SZ + Döbeln
Merken

Endlich wieder Theater in Döbeln und Freiberg

Das Mittelsächsische Theater hat seine Pläne schon mehrfach umstellen müssen. Für das erste Halbjahr stehen fünf Premieren auf dem Programm.

 4 Min.
Teilen
Folgen
Dimitra Kalaitzi-Tilikidou (rechts) und Frank Unger sind in „Lauter Verrückte!“ am 21. Januar in Döbeln zu sehen.
Dimitra Kalaitzi-Tilikidou (rechts) und Frank Unger sind in „Lauter Verrückte!“ am 21. Januar in Döbeln zu sehen. © Jörg Metzner

Von Heike Hubricht und Frank Korn

Mittelsachsen. Die neue sächsische Corona-Schutzveroordnung, die voraussichtlich am 14. Januar in Kraft treten soll, macht auch den Kulturschaffenden wieder etwas Hoffnung.

Kultur- und Freizeiteinrichtungen wie Kinos, Theater oder Sportangebote sollen wieder öffnen dürfen. Bedingung ist aber 2G-plus – Geimpfte und Genesene brauchen für den Zutritt einen zusätzlichen Test. Wer eine Boosterimpfung nachweisen kann, muss sich nicht testen lassen. Zudem darf die Besucherkapazität nur zu 50 Prozent ausgelastet werden.

Aufgrund der Pandemie musste das Mittelsächsische Theater seine Pläne für die Zeit bis zum Sommer schon mehrfach umarbeiten. Darauf weist Intendant Ralf-Peter Schulze hin. Und der künstlerische Leiter des Theaters fügt hinzu: „Hoffnungsfroh können wir jetzt einen Ausblick auf das Jahr 2022 geben. Es ist unsere fünfte Planungsvariante.“

Start mit Wiederaufnahmen

Derzeit gehe das Theater davon aus, dass es ab dem 16. Januar wieder spielen darf. Sachsens Kultur- und Tourismusministerin Barbara Klepsch (CDU) hatte mit den Theaterleuten über eine mögliche Wiedereröffnung gesprochen. „Wenn wir erst später wieder spielen können oder andere Einschränkungen notwendig sein sollten, würden wir zwangsläufig mehr Stücke aus dem Repertoire verlieren oder auch weniger Neuproduktionen realisieren können“, ergänzt Theatersprecher Christoph Nieder.

Für Puccinis „Mantel“ und Beethovens „Fidelio“ fänden sich leider schon jetzt keine Zeiträume mehr. „Dabei hätten wir die beiden Inszenierungen gern noch einmal gezeigt, und es gab für sie auch noch Publikumsinteresse“, so Nieder.

  • Nachrichten aus der Region Döbeln von Sächsische.de gibt es auch bei Facebook und Instagram

Nach jetzigen Plänen soll es im Januar zunächst mit Wiederaufnahmen weitergehen: Im Schauspiel mit „Zwei Lügen, eine Wahrheit“ (erste Vorstellung nach der Coronapause am 16. Januar, 19 Uhr in Freiberg geplant), „Warten auf Godot“ (22. Januar, 19.30 Uhr, Freiberg) und „Träume!“ (28. Januar, 19.30 Uhr in Freiberg).

Neuproduktionen in Vorbereitung

In Döbeln folgt am Freitag, den 21. Januar, um 19.30 Uhr die Premiere des komischen Operneinakters „Lauter Verrückte!“ von Johann Simon Mayr. Die Kammerfassung unter der musikalischen Leitung von José Luis Gutiérrez am Cembalo und in der Inszenierung von Judica Semler erlebte bislang nur eine einzige Aufführung in Freiberg.

Im Februar soll dann „Der Graf von Monte Christo“ (Premiere am 12. Februar, 19.30 Uhr in Döbeln), der vor zwei Jahren nur einmal gespielt werden konnte, auf den Plan zurückkehren. Der in Freiberg und Döbeln umjubelte Sänger Alexander Donesch („Jekyll und Hyde“) ist in der Hauptrolle zu erleben.

  • Sie haben Hinweise, Kritik oder Lob? Dann schreiben Sie uns per E-Mail an [email protected]

Darüber hinaus bereitet das Theater Neuproduktionen vor. Das Schauspiel plant für März im Theater Falk Richters „Welcome to Paradise Lost“, inspiriert von „Die Konferenz der Vögel“ von Farid du-Din Attar. Zudem ist für April im Theater Döbeln und ab Juni als Open Air im Freiberger Schlosshof Ray Cooneys Komödie „Außer Kontrolle“ geplant.

Im Musiktheater kommt Ende März Francis Poulencs Operneinakter „Die Menschliche Stimme“ in einer Inszenierung von Arila Siegert auf die Bühne – ein Ein-Personen-Stück mit Leonora Weiß-del Rio. In Freiberg wird der Einakter ergänzt um Arvo Pärts „Te Deum“ in der Nikolaikirche, in Döbeln um Menottis „Das Telefon“. Im April folgt Donizettis „Don Pasquale“ in der bereits vor zwei Jahren geplanten Inszenierung von Susanne Knapp sowie im Juni auf der Seebühne „Der Graf von Luxemburg“ in einer Inszenierung von Jürgen Pöckel.

Nach dem Sommer beginnt die Spielzeit 2022/23 unter Leitung des neuen Intendanten Sergio Raonic Lukovic, der seine Pläne im Frühjahr vorstellen will. (mit FP)