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Kommt ein Tor vor den Bahnübergang?

Der Personenzugverkehr zwischen Döbeln und Dresden soll reaktiviert werden. Eine Studie betrachtet dabei auch eine Bahnquerung in Roßwein.

Der Bahnübergang an der Kohlestraße Roßwein muss neu gestaltet werden. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten.
Der Bahnübergang an der Kohlestraße Roßwein muss neu gestaltet werden. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. © Dietmar Thomas

Roßwein. Weniger als 100 Autos passieren täglich den Bahnübergang an der Kohlestraße in Roßwein. Die Schranken sind derzeit fast immer geöffnet. Nur ganz selten fährt ein Güterzug vorbei.

Sollte die Bahnstrecke RB 110 von Döbeln nach Dresden jedoch als Regionalexpress-(RE)-Strecke für den Personenverkehr ausgebaut werden, könnte sich das ändern. Dann würde rein rechnerisch etwa jede halbe Stunde ein Zug die Stelle passieren. Derzeit werden die Schranken vom Stellwerk nebenan aus bedient.

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Das kann so nicht bleiben, sagt eine Studie, die die Firma Bahnkonzept Dresden ausgearbeitet hat. Thomas Steckel und Vasco Paul Kolmorgen stellten den Mitgliedern des Technischen Ausschusses (TA) die einzelnen Varianten vor, die für den Betrieb des Bahnüberganges an der Kohlestraße in Betracht kommen. Veränderungen werde es in jedem Fall geben müssen, egal, ob der Ausbau der Strecke kommt oder nicht. „Daran hängt der Güterverkehr nach Riesa und der steht nicht zur Debatte“, so Kolmorgen.

Die Nullvariante

Bei der sogenannten Nullvariante würde sich nicht viel zum jetzigen Zustand ändern. Ein Angestellter würde entweder im Stellwerk 1 in der Nähe der Brücke Bahnhofstraße oder im Stellwerk 2 an besagtem Bahnübergang sitzen und die Schranke betätigen, wenn sich ein Zug nähert. Der Übergang würde durch eine Kamera überwacht. Das ist jetzt noch nicht der Fall. Derzeit sind noch beide Stellwerke besetzt, wenn ein Zug auf der Strecke unterwegs ist. „Es ist allerdings absehbar, dass diese Variante nicht umgesetzt wird“, sagt Kolmorgen. Es sei wegen des hohen personallen Aufwandes die teuerste für Freistaat sowie den Streckenbetreiber, die Nossen-Riesaer Eisenbahn-Compagnie (NRE). Für die Stadt Roßwein selbst entstünden bei der Nullvariante keinerlei Aufwendungen.

Die Variante mit Schiebetor

Diese würden sich auch bei Variante Eins in Grenzen halten. Bei dieser wäre kein Personal mehr vor Ort, der Bahnübergang würde für Autos mit einem Schiebetor versperrt. „Nur in absoluten Ausnahmefällen – etwa wenn die Bahnhofstraße wegen Bauarbeiten umfahren werden müsste, oder ein Schwerlasttransport durch die Bahnunterführung an der Bahnhofstraße muss – könnte das Schiebetor entfernt werden. Die Schrankenanlage würde für diese begrenzte Zeit wieder manuell gesteuert. Für Fußgänger und Radfahrer bliebe der Bahnübergang durchgängig weiter passierbar. Die Studie sieht einen Überweg, der durch Geländer begrenzt ist, vor. „Aber auch eine kleine Unterführung wäre möglich“, so Kolmorgen. Diese Variante würde von der Genehmigungsbehörde unterstützt und sei wegen der geringen Frequentierung des Übergangs auch realistisch.

Die teuerste und modernste Variante

Die teuerste Variante – der Umbau des Bahnüberganges analog dem in Ullrichsberg auf ein elektronisches Steuersystem – würde insgesamt rund 800.000 Euro kosten. Die moderne Vollschrankenanlage würde aus der Ferne gesteuert, der Bahnübergang zusätzlich durch Kameras überwacht. Wie Thomas Steckel erklärte, müsste die Stadt Roßwein dabei mit einem Eigenanteil von mehr als 250.000 Euro rechnen.

Für Bürgermeister Veit Lindner (parteilos) klingen diese Zahlen schon beinahe utopisch, wie er sagte. „Diese Summe kann die Stadt Roßwein nicht aufbringen.“ Deshalb würde er eher der Variante mit dem Schiebetor den Vorzug geben.

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