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Der etwas andere Leisniger Buchsommer

An der Aktion der Stadtbibliothek Leisnig haben sich 110 junge Leute beteiligt. Nicht nur der Abschluss war ein Besonderer.

Hanna Kühn und Noah Pajonk (beide 11) haben sich am Buchsommer der Stadtbibliothek Leisnig beteiligt und freuen sich mit 97 anderen Mädchen und Jungen über ein Zertifikat sowie kleine Präsente.
Hanna Kühn und Noah Pajonk (beide 11) haben sich am Buchsommer der Stadtbibliothek Leisnig beteiligt und freuen sich mit 97 anderen Mädchen und Jungen über ein Zertifikat sowie kleine Präsente. © Dietmar Thomas

Leisnig. Normalerweise feiert die Leisniger Stadtbibliothek das Ende des Buchsommers mit einer großen Party im Freibad. In diesem Jahr gibt es gleich zwei. Aber nicht im Bad, sondern in der Bibliothek und dem Außengelände des Stadtgutes.

Es ist nicht die einzige Herausforderung, der sich die Mitarbeiter der Bibliothek aufgrund von Corona gegenüber sahen. 110 Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 15 Jahren hatten sich für den Buchsommer angemeldet. „99 haben den Anspruch auf das Zertifikat erworben“, sagt Bibliothekarin Kerstin Otto. Gleichzeitig haben sich sieben der Teilnehmer als regelmäßige Bibliotheksnutzer registrieren lassen.

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Das seien zwar weniger Teilnehmer als im Vorjahr. Trotzdem hat schon diese Zahl der Mädchen und Jungen das Team der Bibliothek manches Mal an seine Grenzen gebracht.

Die jungen Leute sollten während der Sommerferien drei Bücher lesen. Einige haben sogar 15 und mehr geschafft. Aber, die Teilnahme entscheidet, nicht die Anzahl der gelesenen Titel. „Denn für manchen ist es eine größere Leistung während der sechs Wochen drei Bücher gelesen zu haben, als für andere 15“, meint Kerstin Otto.

Speziell für den Buchsommer wurden 120 neue Titel im Wert von 1.100 Euro angeschafft. Aber auch die Bücher vom Vorjahr standen wieder mit in den Regalen, damit die jungen Leser eine große Auswahl hatten.

Drei Bücher für Note Eins in Deutsch

Einige Male habe sich dann während der Ferien eine Schlange im Durchgang zur Bibliothek gebildet. In der dürfen sich derzeit maximal fünf Besucher gleichzeitig aufhalten. Außerdem mussten die Buchsommer-Teilnehmer zu jedem Titel Fragen beantworten und damit beweisen, dass sie das Buch tatsächlich gelesen haben. 

Diese Abfrage sei teilweise im Hof erfolgt, um den Betrieb in der Bibliothek nicht unnötig zu stören. „Aber sowohl die Eltern der Schüler als auch die anderen Nutzer der Bibliothek haben sehr viel Verständnis dafür gezeigt, dass sie manchmal etwas warten mussten“, sagt Kerstin Otto.

Schüler der Emil-Naumann-Grundschule Sitten, der Sigismund-Reschke-Grundschule Leisnig sowie der Peter-Apian-Oberschule Leisnig, die mindestens drei Bücher gelesen haben, erhalten dafür einen Note Eins im Fach Deutsch, mit der sie ins neue Schuljahr starten.

Zum Abschluss: Filme schauen statt baden

Das ist aber nicht die einzige „Belohnung“. Auch wenn durch Corona keine Abschlussparty im Freibad möglich war, wollte das Bibliotheks-Team nicht ganz darauf verzichten. Die Party wurde zweigeteilt und kurzerhand in den Veranstaltungsraum des Stadtgutes verlegt. Den haben Mitarbeiter des Leisniger Bauhofes schon einen Tag zuvor abgedunkelt und damit zum Kino-Saal umfunktioniert.

Die Jüngeren sahen den Film „Oddball – Retter der Pinguine“ und die Älteren „Derby Dogs – Kiwi Flyer“. Beide wurden vom Sächsischen Kinder- und Jugendfilmdienst zur Verfügung gestellt. Für die richtige Kino-Atmosphäre gab es für jeden beim Eintreten in den Raum ein Getränk und eine Tüte Poppkorn. Die Vergabe der Zertifikate erfolgte aufgrund des schönen Wetters anschließend im Hof.

Jede Leistung beim Lesiniger Buchsommer wird gewürdigt

Dabei haben die Bibliothekarinnen keine Plätze verteilt. Sie wollten die Leistung jedes Teilnehmers anerkennen. „Deshalb erhält auch jeder einen Preis“, so Kerstin Otto. Neben Gutscheinen für den Kletterwald, das Kino, das Freizeitbad Riff und die Zoos in Leipzig und Dresden waren das zum Beispiel USB-Sticks, Lautsprecherboxen, Powerbanks und Strandtücher. Möglich war die Vielzahl der Preise durch die finanzielle Unterstützung der Bibliothek durch einheimische Firmen.

Wer welches Präsent erhielt, hat das Los entschieden. Zettel mit ihren Namen hatten die Kinder und Jugendlichen zu Beginn der Veranstaltungen selbst in einen Lostopf geworfen.

Teilnehmer des Buchsommers, die ihr Zertifikat und den Preis am Mittwoch nicht persönlich entgegennehmen konnten, haben die Möglichkeit, beides ab Donnerstag in der Stadtbibliothek abzuholen.

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