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Machbarer Kompromiss

Die neue Brücke Schillerstraße in Döbeln ist nützlich, hat aber unübersehbare Schwächen. Ein Kommentar von Jens Hoyer.

Zur Brücke Schillerstraße gibt es immer wieder Kritik. Ein Kommentar von Jens Hoyer.
Zur Brücke Schillerstraße gibt es immer wieder Kritik. Ein Kommentar von Jens Hoyer. © Jens Hoyer

Das Urteil, das Olaf Teichgräber in seinem Leserbrief zur Brücke Schillerstraße abgibt, ist hart. Ist die neue Brücke wirklich ein „Schildbürgerstreich“? Nein, das ist sie nicht. Was nicht heißt, dass einige der Kritikpunkte nicht stimmen.

Eines muss erst einmal vorangestellt werden: Möglicherweise sind die Erwartungen, die die Döbelner in diese neue Brücke legen, zu hoch gegriffen. Geplant war sie vor 20 Jahren mal als Staatsstraße. Das ist sie heute nicht mehr. Die Brücke ist eine Ortsstraße, die die Mulde an einer weiteren Stelle überschreitet und unter anderem fürs Krankenhaus recht nützlich ist.

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Sie ist nicht dafür gedacht, Schwerverkehr und Durchgangsverkehr aufzunehmen. Dafür sind die A 14 und die B 175 über die Dresdner und Leipziger Straße da. Es darf deshalb für einen 40-Tonner ruhig ein bisschen enger zugehen, damit die Motivation, über diese Brücke zu fahren, gedämpft wird.

Autofreie Muldeninsel in Döbeln

Die neue Brücke soll die Innenstadt von etwa 7.000 Fahrzeugen am Tag entlasten. Und, als schöner Nebeneffekt: Zum ersten Mal wird es möglich sein, für ein Stadtfest die Muldeninsel komplett für den Verkehr zu sperren.

Allerdings ist die Verkehrsführung in Ost-West-Richtung über den Kreisverkehr Wappenhenschstift eine Zumutung. Gerade in diese Richtung entstehen auf der Dresdner Straße die längsten Staus. Mit der vorgesehenen Verkehrsführung wird es da keine Entlastung geben. Es ist eher zu befürchten, dass zumindest zeitweise der Schleichverkehr auf den engen Straßen in Sörmitz zunimmt.

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