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Keine Zustimmung für Hallen-Neubau in Reichenbach

Die Argargenossenschaft Grünlichtenberg hat einen Bauantrag eingereicht. Aus Sicht der Gemeinderäte ist der wenig aussagekräftig.

Die Agrargenossenschaft Grünlichtenberg will an ihrem Standort in Reichenbach einen Halle mit Werkstatt und Büros bauen. Der Bauantrag wurde vom Gemeinderat abgelehnt. Zu viele Fragen bleiben auch aus Sicht der Verwaltung offen.
Die Agrargenossenschaft Grünlichtenberg will an ihrem Standort in Reichenbach einen Halle mit Werkstatt und Büros bauen. Der Bauantrag wurde vom Gemeinderat abgelehnt. Zu viele Fragen bleiben auch aus Sicht der Verwaltung offen. © Lars Halbauer

Kriebstein. Mit dem Neubau einer neuen Lagerhalle mit Werkstatt, Büro und Sozialräumen am Standort Reichenbach will die Agrargenossenschaft Grünlichtenberg effizienter arbeiten und die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter verbessern.

Bei der Sitzung des Gemeinderates am Montagabend stand der Bauantrag dafür auf der Tagesordnung. Ihr Einvernehmen erteilten die Räte dem Vorhaben nicht. Zu viele Fragen seien noch offen, hieß es.

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Auch die Verwaltung stuft den Bauantrag als wenig aussagekräftig ein. „Es fehlen zum Beispiel grundsätzliche Aussagen zum Schallschutz“, so Bürgermeisterin Maria Euchler (Freie Wähler).

Aus den Plänen gehe nicht hervor, welche Lärmbelästigungen für die Bewohner Reichenbachs zu erwarten seien. Auch Angaben zu den Betriebszeiten nachts oder an Sonn- und Feiertagen während der Erntezeit würden fehlen.

Angaben zum Brandschutz fehlen

Des Weiteren sind laut Gemeindeverwaltung in dem Bauantrag keine genauen Angaben zum Brandschutzkonzept zu finden. „Ganz wichtig ist für uns, ob der von der Gemeinde errichtete Feuerlöschteich auf dem Gelände der Agrargenossenschaft erhalten bleibt, verlegt oder gar außerhalb des Geländes neu errichtet wird“, so die Bürgermeisterin.

Der Löschteich sei Bestandteil des Brandschutzbedarfsplanes der Gemeinde Kriebstein. „Wir leben auf dem Land und mit der Landwirtschaft, aber es muss ein Miteinander sein“, so Maria Euchler.

Seit Bekanntwerden der Pläne haben die Anwohner ihre Bedenken und Ängste wegen höherer Lärmbelästigung und eines steigenden Verkehrsaufkommens in ihrem Wohnort vorgebracht. Diese machten sie schon mehrfach auch gegenüber der Geschäftsleitung der Agrargenossenschaft deutlich.

Bei einer Ortschaftsratssitzung im September vergangenen Jahres hatte der Geschäftsführer Marcus Glitz dazu Stellung bezogen. Mehrfach hatte er auf die aus ökonomischer Sicht notwendige Umstrukturierung des Unternehmens hingewiesen.

Auch die Tankstelle soll nach Reichenbach

Mit dem Neubau der Halle in Reichenbach sollen der Technikstützpunkt und das Büro aus Grünlichtenberg und die Werkstatt und Tankstelle aus Greifendorf nach Reichenbach umziehen. Dem Geschäftsführer zufolge würde sich damit auf lange Sicht sogar weniger Verkehr ergeben. „Wir müssen nicht mehr wegen jedem Ersatzteil oder zum Tanken hin- und herfahren“, sagte er damals.

Die Anwohner sehen das anders. „Wir fürchten, dass durch den Neubau der Halle unsere Lebensqualität beeinträchtigt wird“, sagte Andreas Hofmann. Der Anwohner war zur Gemeinderatssitzung gekommen, um seine Bedenken dort vorzubringen.

Den Reichenbachern fehlen Angaben zum Brandschutz genauso wie die Vorgehensweise im Zusammenhang mit dem geplanten Lager für Pflanzenschutz- und Düngemittel.

Auch Gunther Kühn vom Ortschaftsrat Reichenbach betonte: „Wir möchten, dass in Reichenbach so gebaut wird, dass wir damit leben können“, sagte er. Aus den vorliegenden Bebauungsplan ginge dies nicht hervor. Zu viele Fragen blieben unbeantwortet.

Zwölf Gemeinderäte für Ablehnung des Bauantrages

Wegen der „unzureichenden Unterlagen“ plädierte die Verwaltung dafür, dem Bauantrag in dieser Form nicht zuzustimmen. Dem folgte der Gemeinderat mit zwölf Ja-Stimmen und drei Enthaltungen.

Die Agrargenossenschaft Grünlichtenberg betreibt Landwirtschaft auf rund 3.500 Hektar Acker- und Grünland und einer eigenen Milchviehproduktion. Derzeit sind in der Genossenschaft rund 65 Mitarbeiter und Auszubildende angestellt.

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