merken
PLUS Döbeln

Döbeln ist jetzt eine historische Galerie

Mehr als 1.500 Postkarten sind dafür gesichtet worden. Entstanden sind 58 Plakate für 32 Standorte.

© Dietmar Thomas

Döbeln. Wer sich die Stadt Döbeln einmal anschauen will, wie sie vor etwa 100 Jahren ausgesehen hat, hat jetzt dazu Gelegenheit. An 32 Standorten wurden 58 Plakate verteilt, auf denen die Abbildungen historischer Postkarten zu sehen sind.

„Mit der historischen Stadtgalerie wollen wir die Festwoche anlässlich 1040 Jahre Ersterwähnung von Döbeln im Stadtbild sichtbar machen“, sagte Konstanze Becker, Mitarbeiterin des Kulturamtes der Stadtverwaltung.

Anzeige
Qualitätsmöbel zum Abverkaufspreis
Qualitätsmöbel zum Abverkaufspreis

STARKE MÖBEL UND KÜCHEN macht Platz für neue Wohn-Kollektionen. Sparen Sie jetzt bis zu 58% beim Kauf Ihres Lieblingsstücks in TOP Qualität.

Die Idee dazu hatte die Leiterin des Amtes Angela Petzold. „Wir standen Anfang des Jahres vor der Herausforderung, für den Jahrestag etwas zu entwickeln, wofür es keine Corona-Auflagen gibt. Keiner wusste, was im Juli sein wird“, so die Mitarbeiterin des Kulturamtes. Plakate in Schaufenstern zu zeigen, ist etwas, was immer geht.

Langwierige Vorbereitung

Doch dass die Umsetzung so zeitaufwendig werden würde, damit hatte das Kulturamt nicht gerechnet. Konstanze Becker hatte in Vorbereitung auf die historische Stadtgalerie zwei Aufgaben zu meistern.

Zum einen nahm sie Kontakt mit Ladenbesitzern, Verwaltern von Ladenflächen und Inhabern von Gebäuden mit Fensterfronten auf. „Ich musste zuerst herausfinden, wie viele Plakate wir präsentieren können. Das war in der Zeit, in der wegen Corona alle Läden geschlossen hatten, gar nicht so einfach“, sagte Becker.

Ihr gelang es, 32 Standorte von der Ritterstraße, Obermarkt, Breite Straße, dem Durchgang zum Parkhaus, Niedermarkt, Bäckerstraße bis Phönix-Moden zu finden. „Ich dachte eigentlich, dass mehr mitmachen. Es hätten durchaus 150 Plakate hängen können. Aber die, die dabei sind, waren von der Idee begeistert“, so Becker.

Mehr als 1.500 Postkarten gesichtet

Nachdem die Standortfrage geklärt war und die Anzahl der Plakate feststand, galt es, die umfangreiche Postkartensammlung zu sichten und die geeigneten Motive auszuwählen. Das Museum hatte im vergangenen Jahr fast 900 historische Postkarten von Ulrich Zimmermann als Schenkung bekommen. Das Museum selbst hatte bereits eine Sammlung von 633 Postkarten.

Im Februar wurde im Ratssaal eine Postkarten-Sichtungsstelle eingerichtet. Zunächst sortierten Konstanze Becker und Praktikantin Lara Bernhardt die Karten nach Gebäuden. Dann wurden die schönsten Motive ausgewählt. Wichtig war auch, dass die Fotos eine bestimmte Qualität hatten, um vergrößert und gedruckt werden zu können.

Das Digitalisieren der Karten übernahm der Fotograf des Döbelner Anzeigers. Um den Druck kümmerte sich im Auftrag der Stadt Geschäftsführer Matthias T. Poch. Die Zusammenarbeit sei sehr gut gewesen.

Schnitt in der Geschichte

„Die meisten Postkarten stammen aus den Jahren 1890 bis 1945. Auffällig war, dass es aus DDR-Zeiten und aus der Zeit nach der Wende kaum Karten gab. Da hat die Geschichte sozusagen einen Schnitt gemacht“, sagte die Mitarbeiterin des Kulturamtes.

Ihr Ziel sei es gewesen, dass die Gebäude in der Stadtgalerie zu sehen sind, in deren Schaufenstern die Plakate hängen. Doch das sei nicht in jedem Fall möglich gewesen. Manchmal fehlten genau diese Motive oder es gab sie, aber in einer schlechten Qualität. „Trotzdem ist uns eine Mischung gelungen“, sagte Konstanze Becker.

Das sieht nicht nur sie so. Wer zurzeit in der Innenstadt unterwegs ist, sieht immer wieder Leute vor den Plakaten stehen. Es wird geschaut und gefachsimpelt. Auch im Rathaus ist schon ein positives Feedback angekommen.

Zwei große Aufsteller machen auf dem Ober- und dem Niedermarkt auf die Stadtgalerie aufmerksam. Mit ihren Gesamtansichten von Döbeln aus mehreren Jahrhunderten sind sie ein Anziehungspunkt für Döbelner und Gäste.

Stadt aus einem anderen Blickwinkel

„Für mich war es interessant, anhand der Karten zu sehen, wie sich Döbeln entwickelt hat. Vor reichlich 100 Jahren lebten so viele Einwohner wie heute in der Stadt, jedoch auf viel kleinerem Gebiet.

Viele Straßen gab es da noch nicht. Auf der Ritterstraße gab es ein Torschreiberhaus“, so Konstanze Becker. Sie habe die Stadt nun noch einmal aus einem anderen Blickwinkel kennengelernt. Am schönsten findet Becker Bilder der ehemaligen Köningsstraße, der jetzigen Straße des Friedens.

Diese Plakate hängen in den Fenstern der Praxis von Diplommediziner Ullrich Maatz. Bei ihm und bei allen, die dazu beigetragen haben, dass es die historische Stadtgalerie gibt, bedankt sich die Mitarbeiterin des Kulturamtes. Voraussichtlich bis Ende Juli ist die Ausstellung zu sehen.

Mehr zum Thema Döbeln