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Vier Impfstrecken für Mittelsachsen

Per Aufruf sucht die Kassenärztliche Vereinigung nach Ärzten für das Impfzentrum. Der Standort hat sich bereits bewährt.

Einen Tag vor Weihnachten war am zukünftigen Impfzentrum im Simmel-Center an der Schillerstraße in Mittweida eine Corona-Test-Aktion des Landkreises durchgeführt worden. Über 900 Menschen haben sich über den Tag verteilt testen lassen.
Einen Tag vor Weihnachten war am zukünftigen Impfzentrum im Simmel-Center an der Schillerstraße in Mittweida eine Corona-Test-Aktion des Landkreises durchgeführt worden. Über 900 Menschen haben sich über den Tag verteilt testen lassen. © Dietmar Thomas

Mittelsachsen. Es fehlen nur noch die Beschilderungen sowohl in der Stadt als auch im Impfzentrum selbst sowie ein paar Möbel, dann ist das Zentrum am Simmel-Center an der Mittweidaer Schillerstraße für den Betrieb soweit fertig.

Die Bewährungsprobe am 23. Dezember hat schon einmal funktioniert, bilanzierten Landrat Matthias Damm (CDU) und René Illig vom Kreisverband Döbeln-Hainichen des DRK. Die Testaktion hat einen Eindruck davon vermittelt, wie in Mittweida zukünftig das Impfen gemanagt werden kann.

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Denn auch dann wird im Schnitt mit knapp 1.000 Personen pro Tag gerechnet. So viele waren es fast auch am 23. Dezember bei der vom Landkreis durchgeführten Testaktion gewesen.

Insgesamt vier Impfstrecken sind im Obergeschoss des Simmel-Centers aus Leichtbauwänden errichtet worden. Hinzu kommt ein Anmeldebereich, der während der Impfphase mit vier Anmeldezonen ausgestattet werden soll. Sobald die Impfwilligen sich dort registriert haben, dürfen sie zunächst in einem Wartebereich Platz nehmen, wie René Illig schildert. Er koordiniert den Aufbau und Ablauf im mittelsächsischen Impfzentrum.

Pro Impfstrecke stehen vier Kabinen für die Impfung zur Verfügung.
Pro Impfstrecke stehen vier Kabinen für die Impfung zur Verfügung. © Maria Fricke

Aufklärung per Videofilm

Bereits im Wartebereich soll über einen Bildschirm ein Video abgespielt werden, welches über die Impfung aufklärt. „Damit es beim Arzt dann möglichst schnell geht“, sagt Illig. Der Mediziner, der von der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen gestellt wird, befindet sich im ersten Zimmer der Impfstrecke. Er werde im Gespräch mit den Impfwilligen deren Tauglichkeit feststellen. „Dabei geht es zum Beispiel um Allergien“, erklärt Illig.

„Hier hat der zu Impfende auch die Möglichkeit, noch einmal Fragen zu stellen“, ergänzt Kai Kranich, Sprecher des DRK-Landesverbandes Sachsen. Sollte der Impfung aus medizinischer Sicht nichts im Wege stehen, so darf der Impfwillige in die nächste Kabine weitergehen. Vier davon stehen pro Strecke zur Verfügung. Dort werden schließlich die Impfungen durchgeführt. Auch das dazu nötige medizinische Personal werde von der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen gestellt, sagte Kai Kranich.

KVS: Viele Freiwillige haben sich bereits gemeldet

Jene habe einen Aufruf an die sächsischen Vertragsärztinnen und Vertragsärzte gestartet, sich freiwillig als Unterstützung für die Durchführung der Impfungen gegen das Corona-Virus in den Impfzentren und zusätzlichen mobilen Impfteams in Sachsen zu melden, äußerte sich eine Sprecherin der KVS.

„Die Mitglieder sowie nichtärztliches medizinisches Personal können ihre Bereitschaft zur Mithilfe per E-Mail oder über ein zentrales Bewerberportal bekunden. Der Aufruf richtete sich auch an pensionierte Ärztinnen und Ärzte beziehungsweise Praxispersonal“, sagte Julia Leditzky.

Allgemein hätten bereits jetzt zahlreiche Freiwillige für den Einsatz in den sächsischen Impfzentren der KV Sachsen ihre Mitarbeit zugesagt. „Auch weiterhin werden geeignete Interessenten gesucht, die sich im eigens dafür eingerichteten Online-Bewerberportal, in dem auch zu den fachlichen Voraussetzungen informiert wird, melden können“, sagt Leditzky.

DRK: Rund 3.000 Bewerbungen für Impfzentren

Doch auch der Landesverband des DRK hat nach Personal für die Impfzentren gesucht. Knapp 300 Mitarbeiter seien laut einem Aufruf nötig, um den Betrieb in den insgesamt 13 Zentren in Sachsen zu stemmen. „Knapp 3.000 Bewerbungen haben wir erhalten“, sagt Kranich am 23. Dezember. Darunter zahlreiche Beschäftigte aus den Bereichen Gastronomie und Tourismus, Studierende sowie Ruheständler. „Und Beschäftigte aus dem Event-Bereich“, fügt René Illig hinzu.

Selbst beim DRK-Kreisverband seien kürzlich eine Kosmetikerin sowie ein Friseur hauptamtlich eingestellt worden. „Sie hatten um Aufhebungsverträge gebeten, weil sie nicht glauben, dass es im Januar wieder losgeht“, sagt Illig. Die beiden Mitarbeiterinnen seien bereits beim Schnelltest am Tag vor Weihnachten mit im Einsatz gewesen.

Der Landesverband Sachsen hat nun erst einmal einen Bewerbungsstopp für die Unterstützer in den Impfzentren erlassen. Nun gelte es, Bewerbungsgespräche zu führen. Die Mitarbeiter seien vor allem für administrative, logistische und betreuende Aufgaben notwendig, erklärt Kranich. Sie benötigten ein hohes Maß an sozialer Kompetenz, Mitgefühl sowie Verständnis. Zudem lege ein Angebot der Bundeswehr vor. Vor allem in der Anfangsphase sollen die Soldaten mit unterstützen.

Abwarten nach der Impfung

Wer sich im Impfzentrum hat impfen lassen, der darf anschließend nicht sofort wieder nach Hause gehen. Hat er die Kabine verlassen, so muss der Geimpfte noch einmal in einem weiteren Wartebereich am Ende der Impfstrecke Platz nehmen. Bis zu 15 Minuten sollte er sich dort aufhalten, bevor er das Zentrum verlassen kann. Ziel sei es, so im Blick zu haben, wenn es schnell einsetzende Nebenwirkungen der Impfung gebe, erklärt Kai Kranich.

In Arbeit sind nach wie vor die verkehrsrechtlichen Aspekte rund um den Standort des Impfzentrums. Um jene kümmert sich die Stadtverwaltung Mittweida. Zumindest für die Schnelltestaktion einen Tag vor Weihnachten hätten die zur Verfügung stehenden Stellplätze am Standort nach Einschätzung von Mittweidas Oberbürgermeister Ralf Schreiber (CDU) ausgereicht. „Wir können allerdings nicht einschätzen, woher die Teilnehmer des Tests kamen. Bei den Impfungen können durchaus mehr Menschen mit dem Auto anreisen“, äußerte sich das Stadtoberhaupt.

Probleme bei der Zufahrt infolge der Mehrzahl der Fahrzeuge an jenem Tag seien Schreiber nicht bekannt.

Neben den Stellflächen kümmert sich die Stadt zudem um die Zufahrt zum Parkplatz sowie die Ausschilderung des Impfzentrums im Stadtgebiet. „Wir haben eigenverantwortlich ein Beschilderungskonzept erarbeitet und die Herstellung in Auftrag gegeben. Ich gehe davon aus, dass dieses rechtzeitig fertig ist“, sagte Schreiber am Montag. Bisher sei zudem nicht geplant, die Zufahrt zum oberen Parkdeck vorübergehend in eine Einbahnstraße umzuwandeln. Es gebe zwei Varianten für die Zufahrt, erklärte Schreiber. In der ersten Variante bleibt die Zufahrt wie bisher, mit kleinen Ergänzungen. Die zweite Variante wäre die Einbahnstraßenregelung. Doch jene trete erst in Kraft, wenn die erste Variante nicht funktionieren sollte.

Zeitplan für Mittelsachsen fehlt noch

Voraussichtlich Mitte Januar wird das Impfzentrum in Mittelsachsen in Betrieb gehen. Etwas eher könnte das mobile Impfteam erste Impfungen, bevorzugt in Pflegeeinrichtungen, durchführen. „Diese Aufgabe übernimmt in Mittelsachsen das Malteser-Impfteam. Dazu gehören zwei Kräfte sowie ein Fahrzeug“, informiert René Illig vom DRK-Kreisverband.

Einen verbindlichen Zeitplan für die Impfungen in Mittelsachsen liege laut dem Sozialministerium Sachsen derzeit noch nicht vor. „Der weitere Ablaufplan für die Impfteams wird nach dem Start der Impfungen in Sachsens Alten- und Pflegeheimen am vergangenen Sonntag zusammengestellt. Wir orientieren uns bei der Reihenfolge der Heime an den Inzidenzen, Vorbereitungs-Status im Heim, Impfstoff-Verfügbarkeit sowie Anzahl der Impfwilligen“, hieß es zudem aus dem Ministerium.

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