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Döbeln

Kriebstein: Motorschiffe wieder in ihrem Element

Stapellauf an der Talsperre Kriebstein: Die großen Schiffe sind wieder im Wasser. Zum geplanten Saisonstart gibt es für die Gäste eine gute Nachricht.

Kurz vor dem Stapellauf liegt die MS Hainichen an der Talsperre Kriebstein noch auf dem Trockendock.
Kurz vor dem Stapellauf liegt die MS Hainichen an der Talsperre Kriebstein noch auf dem Trockendock. © Lars Halbauer

Von Lars Halbauer und Elke Braun

Kriebstein. Bis zur letzten Minute haben die Techniker am Donnerstag noch an der MS Hainichen gebaut. Dann wurde das Schiff kurz nach 10 Uhr zu Wasser gelassen. Für das Schwesternschiff, die MS Kriebstein, war schon am Montag Stapellauf.

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Schiffsführer Michael Ziegler ließ über die hydraulisch gesteuerte Schienenkonstruktion das 80 Tonnen schwere Schiff Meter für Meter ins etwa vier Grad kalte Hafenwasser gleiten. Nach einer knappen halben Stunde war das im Jahr 1980 erbaute Schiff wieder in seinem eigentlichen Element.

Die beiden Schiffsführer Michael Ziegler (links) und Andreas Weczerek haben mit ihren Kollegen die MS Hainichen am Donnerstag ins Wasser gelassen. Die MS Kriebstein liegt schon seit Montag wieder in der Talsperre.
Die beiden Schiffsführer Michael Ziegler (links) und Andreas Weczerek haben mit ihren Kollegen die MS Hainichen am Donnerstag ins Wasser gelassen. Die MS Kriebstein liegt schon seit Montag wieder in der Talsperre. © Lars Halbauer

Im Herbst waren die beiden Fahrgastschiffe nach einer kurzen Saison – bedingt durch die Bauarbeiten in der Hafenanlage und die Corona-Situation – für die Winterruhe aus dem Wasser geholt worden.

In den zurückliegenden Wochen wurden die Schiffe repariert und gemäß den neuen europäischen Vorgaben nachgerüstet. So mussten beispielsweise Defibrillatoren installiert und Sprechanlagen eingebaut werden.

Schmutzwassertank gewechselt

Auch unter Deck wurde einiges getan. Weil im letzten Jahr ein Wasserleck im Schmutzwassertank an der MS Hainichen nur notdürftig repariert werden konnte, wurde im Trockendock die Möglichkeit genutzt, diesen nun komplett auszuwechseln.

Auch unter Deck der MS Hainichen waren einige Instandhaltungsarbeiten erforderlich, damit die neue Saison ohne technische Ausfälle starten kann.
Auch unter Deck der MS Hainichen waren einige Instandhaltungsarbeiten erforderlich, damit die neue Saison ohne technische Ausfälle starten kann. © Lars Halbauer

Rostige Stellen an den Außenwänden der Schiffe werden bis Mai noch abgeschliffen und neu gestrichen. Die Hydraulikschläuche wurden gewartet und ersetzt sowie die Ventile für das Nutzwasser an Bord ausgetauscht.

„Wir freuen uns, wenn wir im Mai wieder starten dürfen“, sagt Stephan Stengel, der Schiffsführer der MS Hainichen. Nach dem Winter sei es immer wieder schön, bei der Arbeit zu sehen, wenn die ersten Gäste zur Talsperre und auf die Schiffe kommen. „Dazu dann noch das frische Grün, wenn der Wald um die Talsperre aus dem Winterschlaf erwacht, da macht die Arbeit gleich nochmal so viel Freude.“

Rund 30.000 Euro für Instandsetzungsarbeiten

Wie der Geschäftsführer des Zweckverbandes Kriebsteintalsperre, Thomas Caro, erklärte, werden die Schiffe in Zusammenarbeit mit der Berliner Schiffswerft Hegemann instandgehalten. „Insgesamt wurden 30.000 Euro investiert, damit die neue Saison ohne technisch bedingte Ausfälle beginnen kann.“ Ziel sei es, am 1. Mai die Fahrgastschiffe wieder starten zu lassen, wenn die Corona-Regeln es zulassen.

Dazu muss im Hafen, in dem derzeit Umbauarbeiten laufen, noch einiges geleistet werden. „Die Anlegestellen für die Sportschiffe sowie die MS Kriebstein und Hainichen sind im Rohbau schon fertig, aber wir sind auch für die Verkehrssicherheitspflicht zuständig“, so Caro. So müssen noch Geländer angebaut und Versorgungsleitungen gelegt werden.

Barrierefreier Zugang zu den Anlegestellen

Diese Arbeiten laufen laut Caro losgelöst von der Sanierung der Promenade. Auch der Bau des Mehrzweck- und Aufzugsgebäudes wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Durch den Aufzug wird künftig der barrierefreie Zugang zum Hafengelände gewährleistet. Einen solchen gab es für Rollstuhlfahrer oder Menschen mit Gehbehinderungen bislang nicht.

Eine gute Nachricht hat Thomas Caro noch für die Gäste: Die Fahrpreise bleiben konstant, an eine Erhöhung wird nicht gedacht.

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