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Döbeln

Internet-Flickenteppich in Hartha verschwindet

Der Fördermittelgeber hat grünes Licht gegeben. Jetzt kommt das schnelle Internet bis an jedes Haus.

In der Annenstraße in Hartha verlegt die Firma Web & Phone derzeit das Glasfaserkabel.
In der Annenstraße in Hartha verlegt die Firma Web & Phone derzeit das Glasfaserkabel. © Lars Halbauer

Hartha. Immer wieder hatten die Harthaer in den zurückliegenden Wochen und Monaten ihr Unverständnis zum Ausdruck gebracht. Wieso bekommt mein Nachbar das schnelle Internet bis ans Haus gelegt, ich aber nicht? Und wieso werden die Fußwege stückchenweise aufgerissen? Das sind nur einige der Fragen, die die Harthaer umtreibt.

Bürgermeister Ronald Kunze (parteilos) und Martin Flechsig, Geschäftsführer der Firma Web & Phone, können nun eine Antwort und eine Lösung präsentieren. Der Fördermittelgeber des Bundes, Altenekom Berlin, hat mitgeteilt, dass das Glasfaserkabel in Hartha nun durchgängig bis vor alle Häuser verlegt werden kann. Altenekom begründet seine Entscheidung damit, dass weitere Verzögerungen und Umdisponierungen der Baukapazitäten zu Verteuerungen und letztlich zu einem Mehrbedarf an Fördermitteln einhergehen könnten.

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Der „Flickenteppich“ in Hartha war dadurch entstanden, weil bei der bisherigen Förderung diejenigen Grundstücke durch das Raster fielen, bei denen bereits Datengeschwindigkeiten von über 30 Megabit pro Sekunde anliegen oder bei denen der Ausbau bereits durch einen anderen Anbieter geplant ist.

„Das ist damit nun hinfällig“, erklärt Martin Flechsig. Sowohl für die Stadt als auch für die Anwohner habe das viele Vorteile. „Wenn der Fußweg einmal aufgerissen ist, kann nun das Leerrohr für den Anschluss in jedes Haus gleich mit verlegt werden.

Schnelles Internet für rund 2500 Haushalte

Im November vergangenen Jahres war der erste Spatenstich für den Breitbandausbau in Hartha erfolgt. Zu den rund 640 Gebäuden, für die die Anschlüsse bereits geplant waren, kommen nun noch einmal rund 350 Gebäude dazu. „Rein rechnerisch wohnen in einem Gebäude 2,5 Haushalte, so dass nun insgesamt rund 2500 Haushalte mit Glasfaser bis vor das Gebäude und damit mit den Voraussetzungen für einen zukunftsfähigen Internetanschluss versorgt werden können“, so Martin Flechsig.

Wie der Geschäftsführer erklärt, steigt der Bedarf an Bandbreite jährlich um rund 30 Prozent. Das liege unter anderem daran, dass Datei-Inhalte immer größer werden oder sich die Videoqualität immer weiter verbessert. Bei Glasfaser sei die Bandbreite nahezu unbegrenzt.

Welche Geschwindigkeit dann wirklich am heimischen Netzwerk ankommt, richte sich allerdings danach, welchen Vertrag der Kunde abschließt.

In diesem Zusammenhang weist Flechsig darauf hin, dass mit dem Verlegen des Glasfaserkabels der Anschluss zwar bis ans Gebäude, aber nicht in das Haus hinein verlegt wird. „Für unsere Kunden übernehmen wir den Hausanschluss kostenlos“, so der Geschäftsführer. Pro Anschluss würde dafür rund 400 bis 800 Euro anfallen.

Anbieter für Hausanschluss kann frei gewählt werden

Jeder Kunde könne seinen Anbieter aber frei wählen. Das Netz sei diskriminierungsfrei, wie der Fachausdruck dafür lautet. Andere Anbieter, die das Netz von Web & Phone nutzen wollen, müssen mit dem Unternehmen aber einen Vertrag abschließen. Insgesamt kostet der Breitbandausbau in Hartha rund 9,3 Millionen Euro.

Durch die vorzeitige Baufreigabe und den damit verbundenen Mehraufwand kommen noch einmal rund 600.000 Euro dazu. Zu welchem Zeitpunkt die Fördermittel fließen, weiß Bürgermeister Kunze noch nicht. „So lange steht die Summe erst einmal im Raum“, sagte er. Sie werde von der Firma Web & Phone vorfinanziert.

In etwa zwei Monaten soll der derzeit im Bau befindliche Hauptverteiler fertig sein. Dann könnten die ersten Harthaer bereits von der schnellen Internetverbindung profitieren.

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