Hier wird die Zukunft entwickelt

Spitzenforschung und Lehre auf hohem Niveau gibt es auch außerhalb von Großstädten und Ballungszentrum: nämlich an der Hochschule Zittau/Görlitz.

In diesem befindet sich neben einem Simmel-Einkaufsmarkt im Erdgeschoss auch ein Sonderposten-Baumarkt im ersten Obergeschoss, der über einen separaten Zugang zu erreichen ist, informierte Peter Simmel, Vorstand der Simmel AG Chemnitz.

Die Fläche, die nun für das Impfzentrum genutzt wird, umfasst rund 2.200 Quadratmeter. Bis vor Kurzem befanden sich in jenem Bereich noch der Geschenke-Service sowie ein Lager. Der Geschenke-Service ist auf die Freifläche neben dem Baumarkt verlegt worden, so Peter Simmel. Auf dem Gelände des Zentrums stehen nach seinen Angaben 280 Stellplätze zur Verfügung.

Reichen die Parkplätze am Simmel-Markt?

Aber werden diese Stellflächen auch reichen? Mit diesem Thema beschäftigt sich derzeit die Stadtverwaltung Mittweida. „Herr Illig vom DRK-Kreisverband Döbeln-Hainichen geht von 100 Personen pro Stunde im Impfzentrum aus. Das soll zehn Stunden pro Tag geöffnet haben. Damit kämen täglich 1.000 Personen“, äußerte sich Mittweidas Oberbürgermeister Ralf Schreiber (CDU). Bei jener Annahme würden die zur Verfügung stehenden Parkflächen genügen. Sollten sie dennoch nicht reichen, würden weitere Stellflächen in der Nähe zur Verfügung gestellt.

Untersucht wird zurzeit vom Stadtverkehrsplaner zudem, wie die Zufahrt zum oberen Parkdeck geregelt wird. Derzeit kann der Verkehr dort in zwei Richtungen fahren. Denkbar sei hier eine zeitlich begrenzte Einbahnstraßenregelung, um die reibungslose Zufahrt zum Impfzentrum zu gewährleisten, äußerte sich Schreiber.

Weiterhin erarbeite der Stadtverkehrsplaner einen Vorschlag für die Ausschilderung des Anlaufpunktes im Bereich der Stadt, um die Impfwilligen auf direktem Weg ins Zentrum zu leiten. „Der Vorschlag wird dann ans DRK weitergegeben. Wenn es dort abgesegnet wird und die Finanzierung steht, kann die Beschilderung angebracht werden“, so Schreiber weiter.

Und was sagt das Stadtoberhaupt generell zur Wahl des Standortes? „Die Fachleute haben entschieden, dass der Standort passt. Die Lage ist zentral, es ist ein Parkplatz davor.“ Er werde nun vonseiten der Stadt seinen Beitrag für einen reibungslosen Ablauf leisten.

Makler bringt Center ins Gespräch

Ins Gespräch gebracht worden ist die freie Fläche am Simmel-Center von Makler Peter Großer von der ISG Mittweida. Er hatte sich nach eigenen Angaben vor gut acht Wochen an den Landkreis gewandt und das Objekt als Standort für das Zentrum vorgeschlagen. Zunächst habe er keine Rückmeldung erhalten.

Auf erneute Nachfrage sei ihm vom Landkreis mitgeteilt worden, dass die Information weitergegeben worden sei. Vor zwei Wochen schließlich habe sich René Illig vom DRK-Kreisverband mit ihm in Verbindung gesetzt. Die Entscheidung sei dann ziemlich schnell getroffen worden.

Laut Großer, der nach der Nutzung des Objektes als Impfzentrum an einer langfristigen Vermietung der Räume interessiert ist, sei der Standort durchaus geeignet für das Vorhaben. „Es stehen ausreichend Parkplätze zur Verfügung. Die Bushaltestelle ist gut zu erreichen, der Bahnhof nur fünf Minuten entfernt“, beschreibt der Makler. Zudem seien in dem Objekt ausreichend Toiletten vorhanden sowie große Notausgänge. „Es gibt auch einen Fahrstuhl für den barrierefreien Zugang“, ergänzt Peter Großer.

Auch Standort in Hainichen im Gespräch

Das DRK, welches letztendlich den Standort ausgewählt hat, hat sich jedoch noch weitere Objekte im Landkreis angeschaut. Unter anderem war offenbar auch die Stadt Hainichen im Gespräch. „Wir wären auch bereit gewesen, das Impfzentrum in Hainichen unterzubringen und durch die zentrale Lage an der Autobahn hätte es in Hainichen sicherlich gut geeignete Räume gegeben“, äußerte sich Bürgermeister Dieter Greysinger (SPD).

Für den Simmel-Markt in Mittweida hätten letztendlich mehrere Faktoren gesprochen, wie Dr. Kai Kranich, Sprecher des DRK-Landesverbandes Sachsen, informierte. „Das Objekt ist ausgewählt worden, weil es eine günstige Verkehrsanbindung hat. Man kommt aus allen Teilen des Landkreises hin“, sagte Kranich. Zudem stünden große, freie Flächen zur Verfügung und es seien nur wenige Umbau- sowie Renovierungsarbeiten im Vorfeld nötig gewesen.

Betrieb nicht vor dem 11. Januar

Es seien lediglich Kleinigkeiten im Sanitärbereich sowie bei der Elektroinstallation umzusetzen gewesen, äußerte sich Kranich. „So konnte recht schnell damit begonnen werden, die Trennwände für die Impfstrecken und -kabinen einzubauen“, erklärte der DRK-Sprecher. Wann genau das Impfzentrum in Betrieb gehen kann, kann auch Kranich nicht sagen. Nach Angaben des zuständigen sächsischen Sozialministeriums sollen die Zentren in Sachsen nicht vor dem 11. Januar öffnen.

Der Standort für das Impfzentrum scheint soweit vorbereitet zu sein. Doch wer wird vor Ort sein und die Menschen betreuen, die Ärzte unterstützen und die Abläufe in dem Zentrum organisieren? Für diese Aufgaben sucht der DRK Landesverband zurzeit nach Personal. Bis zu 300 Mitarbeiter sind sachsenweit notwendig, um die 13 Impfzentren im Freistaat auch betreiben zu können.

Weiterführende Artikel

Mittelsachsen: Impfzentrum startet am 11. Januar

Mittelsachsen: Impfzentrum startet am 11. Januar

Geimpft werden aber nur bestimmte Personengruppen. Am Montag ging bereits das mobile Impfteam an den Start. Fragen und Antworten im Überblick.

Über 900 Mittelsachsen getestet

Über 900 Mittelsachsen getestet

Bis zu 90 Minuten mussten manche warten, bis sie ein Ergebnis hatten. Einige mussten anschließend in Quarantäne.

Knapp 150 Bewerbungen seien bisher beim DRK-Landesverband eingegangen, informiert Kai Kranich. „ Für das DRK ist das ein Zeichen, dass viele Menschen sich aktiv in der Bewältigung der Corona-Krise engagieren möchten. Wir freuen uns sehr über diesen Rücklauf. Nächste Woche werden die ersten Bewerbungsgespräche geführt“, sagt der Sprecher. Trotzdem werden noch weitere Interessenten gesucht.

Mehr lokale Nachrichten aus Döbeln und Mittelsachsen lesen Sie hier.

Auch die intakten Sanitäranlagen haben dazu beigetragen, dass die Entscheidung für das Simmel-Center getroffen wurde.
Auch die intakten Sanitäranlagen haben dazu beigetragen, dass die Entscheidung für das Simmel-Center getroffen wurde. © privat
So sah es vor dem Aufbau der Leichtbauwände, die die Impfkabinen im Impfzentrum abtrennen, in dem Bereich des Einkaufscenters aus. Die Fläche wurde als Lager sowie für einen Geschenke-Service genutzt.
So sah es vor dem Aufbau der Leichtbauwände, die die Impfkabinen im Impfzentrum abtrennen, in dem Bereich des Einkaufscenters aus. Die Fläche wurde als Lager sowie für einen Geschenke-Service genutzt. © Peter Großer / privat
Zu dem Objekt gehören zudem große Notausgangstüren.
Zu dem Objekt gehören zudem große Notausgangstüren. © privat

Mehr zum Thema Döbeln