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Kriebstein: Streit um Zufahrt ist beigelegt

Die Reparatur der Straße in der Siedlung Nordhäuser Weg soll nächste Woche beginnen. Zuvor waren einige Gespräche nötig.

Nach dem Hangrutsch muss die Gaststätte per Boot beliefert werden. Doch nun wird die Zufahrtsstraße wieder hergerichtet.
Nach dem Hangrutsch muss die Gaststätte per Boot beliefert werden. Doch nun wird die Zufahrtsstraße wieder hergerichtet. © Ralph Kunz

Kriebstein. Die Siedler des Nordhäuser Weges an der Talsperre Kriebstein können aufatmen. Bei den Unwettern im Juni war ein Teil des Zufahrtsweges zur „Brunnenquellklause“ und den Siedlerhäusern abgerutscht, die Straße seitdem nicht mehr befahrbar.

Das Landratsamt Mittelsachsen hatte Mitte Juli angekündigt, eine Nutzungsuntersagung verfügen zu müssen, sofern die Siedler sowie die Grundstückseigentümer des abrutschenden Weges sich nicht einigen können. Kriebsteins Bürgermeisterin Maria Euchler (Freie Wähler) unterstützte dieses Vorgehen der Behörde. „Landkreis und Gemeinde müssen letztendlich bei Gefahren den Kopf hinhalten“, sagte sie.

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Die Eigentümer waren zunächst gegen die Verbreiterung des Weges. Doch ohne Verbreiterung wäre bald keine Fäkalienentsorgung mehr möglich. „Das Ergebnis wäre eine Nutzungsuntersagung und Sperrung der Siedlung“, so Euchler.

Gespräch mit den Eigentümern

Die Bürgermeisterin schaltete sich ein und bat um einen Gesprächstermin mit den Eigentümern. Viel Frust sei aufgekommen, viele E-Mails geschrieben, Vor-Ort-Termine seien im Sande verlaufen. In Presseberichten sei die Gemeinde schlecht weggekommen. Aber die Gemeinde habe mit der Sperrung nur Gefahren vorbeugen wollen, so die Bürgermeisterin.

„Wir konnten nicht einfach in privates Eigentum eingreifen. Der Weg ist nicht öffentlich gewidmet, nicht einmal als Zufahrtsweg in einem Grundbuch vermerkt“, sagte Maria Euchler. Es bestehe wahrscheinlich nur eine einseitige Erklärung seitens der Siedler, diesen Weg nutzen zu können und dafür instandzuhalten. Die Eigentümer wiederum haben dieser Nutzung nie zugestimmt.

Nach einem ruhigen Gespräch der Bürgermeisterin mit den Eigentümern, Telefonaten mit der Forstbehörde, einem weiteren Vor-Ort-Gespräch mit dem Landratsamt und den Eigentümern hatte die Bürgermeisterin die Unterschrift unter der Zustimmung, den Weg zu verbreitern – im Einklang mit Forstbehörde, Naturschutzbehörde und Bauamt des Landratsamtes Mittelsachsen.

Reparatur dauert bis Ende August

„Ich persönlich freue mich sehr über diesen Ausgang. Ein persönliches Gespräch und Zeitnehmen hat viel dazu beigetragen. Ab der kommenden Woche wird der Weg verbreitert. Ende August soll die Maßnahme beendet sein. Ob es weitere Hangabrutsche geben wird, weiß niemand“, erklärte Euchler.

Michael Süß, Referatsleiter des Landratsamtes Mittelsachsen, habe der Bürgermeisterin mitgeteilt, dass „die Nutzungsuntersagungen dann nicht mehr durchzuführen wären, wenn die Erschließung gesichert ist, also Feuerwehr und AZV das Gebiet befahren können.“

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Maria Euchler sieht dies als Jubiläumsgeschenk für die Siedlergemeinschaft Nordhäuser Weg, die am Sonnabend ihr 50. Bestehen aus dem Jahr 2020 nachfeiern. „Ein großer Dank geht an das Landratsamt, an Sachsenforst für die gute Zusammenarbeit sowie an die Eigentümer, die dieser Lösung zugestimmt zu haben“, so Euchler.

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