merken
PLUS Döbeln

Kriebsteins Gemeinderäte sagen Ja zu neuer Halle

Die Agrargenossenschaft Grünlichtenberg will ihren Standort Reichenbach erweitern. Im Vorfeld gibt es jede Menge Klärungsbedarf.

Die Agrargenossenschaft Grünlichtenberg plant den Neubau einer Halle in Reichenbach. Die Gemeinderäte haben dem Bauantrag jetzt ihr Einvernehmen erteilt.
Die Agrargenossenschaft Grünlichtenberg plant den Neubau einer Halle in Reichenbach. Die Gemeinderäte haben dem Bauantrag jetzt ihr Einvernehmen erteilt. © Lars Halbauer

Kriebstein. Das war eine schwierige Geburt. Erst im dritten Anlauf haben die Gemeinderäte von Kriebstein dem Antrag der Agrargenossenschaft Grünlichtenberg für den Neubau einer Halle in Reichenbach ihr Einvernehmen erteilt. In die Halle sollen der Büro- und Sanitärtrakt, Werkstatt und Lagerräume.

Hauptgrund für die Zurückhaltung der Räte: Die Anwohner von Reichenbach befürchten durch die Standorterweiterung mehr Verkehr und damit mehr Lärm und Schmutz in ihrem Wohnort. Auch mit den durch das Unternehmen ursprünglich geplanten Maßnahmen zum Brandschutz waren die Anwohner und schlussendlich auch die Gemeinderäte unzufrieden.

UnbezahlbarLand
Willkommen im UnbezahlbarLand
Willkommen im UnbezahlbarLand

Was ist eigentlich das Unbezahlbarland? Warum ist der Landkreis Görlitz Unbezahlbarland? Hier finden Sie alle Infos.

Deshalb wurde der Antrag im Februar abgelehnt. Die Agrargenossenschaft besserte nach. In der März-Sitzung wurde der Beschluss von der Tagesordnung genommen, weil eine weitere Beratung zwischen Vorstand und Ortschaftsräten anstand. Jetzt passierte der Antrag bei zwei Enthaltungen am Montag den Gemeinderat.

Im Vorfeld hatte der Vorstand bereits mehrfach um Verständnis für den Erweiterungsbau gebeten. Das Unternehmen benötige die neue Halle, um die Abläufe effizienter zu gestalten und die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter zu verbessern, hatte Vorstandsvorsitzender Marcus Glitz in einer Einwohnerversammlung im Herbst vergangenen Jahres erläutert.

Hecken zum Lärm- und Blendschutz

Vorstand, Ortschaftsrat, einigen Gemeinderäte und die Ortswehrleitung einigten sich auf mehrere Punkte. So sicherte Marcus Glitz eine Laubbaum- und Heckenbepflanzung zu, um den Lärm- und Blendschutz zu erhöhen. Außerdem soll sich die Agrargenossenschaft mit maximal 30.000 Euro an einer zusätzlichen Löschwasser-Bereitstellung beteiligen.

Es soll darauf geachtet werden, dass für eine neue Löschwasserversorgung zu sorgen ist, ehe der vorhandene Löschteich zurückgebaut wird. Ein weiterer Knackpunkt war die ungeklärte Ableitung des Oberflächenwassers. Dieses soll nun in den Krebsbach fließen, was die zuständige Behörde umfassend prüfe.

Keine Waschanlage für Fahrzeuge

Eine Fahrzeug-Waschanlage, wie ursprünglich geplant, werde es in Reichenbach nicht geben. Überdies sagte der Vorstandschef zu, sich um die Genehmigung einer zweiten Ausfahrt auf die S 36 durch das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) zu kümmern und versprach, diese bei positivem Bescheid errichten zu lassen.

Für Bürgermeisterin Maria Euchler sind diese Punkte richtungsweisend für die Bautätigkeit auf dem Gelände der Agrargenossenschaft.

Alle Beteiligten hätten betont, dass „nicht die Agrargenossenschaft und deren Stützpunkt verhindert werden sollen“, so Maria Euchler. Vielmehr gehe es darum den Anwohnern eine wenn auch eingeschränkte, aber dennoch lebenswerte Wohngegend zu erhalten.

Gunther Kühn vom Reichenbacher Ortschaftsrat bat während der Sitzung darum, künftig bei Spenden von der Agrargenossenschaft, diese für die Belange Reichenbachs einzusetzen. Diese könnten beispielsweise für den Spielplatz oder die Feuerwehr eingesetzt werden. Kämmerer Wolfgang Hein stellte jedoch klar, dass die Gemeinde über zweckgebundene Zuwendungen nur im Sinne des Spenders verfügen könne.

Mehr lokale Nachrichten aus Döbeln und Mittelsachsen lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Döbeln