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Die Stasi kommt nach Waldheim

Die Ausstellung musste wegen Corona schon einmal abgesagt werden. Jetzt gibt es aber Infos, was bei „Horch und Guck“ in Waldheim lief.

Das Bild zeigt die Übersichtskarte der Stasi für den Kreis Döbeln. Sie stammt aus den
Beständen der Bezirksverwaltung für Staatssicherheit Leipzig.
Das Bild zeigt die Übersichtskarte der Stasi für den Kreis Döbeln. Sie stammt aus den Beständen der Bezirksverwaltung für Staatssicherheit Leipzig. © Stasi-Unterlagen-Archiv Leipzig

Waldheim. Das Thema Staatssicherheit ist mehr als dreißig Jahre nach der Wende immer noch präsent. In einer Ausstellung im Rathaus sollen die Waldheimer erfahren, wie die Stasi in der Zschopaustadt gearbeitet hat.

Überwacht wurde unter anderem auch die Zschopaustadt von der Kreisdienststelle Döbeln des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) an der Reichensteinstraße in Döbeln. Dort leitete Oberstleutnant Horst Schmidt – genannt Stasi-Schmidt – die Behörde.

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Im Oktober 1989, also kurz vor der Wende, waren nach Informationen des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR (BSTU) in der Döbelner Dienststelle 52 hauptamtliche und ein hauptamtlicher inoffizieller Mitarbeiter angestellt.

Informationen aus dem gesamten Altkreis lieferten zu diesem Zeitpunkt insgesamt 643 inoffizielle Mitarbeiter, 50 davon stammten aus Waldheim.

In sogenannten konspirativen Wohnungen trafen sich diese in unregelmäßigen Abständen, um ihre Informationen auszutauschen. Die Wohnungen trugen Decknamen, hießen beispielsweise Kegelbahn oder Zentrum.

Beratung zu Akteneinsicht und DDR-Unrecht

Im Fokus der Stasi stand auch die Strafvollzugseinrichtung in Waldheim. Zahlreiche Häftlinge kamen in den Schwerpunktbetrieben des Altkreises Döbeln zum Einsatz.

Eine Ausstellung „Stasi Ohn(e)Macht“ informiert nun Mitte August über die Struktur, Methoden und Wirkungsweise der DDR-Geheimpolizei. Tafeln und Musterakten zum Wirken des MfS in der Region Waldheim vertiefen die einzelnen Themen.

Überdies gibt es während der zweitägigen Ausstellung ein Beratungsangebot rund um das Thema Antragstellung auf Akteneinsicht. Am 17. August berät der Sächsische Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur außerdem zu Fragen der Rehabilitierung von DDR-Unrecht.

Wer sich beraten lassen will, muss zur Identitätsbestätigung den Personalausweis mitbringen. Außerdem wird dafür um Anmeldung gebeten. Während des Aufenthalts im Rathaus müssen die Besucher die geltenden Regelungen zum Schutz vor dem Coronavirus beachten.

Termin: 17. August, 12 bis 18 Uhr, und 18. August, 10 bis 16 Uhr, im Rathaus Waldheim (Eintritt frei). Anmeldung für die Beratung unter Tel. 0341/22473211

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