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Ingenieurin verpasst Treffen in Roßwein

Ihr Flug wurde coronabedingt abgesagt. Aber auch sonst gab es beim Seminargruppentreffen ehemaliger Studenten jetzt mehrfach lange Gesichter.

Nach mehr als 40 Jahren haben sich in Roßwein ehemalige Studierende getroffen. Erinnerungen ließen sie unter anderem im Museum des Hochschulstandortes aufleben.
Nach mehr als 40 Jahren haben sich in Roßwein ehemalige Studierende getroffen. Erinnerungen ließen sie unter anderem im Museum des Hochschulstandortes aufleben. © Dietmar Thomas

Roßwein. Irgendwas fällt wohl jedem ein, wenn er an seinen ersten Tag in der Schule, als Azubi oder als Studierender zurückdenkt. Denjenigen, die 1974 mit dem Studium an der Roßweiner Ingenieurschule begonnen haben, kommt da vor allem ein Satz ihres damaligen Seminargruppenberaters und Sportlehrers Uwe Hachmann in den Sinn: Wer hier nicht ordentlich mitzieht, ist bald wieder zu Hause!

Kaum einer hat genau diesen Satz vergessen. Das stellten die Männer und Frauen fest, die 1977 nach drei Jahren Studium in Roßwein als Maschinenbauingenieur in ihre Betriebe zurückgingen, die sie vorher zum Studium delegiert hatten. 

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Immer weniger ehemalige Studenten

Der Kreis derjenigen, die sich gemeinsam daran erinnern, wird immer kleiner. „Einige konnten aus gesundheitlichen Gründen nur per Handy an unserem Treffen teilnehmen“, erzählt Guntram Hergert, der heute in Plochingen (Baden-Württemberg) lebt.

Wegen Corona war es Viola Raabe nicht möglich, nach Roßwein zu kommen. „Ihr Flug wurde gestrichen“, sagt Uwe Hachmann. Viola Raabe ist mittlerweile in Paraguay zuhause und hätte sehr gern von ihrem Leben erzählt. 

Das denkt Hergert auch von Peter Hapke. „Er baut in der Dominikanischen Republik Häuser, ihn habe ich letztes Jahr besucht“, berichtete Guntram Hergert seinen früheren Kommilitonen.

Welche Höhen und Tiefen sie seit dem letzten Treffen meistern mussten, das erzählten sich die Ingenieure schließlich im Hotel „Stadt Leipzig“. Dort erinnerten sie sich auch daran, dass es noch 35 Kneipen und Gaststätten in Roßwein gab, als sie dort studierten.

Früheres Wohnheim kaum wiedererkannt

Gewohnt haben einige damals im früheren Schloss Gersdorf, das als Studentenwohnheim genutzt wurde. „Manche haben es gar nicht wiedererkannt“, so Uwe Hamann, der bei den heutigen Nutzern einen Besichtigungstermin vereinbart hatte.

Weiterhin hatte Hachmann organisiert, dass „seine“ früheren Studenten das Traditionskabinett besuchen können, das die Hochschule Mittweida bei der Aufgabe des Studienstandortes Roßwein an die Kommune übergeben hat. Mit der Metallbaufahne und Arbeitsexponaten fanden die ehemaligen Studenten dort einiges, woran sie sich gut erinnern konnten. 

„Aber sie haben auch einige Sachen vermisst, die zur mehr als 100-jährigen Geschichte der Meisterschule Roßwein dazugehören“, resümiert Uwe Hachmann. Dieses Manko will er jetzt bei Bürgermeister Veit Lindner (parteilos) ansprechen. Den dafür nötigen Gesprächstermin habe er sich unverzüglich besorgt.

An Hachmann selbst erinnern sich die ehemals Studierenden als jemanden, „der uns alle gefordert und gefördert hat“, meint Guntram Hergert. „Heute, mit 42 Jahren Berufserfahrung als Ingenieur weiß ich das zu schätzen“, sagt er.

Fachwissen als Grundlage für Berufsleben

Insgesamt hätte der Jahrgang herausragende Pädagogen gehabt. „Was wir von ihnen an Fachwissen vermittelt bekommen haben, war die perfekte Grundlage für unser gesamtes Berufsleben“, findet Hergert.

Noch heute behalten er und seine Kommilitonen die Entwicklung Roßweins im Blick. Auch dazu stehen sie regelmäßig mit Uwe Hachmann in Kontakt.

Hinweis: Gruppen, die sich das Museum der Hochschule anschauen möchten, können sich unter Tel. 034322 46650. im Sekretariat des Bürgermeisters melden.

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