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Kriebstein verkauft Filetstück an der Talsperre

Das Hotel am Kriebsteinsee soll an die Pächterin gehen. Bis zur Unterschrift muss sie aber einige Forderungen erfüllen.

Das Hotel am Kriebsteinsee soll an die Pächterin verkauft werden.
Das Hotel am Kriebsteinsee soll an die Pächterin verkauft werden. © Lars Halbauer

Kriebstein. Der Verkauf des Hotels am Kriebsteinsee an die jetzige Pächterin ist schon seit einiger Zeit im Gespräch. Doch erst jetzt konnten sich die Kriebsteiner Gemeinderäte zu einem entsprechenden Beschluss durchringen. Dieser fiel mit zehn Ja-Stimmen bei drei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen aber deutlich aus.

Bis es zu den Unterschriften auf einem Kaufvertrag kommt, muss Pächterin Daniela Panuschka, die das Hotel mit ihrem Partner Dirk Hanicke betreibt, aber noch einige Forderungen erfüllen. So muss sie bis zum 1. November dieses Jahres ein aktuelles, den touristischen Anforderungen entsprechendes Nutzungskonzept vorlegen.

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Neues Nutzungskonzept gefordert

Dieses soll mit dem Tourismusverband Sächsisches Burgen- und Heideland, dem Zweckverband Kriebsteintalsperre und der Gemeinde Kriebstein abgestimmt sein. Zudem solle das Nutzungskonzept verpflichtender Bestandteil des notariellen Grundstückskaufvertrages werden, heißt es in dem Beschluss.

Außerdem muss die Pächterin ebenfalls bis zum 1. November ein belastbares Finanzierungskonzept sowie eine Bestätigung der finanzierenden Bank vorlegen. Die Gemeinde fordert zudem, dass sämtliche Untermietverhältnisse bis spätestens zum 1. November aufgelöst werden.

Hinsichtlich des Wanderweges, der über das Grundstück führt, soll vereinbart werden, dass dieser Eigentum der Gemeinde bleibt.Der Preis für das Grundstück war von einem Gutachter mit 271.000 Euro ermittelt worden. Auch die Kommunalaufsicht hatte keine Bedenken angemeldet.

Wichtiger Schritt für beide Seiten

Bürgermeisterin Maria Euchler (Freie Wähler) zeigte sich erleichtert, dass nun ein wichtiger Schritt zum Verkauf des Grundstücks gegangen ist. „Endgültig ist die Sache aber erst, wenn der Vertrag beim Notar unterschrieben ist“, sagte Euchler.

Daniela Panuschka ist ebenfalls froh, dass die Gemeinderäte den Beschluss zum Verkauf gefasst haben. „Wir haben viel Energie und Geld in das Hotel gesteckt. Es ist ein Herzensprojekt für uns“, sagte Panuschka. Sie und ihr Partner würden alles tun, um die Auflagen zu erfüllen.

Daniela Panuschka bedauert aber auch, dass der Beschluss nicht schon im Dezember des vergangenen Jahres gefasst worden ist. „Wir haben praktisch ein Jahr verloren“, sagte sie. Damals war der Verkauf gescheitert, weil sich einige Gemeinderäte ungenügend informiert gefühlt hatten (Sächsische.de berichtete).

Dringende Investitionen erforderlich

Und auch bei der Abstimmung am späten Montagabend machten sich die Gemeinderäte die Entscheidung nicht leicht. Einigen von ihnen war wohl unangenehm aufgefallen, dass die Pächter ausstehende Versicherungsbeiträge der Jahre 2020 und 2021 – es handelt sich um einen niedrigen fünfstelligen Betrag – nicht bis zur festgesetzten Frist beglichen hatten. Daniela Panuschka und Dirk Hanicke holten das Versäumnis aber an diesem Abend nach.

Dirk Hanicke appellierte zu Beginn der Debatte an das Verständnis der Gemeinderäte. „Es sind dringende Investitionen erforderlich, welche die Gemeinde nicht stemmen kann“, sagte Hanicke. Beide Seiten stünden an einem Punkt, an dem eine Entscheidung fallen müsse.

Zunächst äußerte er Unverständnis darüber, dass neue Konzepte vorgelegt werden sollen. „Es liegen bereits Konzepte vor“, sagte er. Dem hielt Bürgermeisterin Maria Euchler aber entgegen, dass das vorliegende Nutzungskonzept den Bau eines Vier-Sterne-Hotels betreffe, der aber nicht realisiert werde.

Hotelzimmer im mittleren Preissegment

Gemeinderat Christoph Merker (Freie Wähler) warf ein, dass es zwei weitere Interessenten für das Objekt gebe. „Schaden wir nicht der Gemeinde, wenn diese Bewerber nicht ebenfalls gehört werden?“, fragte Merker. Die Bürgermeisterin sieht das nicht so. „Wenn es einen Pächter gibt, der kaufen will, sind wir nicht zu einer Ausschreibung verpflichtet“, sagte sie.

Im Verlauf der Debatte häuften sich die Stimmen, dass nun endlich eine Entscheidung fallen müsse. Diese fiel zugunsten von Daniela Panuschka und Dirk Hanicke aus. Derzeit sei das Hotel nur eingeschränkt geöffnet. Um den Betrieb zu sichern, seien zunächst Investitionen in eine neue Kläranlage und in den Brandschutz erforderlich. „Wir wollen bei der Sanierung Stück für Stück vorgehen. Es ist wohl von einem Zeitraum von zehn Jahren auszugehen, bis alles fertig sein könnte“, so Dirk Hanicke während der Sitzung. Die Hotelzimmer wollen die Betreiber in einem mittleren Preissegment anbieten.

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Das Hotel am Kriebsteinsee war 2012 von der Gemeinde gekauft worden, um es vor Spekulanten zu bewahren. 2016 wurde der Pachtvertrag mit Daniela Panuschka geschlossen. Gleichzeitig wurde das vorhandene Inventar an die Pächterin verkauft.

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