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Kriebstein misst jetzt auch das Tempo

Die Gemeinde will herausfinden, auf welchen Straßen besonders gerast wird. Dafür machen sich auch die Anwohner stark und geben sogar Geld dazu.

So wie hier in Haßlau soll auch in der Gemeinde Kriebstein bald die Geschwindigkeit der Autos mit einer Messtafel erfasst werden.
So wie hier in Haßlau soll auch in der Gemeinde Kriebstein bald die Geschwindigkeit der Autos mit einer Messtafel erfasst werden. © Dietmar Thomas

Kriebstein. Seit wenigen Wochen verfügt die Gemeinde Kriebstein über eine Tempo-Messtafel. Darüber informierte Bürgermeisterin Maria Euchler (Freie Wähler) die Gemeinderäte in der Januar-Sitzung.

Das Gerät ist aber derzeit noch nicht im Einsatz. Das hat zwei Gründe. „Zum einen wollen wir warten, bis das Schmuddelwetter vorbei ist, andererseits soll in den einzelnen Ortschaftsräten entschieden werden, wo günstige Standorte für die Messtafel sein könnten“, erklärte die Bürgermeisterin. Die Anwohner wüssten am besten selbst, wo in ihrem Ort solche Stellen sind, an denen die Autofahrer besonders auf die Tube drücken.

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Ein solcher prägnanter Punkt sei zum Beispiel die Kreisstraße in Höfchen. „Dort befindet sich eine Schulbushaltestelle, es gibt keinen Fußweg und die Kinder müssen ein Stück entlang der Straße zur Haltestelle laufen“, so die Bürgermeisterin.

Kriebsteins Bürgermeisterin gespannt auf Auswertung

Obwohl es sich um ein transportable Messtafel handelt, sei der Aufwand nicht unerheblich, sie von einer Stelle an eine andere zu setzen. Deshalb werde auch noch überlegt, wie oft eine solche Umsetzung erfolgen soll. „Erst haben wir gedacht, alle zwei Monate, aber das wird wahrscheinlich zu aufwendig sein“, so die Gemeinde-Chefin.

Sie selbst ist schon sehr gespannt auf die Auswertung der Daten. Oftmals sei es so, dass Autos gefühlt schneller wahrgenommen werden, als sie es tatsächlich sind. „Besonders bei den großen Landwirtschaftsfahrzeugen, die durch unsere Orte fahren, ist das der Fall“, sagt sie. Auch unter den Anwohnern sei das Interesse an den Messergebnissen groß.

Tempo-Tafel aus Spenden finanziert

Maria Euchler freut sich darüber, dass sie aus der Gemeindekasse nur 79 Euro für die Messtafel beisteuern musste. Insgesamt kostet das Gerät etwas mehr als 2.300 Euro. Der Kaufpreis ist zum großen Teil aus Spenden finanziert worden, die Privatleute oder Unternehmen in eine solche Tafel investiert sehen wollten.

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„Vielleicht wird es zumindest vorübergehend noch eine zweite Messstation in Kriebstein geben. Mitnetz Strom hat uns angeboten, dass wir eine solche testen können“, so Maria Euchler. Von diesem Angebot wolle sie auch Gebrauch machen. Ein Antrag sei in Arbeit.

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